5G
5G© Natalia Merzlyakova / Fotolia.com

5G: Der LTE-Nachfolger steht in den Startlöchern

Die Entwicklung der Computer- und Übertragungstechniken der letzten Jahrzehnte ist rasant. Nachdem LTE 2010 ans Netz ging, entwickelt man schon den Nachfolger 5G, welcher ab 2020 verfügbar sein soll. Bis zu 10 Gigabyte pro Sekunde sollen damit möglich werden.

Noch vor wenigen Jahren waren Geschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde im mobilen Internet undenkbar und doch sind sie vielerorts mittlerweile zur Realität geworden. Warum also nicht noch höher greifen? Kaum waren die ersten LTE-Sendemasten gesetzt, begann der Wettlauf um die Nachfolgetechnik 5G. Mittlerweile sind die Ziele bezüglich 5G schon recht konkret: Bei der Entwicklung von 5G strebt man Geschwindigkeiten jenseits der 10 Gigabyte pro Sekunde an. Ein Film von 4,7 Gigabyte ließe sich also innerhalb eines Sekundenbruchteils herunterladen.

5G-Sendeeinheiten sollen kompakt und effizient sein

Die Sendeeinheiten sollen kleiner werden und 90 Prozent weniger Strom verbrauchen. Gleichzeitig sollen die kleinen Einheiten eine deutlich höhere Kapazität erhalten, sodass weltweit über 100 Milliarden Mobilfunkgeräte ansprechbar werden sollen. Um das umzusetzen, soll 5G weltweit einheitlich aufgebaut werden und einen Frequenzbereich mit bis zu 300 GHz zugewiesen bekommen. Diese hohen Frequenzen würden dazu führen, dass die Reichweite der einzelnen Einheiten recht gering ist, was jedoch durch die Kompaktheit der Sendeeinheiten wettgemacht werden soll, welche an Verkehrsschildern oder Straßenlaternen angebracht werden könnten.

Erste Live-Tests von 5G erfolgreich

An 5G wurde bereits gearbeitet, als LTE in Deutschland ans Netz ging. Größen wie Samsung, Huawei, die Telekom und auch Vodafone sind mit an Bord. Erstmals öffentlich präsentiert wurde 5G auf der Cebit 2014. Bereits im Juli 2014 wurde in der TU Chemnitz ein erstes 5G-Netz mit einer Geschwindigkeit von fünf Gigabyte die Sekunde im Labor getestet. Im Februar 2015 baute Huawei in München ein größeres Testnetz auf. Auch auf der Cebit 2015 konnte man auf einem Bildschirm Praxis-Demos verfolgen, bei denen Geschwindigkeiten um die vier Gigabyte erreicht wurden.

Schnelles Internet über 5G für steigenden Internetkonsum

Viele werden bei 10 Gigabyte pro Sekunde überrascht die Augenbrauen hochgezogen haben. Braucht man so etwas überhaupt? Ja, sagen Experten. Denn der Datenfluss übers Internet wird in den nächsten Jahren erheblich wachsen. Immer größere Datenmengen werden von Nutzer übers Internet übertragen, neue Geräte wie Autos, OP-Roboter, vernetzte Kühlschränke, ganze Häuser und neue Sensoren dürften hinzukommen. Unsere Welt wird immer digitaler.

Wurden 2005 weltweit 130 Exabyte – 130.000.000 Terabyte – Daten übers Internet ausgetauscht, sind es 2015 bereits sage und schreibe 8.600 Exabyte. Für 2020 erwartet man einen weiteren Anstieg auf rund 40.000 Exabyte.

Steigt der Bedarf an Volumen und Geschwindigkeit, müssen auch die Netze und Kapazitäten mitwachsen. Ohne einen Ausbau des Netzes wäre das Internet ansonsten entweder schneckenlangsam oder gar nicht mehr erreichbar.

Aufwändiger Netzausbau für 5G

Der Netzausbau für 5G dürfte ähnlich wie bei LTE recht teuer werden: Noch sind keine Frequenzen von der Bundesnetzagentur festgelegt und versteigert worden. Alleine für die LTE-Frequenzen im Jahr 2014 gaben die Mobilfunkbetreiber über vier Milliarden Euro aus, 2015 blätterte man für weitere Frequenzen nochmals fünf Milliarden auf den Tisch. Die kommenden Frequenzen für 5G dürften in ähnlichen Preisklassen anzusiedeln sein. Und mit dem Frequenzkauf sind die Kosten des folgenden Netzausbaus und zahlreicher neuer Sendeeinheiten noch lange nicht gedeckt. Möglicherweise werden einige Provider versuchen, an alter Technik festzuhalten und diese zu optimieren, um die Kosten im Rahmen zu halten.

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