Ratgeber

Internetradio aufnehmen per Streamripper

Musik kostenlos - onlinekosten.de zeigt verschiedene Programme, mit denen sich Musik aus einem Internetradio aufnehmen lässt.

Musik© Pavel Ignatov / Fotolia.com

Musik kostenlos aus dem Netz zu ziehen klingt nicht nur verlockend, sondern auch illegal. Eine Möglichkeit unentgeltlich und gleichzeitig legal an gratis Musik in digitalen Formaten zu kommen, ist das Aufzeichnen von Radioprogrammen. Die Zeiten, in denen Musikfans direkt an der Stereoanlage (bestehend aus Radio und Kassettendeck) sitzend auf den Beginn der Charts-Sendung warteten, um passgenau aufzunehmen, sind jedoch lange vorbei. Im Internet gibt es Tausende von Internetradio Stationen, die live und digital ihr Programm streamen. Mit entsprechender Software können diese Sendungen mitgeschnitten und sogar in einzelne Songs extrahiert werden. Die Lösung heißt Streamripper.

Internetradio aufnehmen

Solche Aufnahmeprogramme unterscheiden sich in mehreren Punkten, so sind einige als Freeware erhältlich, andere wiederum kostenpflichtig. Auch hinsichtlich der Aufnahmetechnik gibt es Unterschiede: Der phonostar-Player zum Beispiel nimmt über die Soundkarte auf und Programme wie StationRipper oder RadioTracker speichern die Gratis-Musik aus dem Internet direkt auf die Festplatte (= rippen).

Musik kostenlos und in guter Qualität

Die Qualität der Aufnahme hängt von der Bitrate ab, mit der die Radiosender ihre Sendungen bereitstellen. Private Sender und Webradios streamen meistens mit 128 kbit/s oder mehr. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern findet der Benutzer hingegen oftmals geringere Bitrates vor.

Welches Programm ist für wen geeignet? Wir haben fünf verschiedene Tools für die kostenlose Musik ausgewählt:

Der phonostar-Player Download ermöglicht sowohl die Wiedergabe als auch den Mitschnitt von Sendungen und Songs von etwa 20.000 Radiosendern weltweit. Die Software steht in zwei Varianten bereit. Neben der kostenlosen Version kann der Benutzer für 19,90 Euro den Player mit zusätzlichen Funktionen erwerben.

phonostar - Radioprogramm in zwei Versionen

Die Freeware-Version von phonostar finanziert sich durch Werbung, die Benutzer müssen daher entsprechende Einblendungen in Kauf nehmen. Sie haben Zugriff auf die wichtigsten Funktionen, wie Radiosendungen abspielen und aufzeichnen sowie den integrierten Timer. Zudem können bis zu fünf Podcasts abonniert werden.

Die kostenpflichtige Variante, der phonostar-Player PLUS, ist werbefrei. Zusätzlich lassen sich längere Beiträge wie Live-Konzerte automatisch in einzelne Segmente schneiden, um das spätere Abspielen komfortabler zu machen. Die Anzahl der verfügbaren Podcasts ist bei der Bezahl-Version unbegrenzt.

Der Player kann Radiosendungen, die im MP3-, WAV- oder auch RealAudio-Format übertragen werden, aufnehmen. Der Mitschnitt erfolgt über die Soundkarte. Dies bedeutet, dass der Player alle Geräusche aufzeichnet. So könnten auf der Aufnahme auch Windows-Sounds oder Geräusche von geöffneten Websites landen. Solche Töne sollten daher über die Systemsteuerung und die Internetoptionen zuvor ausgeschaltet werden. Da die verschiedenen Radiosender mit unterschiedlichem Geräuschpegel senden, ist es zudem ratsam, vor jeder Aufnahme die Lautstärke einzustellen. Ebenfalls wichtig: Der Player kann immer nur eine Sendung gleichzeitig aufnehmen, parallele Aufzeichnungen sind nicht möglich.

