Ratgeber

BSI: Soziale Netzwerke sicher nutzen - 10 Tipps

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor dem allzu sorglosem Umgang mit privaten Daten in den beliebten Online-Communitys und gibt Ratschläge für mehr Sicherheit.

Social Media© Andres Rodriguez / Fotolia.com

In sozialen Netzwerken tummeln sich Millionen deutsche Internetnutzer. Das es mit dem Schutz der dort angegebenen Daten der Mitglieder nicht zum Besten steht, wurde in dieser Woche wieder zum Thema. Die Stiftung Warentest tadelte Facebook, MySpace & Co. wegen ihres laschen Umgangs mit dem Datenschutz. Sie stoßen bei den Mitgliedern der jeweiligen Communitys immer wieder auf fruchtbaren Boden, denn die Nutzer gehen oft sehr sorglos mit ihren Daten um. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) klärt auf seiner Website www.bsi-fuer-buerger.de über potentielle Risiken bei der Nutzung von sozialen Netzwerken auf.

Das Netz vergisst nichts

Viele Anwender sind sich der möglichen Gefahren gar nicht bewusst, die ihnen bei zu unachtsamen Umgang mit ihren persönlichen Daten in den Internet-Netzwerken drohen. Die Bombardierung mit Werbung durch Unternehmen ist da noch eine eher harmlose Folge. Private Bilder und Texte können aber auch von anderen Personen gespeichert und an anderer Stelle im Netz missbräuchlich veröffentlicht werden. So mancher Arbeitgeber wirft einen Blick in die Online-Netzwerke, um Informationen über die potentiellen neuen Mitarbeiter zu erhalten. Über gefälschte Webseiten versuchen Kriminelle an die Zugangsdaten für die Communitys zu gelangen. Auch Identitätsdiebstahl ist nicht mehr selten: Nutzeraccounts werden gehackt und Freunde des Nutzers etwa wegen einer angeblichen Notsituation um finanzielle Hilfe gebeten.

Phishing, Mobbing und Identitätsdiebstahl drohen

Da das Vertrauen der Nutzer in soziale Netzwerke noch recht groß ist, finden sich in Profilen oft detaillierte Informationen zur Person, zu Hobbys, Familienverhältnissen oder zum beruflichen Werdegang. Immer häufiger versuchen Betrüger ahnungslose Nutzer über Links in E-Mails auf manipulierte und mit Schadsoftware infizierte Webseiten zu locken.

Auch Mobbing macht vor den Netzwerken nicht halt. Schnell lassen sich Gerüchte über die virtuellen "Pinnwände" verbreiten und Nutzer aus Freundeskreisen ausschließen. Zudem lassen sich einmal getätigte Kommentare in anderen Profilen später kaum noch selbst entfernen.

Das BSI hat zur Verhinderung solcher Gefahren 10 Tipps für das sichere Surfen in sozialen Netzwerken zusammengestellt.

Mit persönlichen Daten geizen

  1. Als oberste Regel gilt der sparsame Umgang mit persönlichen Daten. "Nicht alles, was Sie über sich wissen, müssen andere Menschen wissen", so das BSI. Interesse an solchen Daten könnten neben Arbeitgebern auch Versicherungen oder Vermieter haben.
  2. Vor dem Anlegen eines Profils sollte der Nutzer einen Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Datenschutzbestimmungen werfen. Einstellungen der Netzwerke, wie die Beschränkung der Sichtbarkeit von Informationen und Bildern auf Freunde, sollten genutzt werden.
  3. Kontaktanfragen stets kritisch prüfen. Hinter unbekannten Anfragen könnten Kriminelle stecken.
  4. Nutzer, die dauerhaft von einem "Cyberstalker" kontaktiert werden, sollten diesen an den Betreiber der Community melden.
  5. Für jede Internetanwendung unterschiedliche und sichere Passwörter nutzen. Doch selbst bei sicheren Passwörtern könnte auch der Server des Netzwerk-Betreibers gehackt werden. Bei Bekanntwerden eines Datenmissbrauchs immer auch direkt die Freunde informieren.
  6. Keine vertraulichen Informationen über den eigenen Arbeitgeber und die Arbeit preisgeben. Wirtschaftsspione versuchen zunehmend auch in sozialen Netzwerken an nützliche Daten über Konkurrenzfirmen heranzukommen. Schlimmstenfalls kann den Nutzer zu große Offenheit den Job kosten.
  7. Die Rechte der Community-Betreiber an den vom Nutzer eingestellten Bildern, Texten und Informationen sollten kritisch geprüft werden. Denn die Netzwerke verdienen durch den Verkauf der Daten an Firmen, die ihre Werbung damit gezielter verschicken können. Selbst beim Löschen des eigenen Profils behalten sich einige Netzwerke ein weiteres Nutzungsrecht von Daten vor.
  8. Bei "zweifelhaften" Anfragen von Bekannten: Außerhalb von sozialen Netzwerken nach der Vertrauenswürdigkeit der Nachricht erkundigen. Denn der Diebstahl von Identitäten nimmt zu.
  9. Phishing wird in Online-Netzwerken ein zunehmendes Problem. Daher nicht einfach wahllos auf Links in Nachrichten klicken. Vorsicht ist insbesondere bei Kurz-URLs geboten, bei denen die eigentliche Zieladresse nicht ersichtlich ist.
  10. Die eigenen Kinder sollten über die Gefahren in sozialen Netzwerken aufgeklärt werden. Denn trotz allem Spaß in den Communitys: Die nötige Vorsicht sollte auch der Nachwuchs nicht vergessen.

Jörg Schamberg

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