Guide

Sicher bieten und kaufen bei eBay

Sicher, so manches Schnäppchen ist bei eBay zu haben - doch gilt auch hier der Satz: Billig kaufen kommt oft teuer. Sie wollen das schöne Angebot demnächst auch in Händen halten? Wir sagen Ihnen, was Sie auf den Auktionsseiten des Händlers zu beachten haben.

Internet© Picture-Factory / Fotolia.com

Tue im Netz nichts, was Du im echten Leben nicht auch tun würdest. Wer sich diesen Spruch zur Maxime macht, hat schon halb gewonnen. Würden Sie einem völlig Unbekannten an der Ecke 2.000 Euro in die Hand drücken, wenn er verspricht, dafür gleich mit einem nagelneuen Ferrari zurückzukommen? Wohl kaum. Leider verhalten sich viele eBayer noch immer so.

Stimmigkeit von Beschreibung und Bild

Lesen Sie zuerst die Auktionsbeschreibung und Preisangabe genau durch. Ist es wirklich das, was Sie wollen? Kann das Produkt wirklich so günstig sein? Häufig zieht ein zu kurzer Blick auf die Produktbeschreibung lange Anwaltsbriefe und Klagen nach sich. Und das angebliche Super-Schnäppchen entpuppt sich nur allzu oft als waschechter Betrugsversuch.

Oft lässt sich anhand des Bildes erkennen, in welcher Verfassung das Produkt ist. Die Informationen von Bild und Text sollten hierbei übereinstimmen. Was auf dem Bild bereits abgenutzt aussieht und im Text als Ware in "gutem Zustand" auftaucht, ist sicherlich auch nicht mehr neuwertig. Ist die Bildqualität sehr schlecht oder überhaupt kein Bild vorhanden, kann der Verkäufer nach einem Foto gefragt werden. Wer seine Ware an den Mann bringen möchte, sollte auch bereit sein, ein halbwegs akzeptables Foto anzufertigen. Selbiges gilt für getragene oder benutzte Artikel, zu denen nur ein Hersteller-Foto der Neuware veröffentlicht wird.

Wenn mehrere Artikel abgebildet sind, heißt es nicht, dass diese alle zur Auktion gehören. Oftmals nutzen Verkäufer einige Dinge nur zur Dekoration und schließen sie im Text vom Angebot aus. Daher genau darauf achten, was letztendlich verkauft wird!

Preis und Zahlungsmethode prüfen

Ein Blick auf die Zahlungsmethoden kann ebenfalls nicht schaden. Eine Vorauszahlung birgt natürlich gewisse Risiken: Wenn keine Ware kommt, ist das Geld erst einmal weg. Ebay empfiehlt daher das Zahlungssystem PayPal. Der Vorteil besteht im Käuferschutz: Sollte keine Ware eintreffen, kann der Kunde unter bestimmten Umständen das Geld zurückbekommen. Mit Vorsicht zu genießen sind Überweisungen über einen Bargeldtransfer-Dienst wie Western Union. Im Ernstfall sollte bei höheren Beträgen nach einer anderen Bezahlmöglichkeit gefragt werden. Je nach Anbieter sind Zahlungen auch per Kreditkarte, Nachnahme oder in bar bei einer Abholung möglich.

Versandkosten beachten

Einige Artikel werden aufgrund ihrer Beschaffenheit nur per Abholung angeboten, andere lassen sich problemlos versenden. Die Höhe der Versandkosten ist nicht unerheblich: Verlangt ein eBayer zum Beispiel 8 Euro für ein Post-Päckchen, verdient er sich heimlich ein paar Euro dazu. Ein kleiner Aufschlag auf die geltenden Preise lässt sich mit Verpackungs- und Handlingskosten begründen, zu hoch sollte dieser aber nicht ausfallen.

Wie sicher ist der Versand? Bei einem unversicherten Versand muss sich der Käufer auf die Ehrlichkeit des Verkäufers verlassen. Am sichersten ist der versicherte Versand per Paket oder Einschreiben. Nur dann erhält der Verkäufer einen Beleg darüber, dass er die Ware auch tatsächlich abgeschickt hat. Da jedes Paket eine Nummer erhält, lässt sich außerdem der Lieferungsstatus beim Transport-Dienstleister nachverfolgen. Sollte ein versicherter Versand nicht Bestandteil der Aktion sein, lohnt sich eine Nachfrage beim Verkäufer.

