Zeitreise

Die Entstehung des Internets: Vom Militär ins Wohnzimmer

Das Internet ist eine Selbstverständlichkeit in unseren Haushalten. Dabei wurde es ursprünglich nicht für unser Vergnügen, sondern unsere Sicherheit entwickelt. Reisen Sie mit uns ins vergangene Jahrhundert und entdecken Sie die Hintergründe der Entstehung des Internets!

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Amerika im kalten Krieg: Die Regierung ist auf der Suche nach effektiven Möglichkeiten der Landesverteidigung und sicheren Raketenabwehrmaßnahmen gegen die Sowjetunion. Im Jahr 1958 bildet sich die Arbeitsgruppe ARPA (heute DARPA). Dies steht für die (Defense) Advanced Research Projects Academy. Man glaubte zu wissen, dass die damals noch sehr teuren und weit verstreuten PCs in Zukunft eine große Rolle spielen würden und begann sich damit zu beschäftigen, wie man die einzelnen Rechner miteinander vernetzen könnte.

Auch im schlimmsten Fall, einem Atomschlag gegen die USA, wollten die Zuständigen über Rechnernetze handlungsfähig bleiben. Das größte Problem, vor dem die ARPA stand, waren die unterschiedlichen Sprachen der PCs – keiner arbeitete mit dem gleichen Betriebssystem. Und wo keine gemeinsame Sprache, da nur sehr eingeschränkte Kommunikation.

Wissenschaft liefert erste Vernetzungstechnik

Den Schlüssel zum Problem lieferte schließlich eine kleine Firma, die eine einheitliche Sprache entwickelte und auf diesem Weg unterschiedliche Universitäten über das Telefonnetzwerk verknüpfte. Das Ethernet war geboren. Hierbei sprachen sich die PCs direkt untereinander an und immer nur eine Anfrage konnte gleichzeitig über das Telefonnetz laufen. Um dies zu umgehen, entwickelte man die paketvermittelte Übertragungsweise. Wurden Daten in kleinen Häppchen versendet, konnten mehrere Rechner gleichzeitig miteinander kommunizieren.

Schnell erkannte man die Vorteile von verknüpften Rechnern und einer größeren Wissensdatenbank. Studenten und Dozenten begannen, Unis mit vernetzen Rechnern zu bevorzugen. Die damalige Technik war jedoch aufwendig und teuer. Aus diesem Grund wurde das Netzwerk überarbeitet, sodass in den 70er Jahren durch ein effektiveres Netzwerk ein US-weites Wissenschaftsnetz entstand.

Die gleiche Sprache für jeden Rechner

Immer wieder als schwierig erweisen sich die unterschiedlichen Sprachen der einzelnen Rechner. Das führte dazu, dass selbst innerhalb der USA nur 256 Rechner miteinander vernetzt waren. Um die Vernetzung zu vereinfachen, entwickelte man eine gemeinsame Internetsprache, die jeder Rechner beherrschen sollte. Im Jahr 1983 führte die DARPA das TCP/IP-Protokoll ein, mit welchem auch unsere heutigen Rechner noch kommunizieren. In Folge dieser Einführung etablierten sich mehrere voneinander unabhängige Rechnernetze.

Doch wie kam es nun zu dem heute global genutzten World Wide Web (www), ein System, das für Laien quasi synonym mit dem Internet ist? Um 1990 war es der englischer Physiker Tim Berners-Lee, der die bisher eingeschränkt genutzten PC-Vernetzungen für mehr Nutzer erreichbar machen wollte. Dazu entwickelte er das http-Protokoll und lud zahlreiche andere Wissenschaftler in sein www-Netz ein. Das http-Protokoll ermöglichte erstmalig eine einheitliche Sprache zwischen den Rechnern, wodurch ein reibungsloser Austausch stattfinden konnte und die PC-Vernetzung so auch für den Laien machbar wurde.

Übersetzer machen Internet laientauglich

Eine Hürde gab es freilich noch: Denn nicht jeder konnte http sprechen und lesen. Daher entwickelten Informatiker des National Center for Supercomputing Applications1993 den ersten Internetbrowser, welcher die Übersetzung von Texten und Bildern für den PC-Nutzer übernahm. Kurz darauf entwickelte man Verknüpfungsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Inhalten. Vorher musste man immer die genaue Adresse kennen, um an einen bestimmten Inhalt zu gelangen. Nun ging dies auch über Links. So wurde ein komfortables Springen von der einen zur anderen Seite möglich.

Das Internet – Aufschwung einer Technik

Wie es weiterging? PCs wurden immer häufiger und fluteten bald auch die Wohnungen von Privathaushalten. Auch das Internet erfuhr dadurch einen riesigen Aufschwung. Waren es um die Jahrtausendwende "nur" rund 17 Millionen Homepages, waren es bereits 2009 über 240 Millionen Websites und 2015 erreicht der Internetseiten-Ticker die erste Milliarde.

Das Internet hat sich von einem reinen Sicherheits- und Wissens-System zu einem unüberschaubar großen und vielseitigen Netzwerk –einer Mitmachplattform für jeden – entwickelt. Das hat natürlich riesige Vorteile und lässt Entfernungen zusammenschrumpfen. Aber auch Probleme sind entstanden: Hier sind die Internetverfügbarkeit für jeden, Sicherheitsprobleme gerade durch die zunehmende Vernetzung oder auch die zunehmende Gefahr der Internetsucht zu nennen.

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