Internet-Drosselung
DSL-Drosselung© Trueffelpix / Fotolia.com

Internet-Drosselung: Warum wird gedrosselt und wie?

Als die Telekom vor einiger Zeit plante, die DSL-Zugänge zu drosseln, hagelte es Proteste. Dennoch gab es die Drosselung im Festnetz schon vorher vereinzelt. Heute finden sich entsprechende Klauseln bei immer mehr Anbietern. Was steckt dahinter?

Ähnliche Themen

Der Begriff Internet-Drosselung oder DSL-Drosselung bezeichnet das Ausbremsen der Internetgeschwindigkeit, das greift, wenn man ein bestimmtes Datenvolumen versurft hat. Allgemein bekannt ist die Drosselung bei Mobilfunktarifen: Bei den Internettechniken via Funk gehört die Drosselung zum Alltag. Man zahlt für ein bestimmtes Inklusivvolumen. Überschreitet man dieses, wird die Surfgeschwindigkeit heruntergeschraubt. Zwar funktionieren einige Internetdienste hinterher noch, jedoch mit einem deutlich langsameren Tempo, wodurch surfen schnell nervenaufreibend werden kann.

Als 2013 zunächst die Telekom bekannt gab, eine Internet-Drosselung bei einem bestimmten Verbrauch einzurichten, ging ein großer Aufschrei durch ganz Deutschland. Es folgten der "Drosselkom" weitere Anbieter mit ähnlichen Plänen. Einige wurden zurückgezogen, andere abgemildert. Fakt ist, dass man bei einigen Anbietern mittlerweile Drossel-Klauseln findet.

So rechtfertigt man die Internet-Drosselung

Das Internet wird immer intensiver genutzt, das Datenvolumen steigt stetig an. Lag der deutschlandweite Jahresverbrauch 2006 noch bei 1,1 Milliarden Gigabyte, war er 2014 schon auf 9,3 Milliarden Gigabyte (9,3 Exabyte) angestiegen.

Mit diesem Datendurchsatz sind Kupferkabel, welche oft noch als Übertragungsmedium genutzt werden, überfordert: Je mehr Menschen gleichzeitig auf das Internet zugreifen möchten, desto langsamer wird die Übertragungsgeschwindigkeit. Um die Netze zu entlasten, setzt man im Mobilfunk schon länger auf eine Internet-Drosselung: So schränkt sich der Datendurchsatz automatisch ein. Auch bei DSL wird davon Gebrauch gemacht.

Auch der Fairness-Gedanke spielt eine Rolle: Kleine Datenpakete könnten günstiger sein, Intensivnutzer hingegen könnten zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Sonst finanziert der durchschnittliche Nutzer quasi Intensivsurfer mit.

Wie wird gedrosselt?

Nicht bei jedem Anbieter wird bei der Internet-Drosselung gleich verfahren. Wenn Begriffe wie "Fair-Use-Mechanik" nicht gleich in den Blick fallen, sollte man einen Blick in die Fußnoten werfen. So wird die Internetgeschwindigkeit mancher Tarife ab einem bestimmten Datenvolumen nur bei bestimmten Diensten gedrosselt. Einige Datendienste können viel Internetvolumen benötigen und sind daher im Drossel-Fokus der Internetanbieter. Dazu gehört beispielsweise Filesharing. Bei anderen Tarifen wird erst gedrosselt, wenn man mehrere Monate in Folge sein Volumen überschreitet.

Manche Provider haben außerdem neben der herkömmlichen DSL-Flatrate noch einen zusätzlichen, begrenzten DSL-Volumentarif im Angebot. Dabei wird die Verbindung jedoch nicht auf dermaßen geringe Geschwindigkeiten gedrosselt, wie es vom mobilen Internet bekannt ist, flüssiges Surfen ist meistens noch möglich. Solche Tarife gab es auch schon, bevor es ein großes Thema wurde. Sie werden besonders von Wenignutzern, die ein paar Euro sparen möchten, gerne angenommen.

Meist ist so viel Volumen inklusive, dass nur Intensivnutzer die Drosselung kennen lernen dürften. Angesichts der zunehmenden Nutzung könnte sich das aber durchaus ändern.

Zum Seitenanfang