Ratgeber

Fastpath-Special: Detaillierte Funktionsweise und vorläufiges Fazit

Über den Nutzen von Fastpath haben wir eine Menge an Feedback erhalten, das wir Ihnen nicht vorenthalten wollen. Zusätzlich war uns DSL-Experte Robert Schlabbach, seines Zeichens Erfinder des RASPPPOE-Treibers, behilflich eine möglichst vereinfachte, schematische Darstellung der Funktionsweise von Fastpath zu erstellen.

Internet© Maxim Kazmin / Fotolia.com

Standardisiertes Verfahren

Das Verfahren bei der Fastpath-Bestellung ist denkbar einfach. Nach einer Online-Bestellung enthält man schrittweise bis zu drei Mails in denen über den jeweiligen Status der Bestellung informiert wird. Die letzte Mail enthalt dann den sogenannten Aktivierungs-Link, der Fatspath innerhalb von 24 Stunden freischaltet.

Das Resultat: Nicht nur für Online-Gamer

Das Ergenis sind in den meisten Fällen um mindestens 25 Millisekunden verbesserte Pings. Doch von diesen profitieren nicht nur Online-Gamer: Auch Webseiten, die zum Aufbau viele kurze Anfragen hintereinander benötigten, werden durch die verbesserte Reaktionszeit schneller dargestellt. SSH und X-Sessions unter Linux profitieren ebenfalls von der verringerten Latenzzeit.

Reden wir Tachales: So funktioniert Fastpath

Soweit so gut. Nur wie genau funktioniert Fastpath? Wir wollten es genau wissen uns haben uns mit Robert Schlabbach kurzgeschlossen. Da letzterer Ahnung hat, ist das, was nun folgt nichts für Technik-Hasser oder Muttersöhnchen, denn es ist pure DSL-Technik.

Vom Datenpaket zur ATM-Zelle

Die ersten Schritte kann man sich ähnlich vorstellen, wie den Paketversand bei der Deutschen Post. Die Nutzdaten werden in Ethernet-Frames verpackt. Ethernet-Frames können bis zu 1500 Byte Nutzdaten aufnehmen und transportieren neben diesen, solange sie dem IEEE-Standard folgen, Ziel- und Quellangaben. Neben diesen enthalten Ethernet-Frames 8 Bit große Steuerfelder, sowie eine Identifikationsnummer.

Im nächsten Schritt werden die Ethernet-Frames in sogenannte ATM-Zellen gepackt. Deren essentiellster Unterschied ist die feste Größe von 53 Bytes, wobei 5 Bytes für den Kopf (Header) gebraucht werden und somit noch 48 Byte für Nutzdaten übrig bleiben.

Von Checkbytes und Codewörtern

Im nächsten Schritt werden die ATM-Zellen in Reed-Solomon Codewörter zusammengefasst. Das besondere daran: Sie werden mit sogenannten Checkbyte ausgestattet, die sicherstellen sollen, dass etwaige beschädigte Daten erkannt und gegebenenfalls repariert werden können. Dabei gilt, dass bei einer Anzahl von R Checkbytes bis zu R falsche Bytes erkannt und bis zu R/2 falsche Bytes korrigiert werden können. Ohne Checkbytes würde diese Möglichkeit komplett entfallen.

Das große Finale

Bis hierhin unterscheidet sich ein Anschluss mit Fastpath, also abgeschaltetem Interleaving, nicht von einem "normalen" Anschluss mit aktiviertem Interleaving. Wozu noch Interleaving, wenn es doch bereits eine Fehlerkorrektur über die Checkbytes gibt? Die Antwort ist simpel: Sollte einmal eine größere Folge an Bits fehlerhaft sein, kann eine systematische Verschachtelung der Datenpakete die Wiederherstellungschancen erhöhen. Daher enthält ein "interleaved" DMT-Symbol je nach Interleaving-Tiefe mehrere unterschiedliche Datenpakete verschachtelt hintereinander. Bei Fastpath enthalten die DMT-Symbol jeweils nur ein Paket.

(Carsten Deppermann)

Weitere Infos zum Thema
Zum Seitenanfang