Ratgeber

Internet über Satellit: Hardware-Installation ist Millimeterarbeit

Die Einrichtung einer Sat-Anlage für den Empfang von Breitband-Internet ist Millimeterarbeit. Onlinekosten erklärt, warum es sich lohnt, einen Techniker ins Haus zu holen.

Satellitenschüssel© Alexandr Blinov / Fotolia.com

Wenn weder DSL noch TV-Kabel schnelles Internet ins Haus bringt und auch die Anbindung per LTE nicht funktioniert, ist Internet über den Satelliten oft die einzige Alternative. Einfach einzurichten ist sie allerdings nicht. Der Besuch eines erfahrenen Technikers löst dieses Problem zwar, kostet aber Geld.

Kabel darf nicht zu lang werden

Die Unternehmen, die die beiden Satelliten-Plattformen Tooway und Astra Connect vermarkten, liefern auch die notwendige Hardware. Das ist erst einmal eine Satellitenschüssel mit einem Durchmesser von rund 77 Zentimetern, die eventuell aber auch größer ausfallen kann.

Damit fest verbunden ist eine rückkanalfähige LNB-Einheit, die im Brennpunkt der Parabolantenne sitzt. Hier hat der Kunde die Wahl zwischen einem reinen Internetzugang und einem zusätzlichen Fernsehempfang. Ins Haus führt dann ein Kabel, das 50 Meter nicht überschreiten darf. Mit Spezialkabeln lassen sich aber auch Strecken von bis zu 90 Metern überbrücken.

Freie Wahl beim Router

Am anderen Ende des Kabels wird ein Satelliten-Modem angeschlossen, das bereits den Internetzugang für ein Gerät liefert. In der Regel wird dort aber noch ein Router angeschlossen. Entweder kommt dieser auch vom Anbieter und wurde für die eigenen Dienste optimiert, oder der Kunde muss sich selbst darum kümmern. Dann kann es jeder Router sein, die die gewünschten Optionen bietet - zum Beispiel einen Anschluss für ein Telefon. Voice-over-IP bieten einige Sat-Anbieter denn auch bereits inklusive oder als zubuchbaren Serivce. Wer Geld sparen möchte, kann sich nun alle Geräte ins Haus liefern lassen und selbst zusammenstecken. Dass die Satellitenschüssel nicht durch einen Baum verdeckt sein darf, sondern freie Sicht zum Himmel haben muss, dürfte jedem klar sein.

Ausrichtung muss millimetergenau sein

Doch die Ausrichtung der Schüssel auf den Satelliten muss exakt erfolgen, damit der Rückkanal problemlos funktioniert. Das ist dann Millimeterarbeit. Die Anbieter liefern zwar oft ein analoges Messinstrument mit, ein Techniker bringt jedoch für die Feinjustierung meist ein besseres Digitalgerät mit. Den Unterschied konnten wir selbst erfahren, als wir Tooway von Eutelsat im Jahr 2010 und Astra Connect von SES Astra ein Jahr später getestet haben.

Da eine Installation durchaus zwei Stunden dauern kann, können durch den Techniker einige Kosten entstehen. In den meisten Fällen wird zwar ein Pauschalpreis in Rechnung gestellt, doch auch der muss letztlich die Arbeitszeit abdecken. Was die einzelnen Anbieter berechnen, zeigt unsere Übersicht zu den aktuellen Sat-Angeboten.

(Peter Giesecke)

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