Routerzwang
WLAN-Standards© Ronen / Fotolia.com

Der Routerzwang fällt: Freie Routerwahl für den Verbraucher

Kunden großer Internetanbieter werden häufig an bestimmte Router für den Zugang ins Netz gebunden. Diese Praxis soll jedoch ein Ende haben. Insgesamt sollten sich die Auswirkungen der Abschaffung des Routerzwangs positiv für den Verbraucher auswirken.

Bei Vertragsabschluss schreiben einige Internetanbieter dem Kunden vor, welchen Router er zu verwenden hat. Kommt ein anderes Gerät zum Einsatz, wird die Verbindung schlichtweg verweigert. Für die Unternehmen ist dieser sogenannte Routerzwang oft ein Vorteil: Indem genau feststeht, welcher Router beim Kunden seine Arbeit verrichtet, kann technischer Support zielgerichteter erfolgen. Außerdem kann das Unternehmen die eigenen Dienste oder auch Up- und Downloadgeschwindigkeiten exakt auf dieses Modell anpassen.

In Zukunft unterliegt es jedoch dem Kunden, zu entscheiden, welchen Router er verwenden möchte. Diese Änderung betrifft DSL-Verbindungen ebenso wie Glasfaser- oder Kabelverträge. Die Gefahr einer möglichen Preisanhebung – begründet durch den höheren Aufwand für Kundensupport – sieht die Bundesregierung nicht.

Routerzwang als Sicherheitslücke?

Kritisiert wurde der über Jahre herrschende Routerzwang unter anderem aus sicherheitstechnischen Blickwinkeln: Nutzt – überspitzt ausgedrückt – halb Deutschland den gleichen Router, wird die Ausnutzung von Sicherheitslücken in der Software der Geräte erleichtert. Die Politik wiederum erhofft sich auch einen wirtschaftlichen Ansporn. Der Routerzwang führe dazu, dass einige wenige Hersteller bevorzugt werden und ein freier Wettbewerb kaum stattfinden könne. Nicht zuletzt ist der Endgerätezwang auch einfach unangenehm: Wer bereits einen Router gekauft hat, kann diesen bei einem neuen Anbieter unter Umständen nicht mehr weiterverwenden, wenn dieser ein bestimmtes Modell vorschreibt. In der Summe dürften die Vorteile für den Verbraucher überwiegen.

Weniger Pflichten, mehr Rechte ohne Routerzwang

Die Abschaffung des Routerzwangs bedeutet allerdings nicht, dass die Internetanbieter nicht nach wie vor empfohlene Geräte mit ihren Verträgen koppeln können. Weiterhin werden Kunden also Router im Paket mit einem Internetzugang erhalten. Für viele durchschnittliche Anwender ist diese Lösung womöglich am besten geeignet, da der Aufwand der Konfiguration eines eigenen Routers entfällt. Auch besteht die Möglichkeit, dass die Mietpreise der Router sinken werden, da nun ein aktiver Wettbewerb mit den Geräten anderer Hersteller herrscht, was wiederum den Routerverkauf in Deutschland im Allgemeinen ankurbeln könnte.

Wann gilt die Abschaffung des Routerzwangs?

Das beschlossene Gesetz ist noch nicht in Kraft, im Sommer 2016 soll es aber soweit sein. Bis dahin gelten trotz der Gesetzesverabschiedung die alten Regelungen, der Zwang an den Router bleibt bei einigen Anbietern also nach wie vor bestehen. Offen bleibt indes auch noch, wie die freie Routerwahl im Detail umgesetzt wird.

Zum Seitenanfang