Powerline
Powerline-Adapter© Devolo

Powerline: Internet aus der Steckdose

Powerline ermöglicht die einfache Indoor-Vernetzung über die heimische Stromleitung. Powerline-Adapter binden PC, Notebook, Drucker & Co über das Stromnetz an das Netzwerk an. Die Qualität der Verbindungen über Powerline wird durch aktive Geräte im Stromnetz beeinträchtigt. Die theoretisch möglichen Bandbreiten von 500 Mbit/s oder über 1 Gbit/s sind in der Praxis nicht realisierbar.

Als Alternative zu Internetanschlüssen per DSL, Kabel oder UMTS galt Powerline, das Internet über das Stromnetz, vor Jahren als Hoffnung für noch nicht mit Breitband versorgte Gemeinden. Die anfangs noch mit eigenen Powerline-Projekten vertretenen Energieversorger wie RWE, E.ON, Nortel, die Berliner BeWAG oder auch Siemens haben sich als Internetanbieter zurückgezogen.

Powerline-Versorgung ganzer Orte zu aufwändig und störanfällig

In der Praxis erwies sich die Erschließung ganzer Orte per Powerline als zu aufwändig, kostspielig und die flächendeckend eingesetzte Technik insgesamt als zu störanfällig. Als Gründe wurden auch immer wieder zu hohe Grenzwerte für elektromagnetische Strahlungen, Angst vor Elektrosmog in der Bevölkerung und die beabsichtigte Sperrung einiger Sonderfrequenzen genannt. Heute sind nur noch lokal einige kleinere Anbieter übrig geblieben, die Powerline lokal vor Ort aktiv vermarkten: Beispielsweise der Stadtnetzbetreiber Vype in Mannheim sowie Powerline der Stadtwerke Hameln unter der Marke piper:net. Mitte 2001 startete die MVV Energie AG mit Vype die weltweit erste kommerzielle Powerline-Anwendung. Ende 2003 sollten bereits 120.000 Mannheimer Haushalte an das Powerline-Netz angebunden sein. Auch in Hatzenbühl ist Vype aktiv. Mit Hilfe eines Stromadapaters lässt sich über die Powerline-Lösung von Vype auch telefonieren.

Powerline-Basisstationen wandeln die Daten, die vom Internet-Backbone kommen, in Signale im Megahertz-Bereich um, die wiederum auf die 400-Volt-Niederspannungskabel aufmoduliert werden. Gemeinsam mit dem Strom überwinden die Daten die letzte Meile zum Kunden und können dann mit Hilfe eines Steckdosen-Modems an jeder Steckdose im Haus angezapft werden.

Verbreitet ist Powerline heute als Indoor-Lösung zur Vernetzung von Gebäuden

Powerline hat sich dagegen in kleinerem Maßstab als Indoor-Lösung zur einfachen Vernetzung innerhalb von Gebäuden durchgesetzt. Mit Hilfe von kompakten Powerline-Adaptern lässt sich die Internetverbindung über das heimische Stromnetz mit wenig Aufwand realisieren. Zurückgegriffen wird dabei auf einen bestehenden Anschluss.

Ein Adapter wird mit einem Router verbunden, der beispielsweise per DSL oder Kabel-Internet über eine Verbindung ins Internet verfügt. Der Powerline-Adapter selbst wird dann in der Nähe des Routers einfach in eine Steckdose gesteckt. Im Nachbarraum oder auch in einer anderen Etage wird ein zweiter Adapter ebenfalls an einer Steckdose angeschlossen und mit einem Computer, Notebook oder SmartTV verbunden. Innerhalb von wenigen Sekunden erfolgt die Synchronisierung der Adapter und die Internetverbindung ist aktiv.

Die Powerline-Adapter von Anbietern wie devolo, AVM, Raidsonic, Netgear, D-Link oder Speedport bieten inzwischen Übertragungsraten von theoretisch 500 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) oder sogar über 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s). In der Praxis liegen die Werte aber deutlich niedriger, da die Qualität der Powerline-Verbindungen durch weitere aktive Geräte im Stromnetz wie Fernseher, Waschmaschinen etc. beeinträchtigt wird.

Zum Seitenanfang