Selbstschutz bei eBay

eBay kann süchtig machen – davon leben eBay und Verkäufer. Nur allzu oft "versteigern" sich Käufer im Biet-Rausch. Und zahlen am Ende mehr als im Laden um die Ecke. Lassen Sie sich nicht in Biet-Kämpfe verwickeln. Nicht selten fixieren sich Käufer auf eine Auktion, obwohl die gleiche Ware in anderen Auktionen weitaus billiger gegeben hätte. Setzen Sie sich auf jeden Fall ein klares Limit: einen Preis, den Sie für die Ware zu zahlen bereit sind. Und halten Sie sich daran.

Hier finden Sie weitere Tipps, die Ihnen verraten können, ob ein eBay-Verkäufer seriös ist.

  • Das eBay-Profil checken

    Die Kommentare und Bewertungen der einzelnen Käufer/Verkäufer geben Aufschluss, was genau mit diesem Vertragspartner besonders oder weniger gut geklappt hat. Sind die Kommentare nicht einzusehen, hat der ID-Card-Inhaber sein Profil auf "privat" gestellt. Er will also nicht, dass man sieht, was über ihn geschrieben wurde. Das verheißt selten Gutes. Deshalb ist solchen eBayern mit größter Skepsis zu begegnen. Ebenfalls skeptisch sollten Sie gegenüber Anbietern oder Bietern sein, deren positive Bewertungsquote unter 97% gerutscht ist. Die Quote können Sie bei jedem Angebot des Verkäufers einsehen.

    Vorsicht: Auch Zahlen können lügen! Immer häufiger kommt es vor, dass Betrüger Ihre ID-Karten mit positiven Bewertungen anfüttern, um Ihr Vertrauen zu erringen. Wie das funktioniert? Die Betrüger verkaufen für eine geraume Zeit viele Billigartikel, liefern schnell und ohne Grund zur Kritik. Das sorgt für viele positive Bewertungen und meist ein einwandfreies Bewertungskonto.

    Überprüfen Sie im Mitgliedsprofil auch, seit wann der Verkäufer eBay-Mitglied ist. Das soll keine Angst vor Neulingen schüren – doch ein alter Hase ist manchmal besser als ein junger Hüpfer.

  • Andere eBay-Auktionen checken

    Auf der Auktionsseite sollte ein Mausklick auf den Link "Andere Auktionen anzeigen" gehen. Hier gewinnen Sie einen ersten Überblick über die eBay-Tätigkeiten Ihres Verkäufers: über sein Warenangebot, die Startpreise sowie die Auktionslaufzeiten. Vorsicht bei unglaublich niedrigem Startpreis und sehr kurzer Auktionslaufzeit – hier könnte ein Nepper lauern.

    Die Masse macht’s: Viele Betrüger machen sich nicht die Mühe, für jede ihrer Abzocke-Auktionen selbst eine Beschreibung anzufertigen. Daher kopieren Sie die Beschreibungen von anderen eBay-Verkäufern. Vorsicht also, wenn die Auktionen Ihres Verkäufers in Stil und Gestaltung allesamt unterschiedlich sind.

  • Netz-Check - Infos per Suchmaschine

    Die Welt ist groß – doch das Netz ist klein. Nutzen Sie das Internet, um mehr über Ihren Vertragspartner herauszufinden. Man glaubt kaum, wer sich dort überall herumtreibt und schon virtuell verewigt hat.

    Geben Sie bei Suchmaschinen den Namen, Firmennamen und den eBay-Namen des Verkäufers ein. Vergessen Sie nicht, den vollen Namen in Anführungszeichen zu setzen, um genaue Ergebnisse zu bekommen. Sollten Sie zu viele Einträge erhalten, können Sie auch Real- und Nickname in Verbindung mit dem Wohnort des Verkäufers eingeben – das schränkt das Ergebnis um Einiges ein.

    Durchsuchen Sie auch die einschlägigen Informationsseiten und Foren über Betrüger, Nepper und Bauernfänger. Prüfen Sie, ob Ihr Verkäufer dort bereits am Pranger steht. Ein Blick ins eBay-Sicherheitsforum lohnt ebenfalls. Dort können Sie auch weitere Fragen über Ihren Verkäufer stellen.

  • Adress-Check: Sag mir, wo Du wohnst...

    Bei eBay sitzt Ihnen der Vertragspartner nicht gegenüber. Dass die Geschäfte dort rein virtuell stattfinden, mag für viele ein Vorteil sein: Es geht schnell und ohne viel Aufwand. Doch es birgt auch Gefahren: Auf Anhieb können Sie nicht sagen, ob Ihr Vertragspartner wirklich existiert – zumindest nicht unter dem angegebenen Namen und der Adresse.

