Wimax
Mobilfunkantenne© Gutzemberg / Fotolia.com

Wimax: Der drahtlose Breitband-Zugang

Mit Wimax sollte sich der Traum der drahtlosen Breitband-Übertragung über große Entfernungen erfüllen. Gefunkt wird auf den Frequenzen zwischn 2 GHz und 66 GHz. Wimax, auf dem Standard 802.16 basierend, wurde seit Ende 2005 in Deutschland angeboten. Ein breiter Durchbruch blieb aber aus.

Wimax, die Abkürzung für "Worldwide Interoperability for Microwave Access" (deutsch: Weltweiter Funktionsstandard für Mikrowellen-Datenübertragung), bezeichnet eine drahtlose Breitband-Zugangstechnik, die auf dem IEEE-Standard 802.16 beruht. Im Gegensatz zu bisher bekannten Richtfunk-Verbindungen im Mikrowellenbereich wird bei Wimax zwischen 2 und 66 GHz gefunkt. Bei hohen Frequenzen von beispielsweise 66 GHz breiten sich die die elektromagnetischen Wellen nicht mehr wirklich linear aus. Daraus ergibt sich, dass für die Übertragung meist eine direkte Sichtverbindung (LOS - Line of Sight) mit stationären Receivern bestehen muss. Zunächst wurde die Technik für stationäre Verbindungen vom Fernsehturm zur lokalen Hausantenne eingesetzt, später folgten dann auch mobile Anwendungen.

Wimax setzt sich in Deutschland nicht auf breiter Front durch

In der Theorie ergibt sich eine Reichweite von bis zu 50 Kilometern. Die maximal zu erreichende Bandbreite beträgt je nach gewähltem Wimax-Standard bis zu 1 Gbit/s. Natürlich sind die theoretischen Werte nur in den seltensten Fällen erreichbar, realistischer kalkuliert sind zwölf Kilometer bei voller Bandbreite. Bei steigender Frequenz benötigt man nämlich eine stärkere Sendeleistung, weil die Dämpfung zunimmt und die Beugungsausbreitung abnimmt. Das ist der Grund dafür, weshalb man für hohe Frequenzen zwischen 10 und 66 GHz in der Regel eine Sichtverbindung benötigt wird. Beim Einsatz in städtischen Umgebungen versorgt eine Wimax-Basisstation einen Umkreis von 2 bis 5 Kilometern.

Den ersten kommerziellen Einsatz von Wimax in Deutschland startete Ende 2005 die Heidelberger Deutsche Breitband Dienste GmbH (DBD). Auch ein Dienst für private Nutzer wurde eingerichtet. Weitere Unternehmen folgten mit ähnlichen Angeboten. 2014 sollten rund 30 Wimax-Anbieter in Deutschland aktiv sein. Einen breiten Durchbruch erlebte Wimax hierzulande allerdings nicht. Die angebotenen Tarife für Privatkunden waren zu langsam und zu teuer, zahlreiche Unternehmen stellten ihre Wimax-Angebote wieder ein.

Die Standards

Für die Standardisierung von Festnetz-, Internet- und Mobilfunk-Lösungen auf Wimax-Basis (IEEE 802.16 genannt) zuständig sind das unter dem Vorsitz von intel agierende Wimax-Forum und das Institute of Electrical and Electronics Engineers, kurz IEEE. Die einzelnen Wimax-Standards der 802.16-Untergruppe funken im Bereich zwischen 10 und 66 GHz. Die wichtigsten Wixmax-Standards:

  • IEEE 802.16-2004 ermöglicht fixe, statische Verbindungen, gesendet wird im Bereich von 2- 66 GHz
  • IEEE 802.16e-2005 ermöglicht ein Handover der Funkzelle im laufenden Betrieb, gefunkt wird im Bereich von 2 - 6GHz
  • IEEE 802.16m Übertragungsraten bis zu 1Gbit/s

Wireless-DSL: Mix aus Wimax und WLAN

Ein Breitband-Internet-Zugang über Wimax wird in den meisten Fällen eine Mischung aus Wimax- und WiFi-/WLAN-Übertragung sein. Dabei wird eine große Bandbreite über eine weite Distanz per 802.16a-Standard (Wimax) zu einem Gateway geleitet, dass die zur Verfügung stehende Gesamtbandbreite an diverse WiFi-Sender (802.11-WLAN-Standards) übergibt. Diese Hot-Spots sorgen dann für die Verteilung der über Wimax transportierten Bandbreite auf die einzelnen Endanwender.

Die Langstrecke, bis zu 50 Kilometer (realistischer sind drei bis zwölf), wird per Wimax überbrückt und an ein Gateway, das die Daten an WiFi-Hardware übergibt, gesendet. Die WiFi-Sender (WLAN-Standard 802.11) des Gateways übermitteln die Daten dann über eine kurze Strecke an die einzelnen Netzteilnehmer. Ein Wireless-DSL-Netz ist also ein hybrides Netz aus Wimax und WLAN (WiFI).

Zum Seitenanfang