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Großes DSL Optimierungs und Fehlerbehebungs Special: Teil 1 - Line-Optimierung

Großes DSL Optimierungs und Fehlerbehebungs Special: Teil 1 - Line-Optimierung

Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Hat man es endlich geschafft und sich einen Zugang zum vollmundig in der Werbung umworbenen Highspeed-Internet bei welchem Anbieter auch immer gesichert, kommt eines Tages der große Moment in dem man entweder jubelnd "Ich bin drin" ruft oder sich enttäuscht in den Stuhl fallen lässt weil entweder die Sync-Leuchte am DSL-Modem partout nicht auf grün springen will oder aus anderen unerfindlichen Gründen sich keine Verbindung zum Internet herstellen lässt.

Für die Glücklichen, bei denen der erste Fall eingetreten ist wollen wir heute im ersten Teil unseres zweiteiligen Specials ein paar Tipps zur Optimierung geben mit denen Sie „ihr“ DSL noch ein bisschen schneller machen können. Den Leidensgenossen, die einfach nicht „reinkommen“ geben wir morgen im zweiten Teil ein paar Hinweise an die Hand, wie's dann doch klappen könnte.

Tuning: Optimale Windows Einstellungswerte für alle DSL-Anbieter

Jeder möchte seinen DSL-Anschluss, wenn er ihn nun schon einmal hat, so gut optimieren wie es nur irgendwie geht. Die von Robert Schlabbach, dem Programmierer des PPP over Ethernet Protokolls RASPPPOE, oft empfohlenen Werte haben wir nun für dieses Optimierungs-Special einmal zusammengetragen. Vielen Nutzermeinungen nach zu urteilen soll die ADSL Performance mit diesem Treiber auch noch besser genutzt werden können, als mit anderen Lösungen. Das muss aber noch lange nicht heißen, dass diese Werte nur in Verbindung mit dem RASPPPOE-Treiber zu gebrauchen sind. Ganz im Gegenteil – diese Werte können für jeden Treiber und jeden DSL-Zugangsanbieter (z.B. Q-DSL, T-DSL, NGI-DSL) genutzt werden; Nachteile ergeben sich aus den Änderungen der Standard-Werte sicher nicht. Wir empfehlen zur Modifizierung der Einstellungen das Programm Dr. TCP. Es ist einfach zu bedienen und muss nicht umständlich installiert werden.

Erläuterung der verschiedenen Werte

Für uns von Bedeutung sind erst einmal nur MTU, Tcp Recieve Window und Window Scaling. MTU (Maximum Transfer Unit) bedeutet aus dem Englischen übersetzt „Maximale Übertragungseinheit“. Sie bestimmt, wie viele Datenbytes pro Paket übertragen werden. Während dem Einwahlvorgang wird ausgehandelt, welcher MTU-Wert beider Gegenstellen genutzt wird.
Die Größe des „TCP Receive Window“, auch RWIN abgekürzt, definiert die Menge der empfangenen Daten in [info]Byte[/info]s, die auf einmal während einer Verbindung gepuffert werden können, bevor der sendende [info]Server[/info] eine Empfangsbestätigung einholt. Auf sogenannte Faustformeln wie (MTU – 40) * 40 = RWIN sollte man nicht allzu viel Wert legen.

Das Window Scaling, auch Tcp1323Opts genannt, aktiviert überdies die Unterstützung von größeren TCP Fenstern wie in RFC 1323 beschrieben. Das Erhöhen des RWIN ohne Tcp1323Opts einzuschalten, macht daher wenig Sinn. Ohne diesen Parameter wird RWIN auf 64K beschränkt. Path MTU Discovery gemäß RFC 1191 sollte ebenfalls auf 1 (= aktiviert) stehen. In diesem Artikel können wir leider nicht erklären, warum diese Werte die optimalen Einstellungen sind, das würde den Rahmen des Specials sprengen.

Was bewirken andere Einstellungen?

Im Web sind derzeit auch viele andere Werte, wie beispielsweise PMTUDiscovery oder TTL im Umlauf. Ersteres ist generell auf den richtigen Wert voreingestellt und letzteres bewirkt nur sehr wenig oder oft überhaupt nichts. Es gibt auch Einstellungen von denen eher abzuraten ist, dazu gehört unter anderem die Time Stamping Funktion. Zudem geben DSL-Tests im Internet meist falsche Informationen aus, auf diese Geschwindigkeits-Tests sollte man sicht nicht unbedingt verlassen.

Für Windows 98 Second Edition Benutzer

Damit von der "Window Scaling"-Option unter Windows 98 SE auch profitiert wird, muss zusätzlich ein Vtcp.386 Bugfix von Microsoft heruntergeladen werden. Ohne diesen Bugfix machen obige Einstellungen keinen Sinn, da ansonsten Tcp1323Opts überhaupt nicht beachtet wird. Entgegen dem Hinweis auf den Seiten von Microsoft bewirkt dieser Patch unter der ersten Version von Windows 98 nichts – kann aber auch nicht schaden. Ohnehin sollte auf jedem Windows 98 SE System der NDIS-Bugfix installiert sein. Ist dieser Patch nicht installiert kommt es höchstwahrscheinlich zu Stockungen bei der Datenübertragung, beziehungsweise der Datendurchsatz lässt nach.

Eigenarten des Internet Explorers austreiben

Standardmäßig wird die Anzahl der gleichzeitigen Downloads pro Host oder Website durch den Internet Explorer auf zwei begrenzt. Mit dem bekanntenRegistry-Patch kann man die Menge der parallelen Downloads auf 10 erhöhen. Einfach downloaden und ausführen.

Stunde der Wahrheit

Nach einem anschließenden Neustart des Betriebssystems ergibt sich zufolge dieser lohnenswerten Tortur hoffentlich ein erfreuliches Ergebnis. Die Geschwindigkeit sollten Sie prüfen, indem Sie zur Probe einfach mal eine circa 13 MB große Testdatei auf dem Server von T-Online herunterladen und die Geschwindigkeit mittels Systemmonitor überprüfen. Nur der Systemmonitor von Windows zeigt Echtzeit-Übertragungsraten an, auf die Anzeige von Download-Managern oder der des Internet Explorers kann man sich nicht verlassen. Unter Windows 98 findet man den Systemmonitor meistens im Programme -> Zubehör -> Systemprogramme Menü, wer Windows 2000 benutzt, findet die dazugehörige Verknüpfung im Ordner „Verwaltung“.

Onlinekosten.de übernimmt keinerlei Haftung für jegliche Schäden, die durch die in diesem Artikel dargestellten Veränderungen am Computersystem des Nutzers entstehen. Alle Modifizierungen werden auf eigene Verantwortung des Nutzers durchgeführt.

Ein Bericht von Tobias Capangil und Carsten Deppermann

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