Timerfunktion von phonostar

Die Aufnahme kann live durch einen Klick auf den Record-Button oder über den Timer erfolgen. Der Timer zeichnet nach der Programmierung die jeweilige Sendung automatisch auf. Somit muss der Benutzer nicht vor dem Rechner sitzen und kann auch nachts das Programm mitschneiden. Für diesen Fall besteht zusätzlich die Möglichkeit, den Timer so zu programmieren, dass nach Beenden der Aufnahme der PC automatisch heruntergefahren wird.

Wer beispielsweise jeden Dienstag seine Lieblingssendung aufnehmen möchte, muss diese nicht jedes Mal neu programmieren. Regelmäßig ausgestrahlte Beiträge können mit der Timerfunktion durch Angabe des entsprechenden Sendungsrhythmus ebenso erfasst werden.

Songs im WAV-Format

Der phonostar Player schneidet keine einzelnen Songs, sondern nimmt komplette Streams auf. Wer einen einzelnen Song auf seiner Festplatte haben möchte, muss die aufgenommenen Dateien daher selbstständig bearbeiten und schneiden.

Als Ausgabeformat für die aufgezeichneten Inhalte steht das WAV-Format zur Verfügung. Um Radiosendungen als MP3-Datei zu speichern, wird ein externes Programm, der Lame Encoder , benötigt. Dieser kann die Datei schon während der Aufnahme in das Format MP3 umwandeln.

Sendersuche

Aufgrund des großen Angebots von rund 20.000 Radiosendern fällt die Suche nach dem geeigneten Sender nicht unbedingt leichter. Als kleine Hilfestellung listet der Player die beliebtesten Sender auf. Hierzu stehen jeweils 20 Topsender bereit, genre-übergreifend oder nach Musikrichtung sortiert. Zusätzlich gibt der Player Sendertipps und verfügt natürlich auch über eine Suchfunktion. Hier können Radiostationen nach Genres, Ländern, Sprachen und dem Sendeformat gefiltert werden. Hat man geeignete Treffer gefunden, können diese per Mausklick auf ein Herzchen-Symbol in die Favoritenliste aufgenommen werden.

Der Player liefert zudem Programm-Tipps der Redaktion, die dem Benutzer die Suche nach Radiosendungen erleichtern. Insgesamt ist phonostar übersichtlich und leicht zu bedienen. Für Ratsuchende bietet das Programm über das Info-Menü eine umfangreiche Hilfe-Funktion sowie eine große Sammlung von Frequently Asked Questions, alles in deutscher Sprache.

Fazit

Der kostenlose phonostar Player verfügt über ein großes Angebot an Radiosendern und ist einfach zu bedienen. Er eignet sich für alle, die gerne Radio hören und auch auf internationale Angebote Wert legen. Die regelmäßige Lieblingssendung kann problemlos automatisch aufgezeichnet werden. Der Player punktet zudem mit umfangreichen FAQ und Hilfestellungen. Wer jedoch ein Programm als kostenlose Alternative zum bezahlten Download von Songs auf Musikportalen oder zum Kauf einer Single sucht, ist mit anderen Programmen besser bedient.

Der RadioTracker von Audials kann unbegrenzt viele Streams parallel aufzeichnen und schneidet vollautomatisch die einzelnen Songs. Der RadioTracker kommt in zwei kostenpflichtigen Ausführungen: Die Premium-Version kostet 29,90 Euro. Wer die Software zunächst testen möchte, kann kostenlos eine Demoversion herunterladen.

RadioTracker - massig Sender, massig Songs

Die Software verfügt über mehr als 20.000 integrierte Webradios, die im MP3-Format senden, unter anderem SHOUTcast- und Icecast-Streams. Weitere Sender lassen sich problemlos unter Angabe der URL selbst hinzufügen. Da das Programm mehrere Sender gleichzeitig aufnehmen kann, kommt schnell eine Vielzahl von Songs zusammen. Deshalb kann der Benutzer ein Zeit- oder Volumenlimit einstellen. Ist dieses erreicht, stoppt der Mitschnitt automatisch.

