Online-Handel

Tipps & Tricks zu eBay: Sicher online verkaufen

Das Internet-Auktionshaus eBay hat sich vom wohl größten Online-Flohmarkt der Welt zur Verkaufsplattform für gewerbliche Händler gemausert. Unser Verkaufsratgeber gibt Tipps, wie auch Sie ihre gebrauchten Artikel sicher bei eBay verkaufen können.

eBay© eBay Inc.

Mittlerweile stellen Neuwaren zu Festpreisen die Mehrheit der angebotenen Artikel dar. Nichtsdestoweniger wechseln auch noch gebrauchte Artikel und Vintage-Schätze via eBay den Besitzer und der Verkauf von privat zu privat bleibt trotz eBay Kleinanzeigen auch auf der eigentlichen eBay-Website bestehen.

Risiken beim Verkauf bei eBay

Schneller, als viele Verkäufer glauben, kann ein falsches Wort in der Artikelbeschreibung, ein unfreundlicher Ton in einer E-Mail oder eine Versand-Verzögerung beim eBay-Handel Ärger bedeuten. Wenn es um das liebe Geld geht, verstehen die meisten Menschen keinen Spaß. Und in Zeiten, in denen nahezu alles online bestellt werden kann und viele Internethändler gegen einen Aufpreis bereits am nächsten Tag liefern, haben es die Käufer auch bei einem Privatgeschäft eilig mit dem Erhalt der Ware. Umso besser ist es, bereits vor dem Verkauf bei eBay einige Grundregeln zu beherzigen.

Artikel bei eBay wahrheitsgemäß beschreiben

Wer bereits selbst als Käufer bei eBay aktiv gewesen ist und einen gebrauchten Artikel erworben hat, der in natura in einem deutlich schlechteren Zustand als erwartet gewesen ist, der weiß, wie ärgerlich ein solches Geschäft ist. Im umgekehrten Fall bedeutet das, die eigenen Artikel so genau wie möglich und außerdem ehrlich zu beschreiben. Auch private Verkäufer sollten in ihren eBay-Auktionen auf möglicherweise vorhandene Gebrauchsspuren oder Fehler hinweisen und den Zustand des Artikels angeben - und zwar nicht versteckt, sondern offen. Ähnliches gilt, wenn sich der Artikel erst nach dem Eröffnen der Auktion plötzlich als defekt herausgestellt oder zwischenzeitlich kaputt oder verloren gegangen ist. In einem solchen Fall kann die Auktion vorzeitig beendet werden.

Besser ist es, im Zweifelsfall einige potenzielle Interessenten vom Bieten abzuhalten und einen geringeren Verkaufspreis hinzunehmen, dafür aber im Endeffekt einen reibungslosen Ablauf zu erhalten. Andernfalls könnte der Käufer im Nachhinein sehr enttäuscht sein und bei eBay Beschwerdemaßnahmen einleiten. Dann droht nicht nur eine negative Bewertung. Wer sich häufiger unehrlich zeigt und dadurch einen schlechten Ruf beziehungsweise ein schlechtes Bewertungsprofil erhält, der hat auf lange Sicht das Nachsehen. Denn wer möchte schon bei jemandem kaufen, der sich mehrfach als unzuverlässig erwiesen hat?

Was es bei Bildern zu beachten gibt

FotosAuch für Bilder im Netz gilt das Urheberrecht - machen Sie Fotos für eBay also besser selbst.© Sergio Dona / Fotolia.com

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte zudem einige Punkte bezüglich von Bildern in Auktionen beachten. Am besten ist es, selbst Fotos vom jeweiligen Artikel aufzunehmen. Einfach Bilder aus Auktionen anderer Mitglieder zu kopieren oder Fotos vom Hersteller zu verwenden, kann problematisch werden: Schlimmstenfalls wird damit gegen das Urheberrecht verstoßen und es flattert eine Abmahnung ins Haus.

Zuverlässigkeit ist nicht nur beim Artikelzustand, sondern auch beim Versand wichtig. Zunächst sollten sich die Versandkosten in einem akzeptablen Rahmen bewegen: Zwar können Verpackungskosten mit eingerechnet werden, ein heimliches Mitverdienen wird aber nicht gerne gesehen. Ebay hat daher schon lange Obergrenzen für Versandkosten und einzelne Versandarten wie eine Warensendung oder ein Paket festgelegt. Ein weiterer Punkt betrifft die Zeit bis zum Warenausgang. Beim Verkaufen bei eBay lässt sich ein Zeitrahmen angeben, in dem der Artikel versendet wird. Dieser sollte möglichst eingehalten werden, denn niemand möchte zu lange auf seine Ware warten. Dass der Versand erst nach Zahlungseingang erfolgt, ist selbstverständlich. Auf drängende Käufer, die Artikel besonders zügig benötigen und daher auf einen Versand bereits vor der Zahlungsgutschrift pochen, sollte man sich nicht unbedingt einlassen.

