Viele Filmfans erinnert der Begriff Android(e) vermutlich zuerst an den aus Star Trek bekannten Maschinenmenschen Data. Im Mobilfunkbereich bezeichnet der so futuristisch anmutende Name allerdings die quelloffene Smartphone- und Tablet-Plattform des Suchmaschinengiganten Google. Ein wenig Science-Fiction darf es dann aber doch sein, denn das offizielle Android-Logo weist einige Ähnlichkeit zu dem aus Star Wars bekannten Roboter R2D2 auf.
Android: Googles Antwort auf das iPhone
Google Android
Seine Ursprünge hat Android in einem gleichnamigen Unternehmen, das seit 2003 Software für Mobiltelefone entwickelte und zwei Jahre später von Google übernommen wurde. Gleichzeitig gründete der Internetriese mit zahlreichen weiteren Unternehmen die sogenannte Open Handset Alliance, deren Hauptziel in der Etablierung einheitlicher und offener Mobilfunkstandards besteht.
Gemeinsam mit den über 60 Mitgliedern des Verbundes verantwortet Google seitdem auch das linuxbasierte Mobil-Betriebssystem Android. Es ist seit 2008 offiziell verfügbar. Das erste offizielle Android-Smartphone war das HTC Dream, besser bekannt als T-Mobile G1.
Google Play (Android Market): Rasantes Wachstum, tausende Apps
Mittlerweile setzen verschiedene Handyhersteller auf das freie OS, so etwa Samsung, HTC, Motorola, LG oder Sony Mobile (ehemals Sony Ericsson). Ein Grund für den Android-Boom war von Anbeginn vor allem auch der rasant wachsende Android Market. Die Handelsplattform für Android Handy Software und Apps avancierte innerhalb kürzester Zeit nach Apples App Store zur zweitgrößten ihrer Art weltweit.
Auch heute kommen jeden Monat noch tausende neue Android-Apps hinzu – davon über die Hälfte kostenfrei. Ein Zugriff auf die App Plattform ist über kompatible Smartphones beziehungsweise Tablet PCs via mobiles Internet oder WLAN möglich. Auch eine Internet-Variante ist nutzbar. Seit März 2012 heißt der Android Market offiziell "Google Play".
Alle Android-Versionen im Überblick
Bis heute werden die verschiedenen Android-Entwicklungsstufen nach süßen Sachen benannt. Die ersten in Deutschland verfügbaren Geräte trugen die Versionsnummer 1.5 (Codename: Cupcake). Ab Version 1.6 (Donut) gibt es die kostenlose Navigation, die zum Kartendienst Google Maps gehört. Ab Version 2.0 (Eclair) unterstützen die Androiden die Exchange-Infrastruktur, die viele Unternehmen für ihr Mailsystem nutzen. Zudem ermöglicht die Software die Verwendung einer LED-Leuchte als Blitz für die eingebaute Kamera.
Version 2.2 - benannt nach der amerikanischen Spezialität Frozen Yogurt (Froyo) - bedeutete einen großen technologischen Sprung. Die Software unterstützt im Unterschied zu den mobilen Apple-Geräten die Flash- Technologie von Adobe. Per Kabel oder WLAN kann das Gerät zum Modem für den PC oder Laptop werden. Außerdem lassen sich Smartphones mit Android 2.2 als WLAN-Hotspot einsetzen, also als Funkstation, über die Computer ins Netz kommen.
Version 2.3 Gingerbread unterstützt diverse Standards, die beim Abspielen von Multimedia-Inhalten im Netz helfen. Auch die Nahfunk-Technologie Near Field Communication (NFC) wird damit unterstützt - sie soll zum Beispiel beim bargeldlosen Zahlen mit dem Handy zum Einsatz kommen, erste Pilotprojekte laufen bereits.
Seit Anfang 2011 ist zudem ein auf Tablet-Computer zugeschnittenes Android auf dem Markt. Version 3.0 - Codename Honeycomb (Honigwabe) - ist extra für den Einsatz auf einem größeren Bildschirm ausgelegt. Zudem soll das System Grafik deutlich schneller verarbeiten und somit für mehr Spaß beim Spielen sorgen.
Die jüngste Android-Entwicklung 4.0 heißt Ice Cream Sandwich - also Waffeleis. Sie führt die Software-Varianten für Smartphones und Tablet-Computer wieder zusammen. Ein nachgeschobenes Update mit der Versionsnummer 4.1 Jelly Bean soll mit einer besseren Performance, einer überarbeiteten Spracherkennung und einer überarbeiteten Benutzeroberfläche überzeugen.