Die Software ist sehr einfach zu bedienen und hält ein ausführliches Handbuch in deutscher Sprache bereit. Zudem gibt es ein Support-Forum für die Fragen der Benutzer.

RadioTracker schneidet nicht nur automatisch einzelne Songs, sondern speichert diese durch Normalisierung auch in einheitlicher Lautstärke ab. Die Dezibel-Zahl kann der Benutzer verändern, ebenso wie die Schnittmarken. Zusätzlich werden die Titel ein- und ausgefadet und mit ID3-Tags versehen. Der Name des Interpreten und der Songtitel werden somit automatisch hinzugefügt. Die Software besitzt zudem einen Jingle Filter, mit dem Werbung ausgeblendet werden kann. Ungewollte Radiosender lassen sich per Blacklist-Eintrag vom Mitschnitt ausschließen.

RadioTracker Player

RadioTracker verfügt über einen integrierten Player, mit dem die gerippten Songs gleich angehört werden können. Hierzu stehen jeweils auch das Coverbild und der Songtext bereit. Zusätzlich lassen sich die Lieder über den Player auch auf CD brennen oder auf den MP3 Player übertragen.

Pro-Version

Die gehobene Software-Variante für 29,90 Euro weist zusätzlich zu den Standardfunktionen weitere Funktionen auf. So kann der Benutzer eine Wunschliste schreiben und dort seine Lieblingsinterpreten eintragen. In der Datenbank befinden sich bereits über 70.000 Künstler. RadioTracker liefert daraufhin die verfügbaren Songs dieses Interpreten aus. Zu jedem Song wird die Verfügbarkeit angegeben, von "selten" bis "häufig". Je häufiger der Song gespielt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser schnell auf der Festplatte landet. Hierzu muss der Benutzer den gewünschten Titel markieren. Der User kann sich jedoch nicht nur Songs seiner Lieblingsband anzeigen lassen, sondern auch gezielt nach Titeln suchen. Der Vorteil gegenüber anderen Rippern ist, dass die Songs komplett aufgenommen werden. Dies ist möglich, da RadioTracker erkennt, welcher Radiosender gerade damit beginnt, den gewünschten Song zu spielen. Eine weitere Funktion der Pro-Version ist die Möglichkeit, Handy-Klingeltöne aus den MP3s zu generieren.

RadioTracker benötigt ein Windows-Betriebssystem (XP, Vista Windows 7, 8), einen Prozessor mit mindestens 1,0 Gigahertz, 1 Gigabyte Arbeitsspeicher und ein Gigabyte Platz auf der Festplatte. Zudem muss ein DSL-Internetzugang vorhanden sein. Die RadioTracker Demo steht hier zum Download bereit. Die Demo-Version erlaubt das Aufnehmen von 25 Songs.

Fazit: Der RadioTracker bietet viel

Der RadioTracker ist nicht umsonst, hat dafür aber viel zu bieten. Er verfügt – verglichen mit den anderen von uns getesteten Programmen – über die größte Anzahl von Sendern. Ein weiterer Vorteil ist die Aufzeichnung in einheitlicher Lautstärke und der automatische Schnitt. Der dickste Pluspunkt ist jedoch die Möglichkeit, nach konkreten Songs zu suchen und diese auch komplett aufzuzeichnen. Andere Programme unterstützen dies entweder gar nicht oder nehmen die Songs unvollständig auf, da diese bereits angelaufen sind. Leider ist diese Funktion nur in der Pro-Version für 29,90 Euro verfügbar. Die komfortable Bedienung der Software sowie das umfangreiche Handbuch und das Support-Forum sind lobenswert. Wer seine MP3-Sammlung komfortabel und schnell aufstocken möchte und Wert darauf legt, nach bestimmten Songs suchen zu können, sollte einen Blick auf den RadioTracker Pro werfen.

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