Problemfaktor Versand

Ebenfalls mit in den Punkt "Versand bei eBay" fällt die Frage nach der Haftung. Der Versender, egal ob Powerseller oder Privatverkäufer, ist dafür verantwortlich, dass die Ware unversehrt beim Käufer ankommt – allerdings mit Einschränkungen, die im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt sind. So gibt der private Verkäufer bei Übergabe einer Ware an einen Versender, zum Beispiel die Post, zwar grundsätzlich die Haftung an den Käufer ab. Bei Verlust einer Ware auf dem Postweg muss er jedoch beweisen können, dass er die Ware tatsächlich versendet hat.

GesetzDie Frage der Haftung beim Versand ist gesetzlich geregelt.© fotogestoeber / Fotolia.com

Nachweis bei versichertem Versand

Und genau hier liegt der Haken: Bei unversichertem Versand durch Brief oder Päckchen lässt sich dieser Beweis nur schwer erbringen. Ein Nachforschungsauftrag beim Versender kann zwar die nötigen Beweise liefern, dieser ist jedoch nicht immer erfolgreich. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, bietet einen versicherten Versand per DHL- oder Hermes-Paket an - auch für den Käufer ist das von Vorteil. Einen Nachweis zur Einlieferung gibt es außerdem beim Einschreiben, was sich aber natürlich nur für bestimmte Waren anbietet. So oder so: Hat der Käufer einen versicherten Versand gewählt und bezahlt, muss die Ware auch genau so verschickt werden.

Was tun, wenn es gar nicht erst soweit kommt, da der Käufer nicht bezahlt? Ebay ist eine öffentlich zugängliche Verkaufsplattform. Kein Wunder also, dass sich dort auch Bieter herumtreiben, die aus Langeweile oder Spontanität auf Artikel bieten, ohne diese wirklich kaufen zu wollen.

Spaßbieter und Zahlungsmuffel bei eBay

Aber auch andere Gründe wie Krankenhausaufenthalte oder Urlaube können dazu führen, dass der Käufer nicht bezahlt. Ohne direkte Kontaktaufnahme können bei ausbleibender Zahlung über eBay Zahlungserinnerungen verschickt werden. Zahlt der Käufer dann immer noch nicht, kann eine Meldung bei eBay erfolgen. Natürlich ist es auch möglich, direkt beim Bieter nachzufragen, eventuell hat er es nur vergessen. Wird trotzdem keine Einigung erreicht und meldet sich der Bieter nicht, kann der Verkäufer den Artikel dem Zweithöchstbietenden anbieten oder eine Gutschrift der Verkaufsprovision fordern. Eine erneute Einstellung ist kostenlos, der Käufer wird von eBay verwarnt. Weitere Informationen gibt es bei eBay unter dem Punkt "Probleme klären".

Negative Bewertung für unzuverlässige Bieter?

Wer einen unzuverlässigen Käufer entsprechend bewerten möchte, kann das bei eBay allerdings nicht mehr tun: Spaßbieter oder andere Zahlungsunwillige lassen sich mittlerweile nur noch positiv bewerten, aber nicht mehr mit einer negativen oder neutralen Bewertung "strafen". Zur Vorbeugung können während der laufenden Auktion Gebote von zwielichtigen Käufern gestrichen oder bestimmte Käufergruppen im Vorfeld über Mein eBay ausgeschlossen werden:

  • Käufer ohne PayPal-Konto
  • Käufer mit Verwarnungen wegen eines nicht bezahlten Artikels
  • Käufer in Ländern, in die der Verkäufe keine Ware verschickt
  • Käufer, für die Verstöße gegen eBay-Grundsätze gemeldet wurden
  • Käufer mit einem negativen Bewertungspunktestand
  • Käufer, die für mehrere eigene Artikel bieten und dann möglicherweise nicht dafür bezahlen

Aufgrund eines nichtbezahlten Artikels einen Anwalt einzuschalten, ist unnötig aufwendig und nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Zusätzliche Sicherheit bei besonders hochwertigen Artikeln oder Charity-Auktionen bietet die Funktion "Eingeschränkter Käuferkreis". Der Verkäufer kann in diesem Fall entscheiden, wer mitbieten darf und wer nicht.

Fazit: Ehrlich währt am längsten - auch bei eBay

Wer bei der Beschreibung seiner Artikel sorgfältig vorgeht, kann Streitigkeiten vorbeugen. Sicherheit gegen unzuverlässige Käufer schafft das Ausschließen vom Bieterkreis, sollten dennoch Probleme auftreten, hält eBay eine Reihe an Funktionen für Verkäufer bereit. Insgesamt sind Verkäufer besser vor zwielichtigen Käufern geschützt als umgekehrt.

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