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eBay-Alternativen - Keine Lust mehr auf eBay?

Wohin mit altem Krempel, Fehlkäufen oder ausrangierter Kleidung? eBay - so lautete früher die Standardantwort. Aber das Auktionshaus ist nicht die einzige Möglichkeit. Wo kann ich außerhalb von eBay im Internet Artikel loswerden oder günstig Waren bekommen?

Online-Shopping© WavebreakMediaMicro / Fotolia.com

Auch jetzt landen sicherlich noch viele gebrauchte Waren - wenn nicht auf dem Flohmarkt - im größten Online-Auktionshaus, allerdings steigt mit der Verkaufsprovision auch die Unzufriedenheit bei denen, die eBay wohl zu dem gemacht haben, was es heute ist: den Verkäufern. Auf der anderen Seite bietet eBay immerhin Privat-Verkäufern die Möglichkeit, eine bestimmte Anzahl von Artikeln kostenlos einzustellen, sofern diese zu einem Startpreis von einem Euro oder für einen Festpreis angeboten werden. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf alternative Plattformen.

Online-Auktionshaus Hood

Ein erster Schritt ist die Suche nach anderen Auktionshäusern. Neben dem Platzhirschen eBay wirken allerdings viele Websites deutlich kleiner, die Zahl der Auktionen in den einzelnen Kategorien fällt entsprechend geringer aus. Hood.de schlägt aber aus der Reihe. Nach eigenen Angaben ist die Website einer der größten Online-Marktplätze Deutschlands und zählt mehr als 1,5 Millionen Nutzer. Die im Vergleich zur Nummer 1 geringeren Nutzerzahlen haben Vor- und Nachteile: Bei Hood ist es für Käufer vielleicht einfacher, ein Schnäppchen zu ergattern, im Gegenzug tritt das eigene Angebot aber deutlich weniger möglichen Käufern unter die Augen.

Der wohl größte Unterschied und gleichzeitig der Vorteil beider Plattformen ist der Verzicht auf Angebotsgebühren und die Verkaufsprovision. Je nach Startpreis kann eine eBay-Auktion für den Verkäufer schon ganz schön teuer werden. Zusatzoptionen wie Fettschrift & Co. erfordern aber auch bei Hood eine Gebühr.

Ankaufdienste, Tauschbörsen und Kleinanzeigen

Auch beim Online-Händler Amazon gibt es gebrauchte Waren zu kaufen. Zu finden sind diese direkt über die Artikelseite, allerdings sollten Interessierte unbedingt die Preise vergleichen. Oftmals ist die Neuware bei Amazon kaum oder nicht teurer, da für gebrauchte Waren Versandkosten anfallen, für neue je nach Preis oder Kategorie nicht. Im umgekehrten Fall kann man dort auch gebrauchte Waren loswerden - falls man sie bei Amazon gekauft hat.

AmazonAuch bei Amazon gibts Gebrauchtes.© Amazon

Mit Amazon Trade-In bietet der Online-Händler zudem ein Eintauschprogramm für Bücher und Spiele an. Das Prinzip ist unkompliziert: Titel einscannen, kostenfrei an Amazon senden und das Geld erhalten. Ähnliche Dienste zum Ankauf gebrauchter Bücher und anderer Medien sind momox und reBuy. Weitere Informationen dazu finden sich in unserem umfangreichen Artikel Amazon, momox, reBuy: Ankaufdienste im Vergleich. Der Vorteil solcher Dienste: Private Verkäufer können ihre alten Schätze deutlich schneller und mit weniger Aufwand zu Geld machen als über eBay-Auktionen. Unter Umständen fällt aber die Ausbeute geringer aus.

Revival der Kleinanzeigen

Ein Revival erleben auch die guten, alten Kleinanzeigen. Gerade bei sperrigen Waren wie Kühlschränken oder Musikinstrumenten ist eine persönliche Abholung oft interessanter als eine teure Versendung. Auch eBay mischt dort mit: Die eBay Kleinanzeigen erlauben Verkäufern, ihre Sachen kostenlos zu inserieren. Die Registrierung erfordert einfach per E-Mail-Adresse. Dies alles trifft auch auf die Kleinanzeigen bei Quoka und Kalaydo zu.

Tausch-Angebote im Internet

Eine weitere Möglichkeit sind Online-Tauschbörsen, bei denen die Mitglieder nicht mehr benötigte Produkte gegen andere Waren oder Punkte eintauschen können. Auf Medien wie Computerspiele, DVDs und CDs sowie Bücher und Hörbücher hat sich Hitflip spezialisiert. Getauscht wird hier gegen sogenannte Flips, für die sich der Kunde später Waren aussuchen kann. Auch der Preis für die angebotenen Artikel muss der Nutzer dementsprechend in Flips festlegen. Reichen die gesammelten Punkte für den gewünschten Artikel nicht aus, kann das Hitflip-Mitglied Flips nachkaufen. Der Nachteil: eine Auszahlung ist nicht möglich. Gibt es den gewünschten Artikel nicht, heißt es Warten. Die Registrierung und das Anbieten sind kostenlos, wer schlussendlich einen Artikel bezieht, bezahlt je nach Kategorie 0,99 oder 1,99 Euro pro Stück. Das Angebot von Hitflip ist durchaus umfangreich.

