Fastpath
Schneckentempo© Heiko Barth / Fotolia.com

Fastpath - schnellere Reaktionszeiten an ADSL-Anschlüssen

Online-Gamer kämpfen bei ADSL-Internetanschlüssen oft mit hohen PING-Werten - die Latenz verdirbt den Spielspaß. Abhilfe schafft Fastpath durch Abschaltung von Interleaving. Auch Störungen bei der Internet-Telefonie werden unterdrückt. Wir erklären wie Fastpath funktioniert.

Eine bessere Reaktionszeit bei Online-Spielen oder weniger störende Echos bei Internet-Telefonaten über ADSL-Anschlüsse lassen sich durch Buchung der sogenannten Fastpath-Option beim eigenen Internetprovider erreichen. Die Latenz wird durch Einsatz von Fastpath verringert.

Fastpath: Nicht nur für Online-Gamer

Das Ergebnis sind in den meisten Fällen um mindestens 25 Millisekunden verbesserte Pings. Doch von diesen profitieren nicht nur Online-Gamer: Auch Webseiten, die zum Aufbau viele kurze Anfragen hintereinander benötigten, werden durch die verbesserte Reaktionszeit schneller dargestellt. SSH und X-Sessions unter Linux profitieren ebenfalls von der verringerten Latenzzeit.

So funktioniert Fastpath

Soweit so gut. Nur wie genau funktioniert Fastpath? Die ersten Schritte kann man sich ähnlich vorstellen, wie den Paketversand bei der Deutschen Post. Die Nutzdaten werden in Ethernet-Frames verpackt. Ethernet-Frames können bis zu 1.500 Byte Nutzdaten aufnehmen und transportieren neben diesen, solange sie dem IEEE-Standard folgen, Ziel- und Quellangaben. Neben diesen enthalten Ethernet-Frames 8 Bit große Steuerfelder, sowie eine Identifikationsnummer.

Im nächsten Schritt werden die Ethernet-Frames in sogenannte ATM-Zellen gepackt. Deren essentiellster Unterschied ist die feste Größe von 53 Bytes, wobei 5 Bytes für den Kopf (Header) gebraucht werden und somit noch 48 Byte für Nutzdaten übrig bleiben.

Von Checkbytes und Codewörtern

Im nächsten Schritt werden die ATM-Zellen in Reed-Solomon Codewörter zusammengefasst. Das besondere daran: Sie werden mit sogenannten Checkbyte ausgestattet, die sicherstellen sollen, dass etwaige beschädigte Daten erkannt und gegebenenfalls repariert werden können. Dabei gilt, dass bei einer Anzahl von R Checkbytes bis zu R falsche Bytes erkannt und bis zu R/2 falsche Bytes korrigiert werden können. Ohne Checkbytes würde diese Möglichkeit komplett entfallen.

Wozu noch Interleaving?

Bis hierhin unterscheidet sich ein Anschluss mit Fastpath, also abgeschaltetem Interleaving, nicht von einem "normalen" Anschluss mit aktiviertem Interleaving. Wozu noch Interleaving, wenn es doch bereits eine Fehlerkorrektur über die Checkbytes gibt? Die Antwort ist simpel: Sollte einmal eine größere Folge an Bits fehlerhaft sein, kann eine systematische Verschachtelung der Datenpakete die Wiederherstellungschancen erhöhen. Daher enthält ein "interleaved" DMT-Symbol je nach Interleaving-Tiefe mehrere unterschiedliche Datenpakete verschachtelt hintereinander. Bei Fastpath enthalten die DMT-Symbol jeweils nur ein Paket.

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