    Abhilfe und Sicherheit schafft oft ein Blick ins Telefonbuch. Lassen Sie sich vom Verkäufer seine Telefonnummer geben, am besten seinen Festnetzanschluss. Schlagen Sie nach: Stimmen Name, Adresse und Telefonnummer überein? - Dann sind Sie schon einen Schritt weiter. Bei Fragen rufen Sie den Verkäufer getrost an. Er soll ruhig merken, dass Sie ihn abtasten wollen - schließlich hat er ja nichts zu verbergen.

  • Impressum-Check: Seriöser Anbieter?

    Betreiber von Websites sind per Gesetz dazu verpflichtet, auf ihren Seiten auch ein Impressum zu führen. Das Teledienstegesetz sieht dabei detaillierte Angaben vor, beispielsweise zu Name, Anschrift, Niederlassung oder Vertretungsberechtigten. Daten, die eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme und unmittelbare Kommunikation mit dem Betreiber ermöglichen (also zum Beispiel die E-Mail-Adresse) dürfen ebenso wenig fehlen wie Handels-, Vereins- oder Partnerschaftsregisternummer. Auch die Information, zu welcher Kammer der Diensteanbieter gehört, gehört ins Impressum.

    Fehlen derlei Angaben, kann die Ordnungswidrigkeit mit einer empfindlichen Geldbuße belangt werden. Somit gilt es, die Informationen des Verkäufers gründlich zu prüfen. Zum Einen kann die Anschrift und Telefonnummer per Telefonbuch geprüft werden. Auskünfte zu einer Handelsregisternummer gibt das jeweilige Amtsgericht. Wer also den Standort eines Verkäufers kennt, kann dort die Nummer prüfen lassen – meist für ein geringes Entgelt.

    Die Umsatzsteueridentifikationsnummer – kurz Umsatzsteuer-ID – führt jeder selbstständige Unternehmer und kann darüber zweifelsfrei vom Finanzamt identifiziert werden. Spätestens auf der Rechnung des eBay-Verkäufers sollte diese Nummer auftauchen. Selbstständiger Flohmarkthändler bei eBay

    Wichtig dabei ist allerdings, dass eBay-Händler nicht unbedingt unternehmerisch tätig sein müssen. Viele verkaufen als Privatleute nebenbei Waren bei eBay und können viele der erwünschten Daten gar nicht erbringen. Es bleibt also dabei, dass ein eBay-Einkauf eine Frage des Vertrauens ist. Sollte sich ein Anbieter aber als Firma ausgeben, müssen diese Regeln strikt befolgt werden.

  • Firmen-Check: Sag mir, was Du bist...

    Tritt der Verkäufer als Firma auf, lohnt stets ein zweiter Blick. Oft versuchen Betrüger mehr zu sein als sie wirklich sind – um sich Ihr Vertrauen zu erschleichen. Da entpuppt sich eine angeblich große GmbH als Ein-Mann-Klitsche mit Profilneurose.

    Wer gewerblich bei eBay verkauft, hat bestimmte gesetzliche Informationspflichten. Das bestimmen Fernabsatzgesetz sowie die eBay-AGB. Danach müssen Name und ladungsfähige Anschrift des Verkäufers schon in der Artikelbeschreibung stehen. Phantasie-Bezeichnungen wie "ABC-Fotohandel" sind nur bei einer "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" (GmbH) erlaubt. Einzelunternehmungen, Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR) oder Kleingewerbetreibende müssen unter Namensnennung des Inhabers auftreten – dazu sind sie gesetzlich verpflichtet.

    Gibt der Verkäufer bei eBay oder auf seiner Website eine Handelsregister-Nummer an, ist das schon ein gutes Zeichen – doch auch hier wird manchmal schamlos getrickst. Ob die Firma wirklich im Handelsregister eingetragen ist, können Sie zum Beispiel auf den Seiten der GBI prüfen. Das Ergebnis zeigt, ob Firmenname und HRB-Nummer real oder nur dem Kopf des betrügerischen Verkäufers entsprungen sind. Zur Not hilft Ihnen auch ein Anruf beim örtlichen Registergericht.

    Eine ähnliche Täuschungsnummer versuchen viele Verkäufer auch mit der Steuernummer. Diese führen in der Regel nur Betriebe mit einem entsprechend hohen Umsatz. Oft wird versucht, sich mit einer erdachten Steuer-ID größer zu machen als man wirklich ist. Die ID können Sie ganz einfach auf den Steuer und Zollseiten der Europäischen Kommission prüfen.

Weitere Infos zum Thema
Zum Seitenanfang