Auch andere Tausch-Websites setzen auf virtuelle Währungen. In eine ähnliche Kerbe wie Hitflip schlägt tauschticket.de, in dessen Angebot sich ebenfalls Bücher, Filme, Musik und Spiele tummeln. Je nach Rubrik ist der Angebotsumfang größer oder kleiner als bei Hitflip. Tauschticket bietet seine Währung, die Tickets, aber nicht zum Kauf an: Artikel kaufen kann also nur, wer durch vorherige Verkäufe genügend angesammelt hat. Auch balu.de konzentriert sich auf Bücher und Games. Kosten entstehen nur für den Interessenten, der einen Artikel anfordert.

Kleiderkreisel: Kleidung kaufen, verkaufen oder tauschen

Wer gebrauchte Kleidung anzubieten hat oder selbst auf der Suche nach einem Schnäppchen oder interessanten Vintage-Stück ist, der könnte bei Kleiderkreisel fündig werden. Die Website bezeichnet sich selbst als "kostenlosen Online-Flohmarkt" - und die Beschreibung ist treffend. Die Registrierung ist kostenlos, das Anbieten von Artikeln ebenso und es fallen auch keinerlei Verkaufsprovisionen an. Zudem ist der Handel weniger streng als bei eBay und läuft zwischen den privaten Nutzern untereinander ab. Ob ein Artikel nur per Kauf zu erwerben ist oder aber auch gegen einen anderen eingetauscht werden kann, lässt sich beim Einstellen der Ware festlegen. Die Kreisler und Kreislerinnen sammeln ihre loszuwerdenden Artikel im "Katalog", der Fundus der anderen lässt sich so von Tauschwilligen durchstöbern. Gerne wird auch über die Preise verhandelt, die Kommunikation läuft dann über die integrierte Mail-Funktion ab. Ein großer Teil von Kleiderkreisel ist die eigene Community, in der aktiv geplaudert wird.

Mobile Apps machen das Anbieten von Artikeln noch leichter. Die größeren Freiheiten bedeuten im Umkehrschluss aber auch, dass weniger Sicherheitsmechanismen als bei eBay greifen. Zahlen kann man per PayPal, aber auch per Banküberweisung, womit die Bankdaten per Mail herausgeschickt werden müssen. Wer seine gekaufte Ware nach der Zahlung nicht erhält, kann eine Nachfrist setzen und im Ernstfall eine schlechte Bewertung abgeben, es dürfte aber schwer werden, das Geld zurückzubekommen. Daher empfiehlt es sich, schon vor dem Kauf auf das Bewertungsprofil der Nutzer zu schauen und durch E-Mail-Abfragen zu prüfen, wie schnell und seriös die Verkäufern oder der Verkäufer auf Fragen reagiert.

Glücks-Auktionen, Shoppingclubs und Datenschutz

Aufmerksamkeit bekommen auch die sogenannten Shoppingclubs wie Brands4friends.de oder BuyVip.com mit reduzierten Neuwaren, die einen vermeintlich limitierten Zugang, eine begrenzte Gültigkeit der Angebote und hohe Preisnachlässe koppeln – das weckt den Kaufimpuls. Aber auch hier gilt: unbedingt die Preise mit Ergebnissen von Preissuchmaschinen vergleichen. Die hohen Prozente, mit denen geworben wird, lassen sich oftmals nicht nachvollziehen, schließlich verkaufen auch andere Händler ihre Waren nicht zum ehemaligen UVP. Dennoch kann sich ein Einkauf lohnen, gerade bei Kleidung. Der Wermutstropfen ist die lange Versandzeit von mindestens zwei Wochen, viele Anbieter erheben außerdem zum Beispiel für das Einkaufen von Produkten unterschiedlicher Aktionen zusätzliche Versandkosten. Diese entfallen nur ab und zu als Sonderaktion: Dann fasst der Shop sämtliche Artikel zu einer Bestellung zusammen.

Weniger empfehlenswert: Alternative Bietmethoden

Mit günstigen Preisen - wie ein MacBook Air für ein paar Euro - werben auch diejenigen Anbieter, die eine andere Art der Rückwärtsauktion oder neuartige Bietmethoden verwenden. Sie nennen sich DealStreet, CrazyHammer, Swoopo, luupo, Snipster, Rabattschlacht oder Hammerdeal und halten die Bieter mit Sportsgeist bei der Stange. So soll der Preis mit jedem Gebot weiter sinken oder derjenige mit dem niedrigsten, alleinigen Gebot den Zuschlag halten. Dies alles animiert zur Gebotsabgabe – die natürlich kostenpflichtig ist. Wer 30 Mal für 50 Cent pro Gebot auf eine Kaffeemaschine bietet, wird dort kaum noch ein Schnäppchen machen können. Bevor der Zeigefinger in Richtung Gebots-Button zuckt: unbedingt die Konditionen genau überprüfen und einkalkulieren, dass das Glück mitspielen muss. Auch die Verbraucherschützer sehen die erfinderischen Auktionen eher als Glücksspiel denn als Instrument zur Schnäppchenjagd an.

AGB© Wilm Ihlenfeld / Fotolia.com

Nicht vergessen: Sind die Daten sicher?

Ob nun Auktionshaus, Tauschbörse oder Shoppingclub – vor der Registrierung und Nutzung sollten sich Interessenten in jedem Fall die AGB genau durchlesen und darauf achten, welche persönlichen Daten zu welchem Zweck erhoben werden. Daten sollten außerdem über eine per SSL verschlüsselte Verbindung übertragen werden – zu erkennen am https-Protokoll. Insbesondere bei Bankdaten ist dies zu empfehlen. Einige Betreiber arbeiten vielleicht mit Partnerunternehmen zusammen, deren Angebote und Newsletter man dann erhält - möchte man das nicht, hilft manchmal nur das nachträgliche Abmelden oder der Widerspruch per Mail.

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