Frequenzauktion
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Frequenzauktionen im Mobilfunk: Frequenzen unterm Hammer

Radio, Telefonate, SMS, Internet – viele Datenverbindungen kommen heute über die Luft zustande. Die dafür nötigen Frequenzen werden durch die Bundesnetzagentur vergeben. Ein Mittel der Verteilung sind Frequenzauktionen.

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Möchte man von unterwegs jemanden anrufen, schnell mal den Weg googeln oder einfach nur Radio hören: Ganz selbstverständlich bekommt man ein Signal über die Luft und das gewünschte Ereignis tritt ein. Dabei funkt das eigene Endgerät elektromagnetische Wellen auf einer ganz bestimmten Frequenz zum nächsten Funkturm und nimmt dessen Antwort auf. Damit dass alles so reibungslos klappt und die Ressourcen bei steigendem Datenaufkommen ausreichen, verwaltet die Bundesnetzagentur die Frequenzbereiche.

Warum Frequenzauktionen?

Da man nur einen begrenzten Frequenzbereich zur Datenübertragung nutzen kann, versucht man, jede Lücke auszunutzen. Gleichzeitig orientiert man sich an internationalen Standards, sodass man beispielsweise Handys länderübergreifend nutzen kann. Manche Frequenzen werden der Allgemeinheit zugeordnet (zum Beispiel WLAN-Frequenzen bei 2,4 GHz und 5 GHz). Dabei nimmt man jedoch eventuelle Störungen in Kauf. Aus diesem Grund werden die Mobilfunk-Frequenzen meist einem bestimmten Nutzer, beispielsweise der Telekom, Vodafone oder Telefónica, zugewiesen. Dies geschieht mittels Frequenzauktionen.

Woher kommen neu versteigerte Frequenzen?

Da nutzbare Frequenzen begrenzt sind, könnte man sich fragen, woher die in den letzten Jahren neu versteigerten Frequenzen stammen. Eine Frequenzauktion kommt entweder zustande, weil Nutzungsrechte an Frequenzen ausgelaufen sind und neu vergeben werden, oder aber, weil alte Frequenzen frei geworden sind. So stellte man in den vergangenen Jahren beispielsweise die TV-Übertragung via DVB-T2 ein und ordnete die frei gewordenen Frequenzen dem mobilen Internet zu.

Wie läuft eine Frequenzauktion ab?

Wer Interesse an zu versteigernden Frequenzen hat, muss sich vorab bei der Bundesnetzagentur melden. Hier wird entschieden, ob der Bewerber teilnahmeberechtigt ist, also die eventuell erworbenen Frequenzen im Sinne der Allgemeinheit ausschöpfen kann. Am Tag der Auktion finden sich alle Bieter an einem bestimmten Ort ein. Nun kann jeder Bieter in verschiedenen Runden sein Gebot auf ausgewählte Frequenzen abgeben. Die Auktion endet, wenn niemand mehr bereit ist, ein weiteres Gebot abzugeben.

Vorgaben, die an Frequenzauktionen gekoppelt sind

Wer ein bestimmtes Frequenzspektrum bei einer Auktion erwirbt, kann damit trotzdem nicht unbedingt machen, was ihm beliebt. Die Bundesnetzagentur erlässt hier klare Vorgaben. So war beispielsweise an die Mobilfunk-Frequenzauktion 2010 die Vorlage gekoppelt, erst Landstriche ohne schnelles Internet zu erschließen. Es ist vorgeschrieben, wie viel Prozent Netzabdeckung wann und wo zu erreichen ist. Außerdem erwirbt der Bieter die Frequenzen nicht dauerhaft, sondern meist nur für die nächsten 20 Jahre.

Frequenzauktionen der Vergangenheit

Erst vor kurzem sind wieder zahlreiche Mobilfunk-Frequenzen unter den Hammer gekommen: Mitte 2015 wurden zum einen die GSM-Frequenzen versteigert, an welchen die Nutzungsrechte ausliefen und außerdem Frequenzen, die derzeit noch vom Rundfunk belegt werden, in den kommenden Jahren jedoch frei werden und für den Ausbau des mobilen Internets genutzt werden sollen. Insgesamt sind hier rund 5,1 Milliarden Euro über den Tisch gegangen.

Mobiles Internet wurde durch die Frequenzauktion 2000 möglich. Satte 50,8 Milliarden Euro veräußerten hier die unterschiedlichsten Unternehmen und bauten mit den erworbenen Frequenzen ein deutschlandweites UMTS-Netz auf. Im Jahr 2010 versteigerte man nochmal wieder zurückgegebene Frequenzen aus dem Bereich des mobilen Internets und nutzte diese für die Einführung des LTE-Netzes. Insgesamt boten die Unternehmen hier 4,4 Milliarden Euro.

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