DSL
Router© Val Thoermer / Fotolia.com

DSL: Der Klassiker in Sachen Breitband-Internet

Der Begriff DSL steht für die schnelle Übertragung von Daten über die Telefonleitung. DSL ist in Deutschland die am weitesten verbreitete Technik für den terrestrischen Breitbandanschluss. Doch zunehmend werden für Verbraucher auch Alternativen interessant.

Die Abkürzung "DSL" kommt aus der englischen Sprache und heißt vollständig "Digital Subscriber Line". Auf Deutsch könnte das in etwa mit "digitaler Teilnehmeranschluss" übersetzt werden. In den meisten Fällen werden dafür die existierenden Telefonleitungen genutzt. Durch diese können zwar theoretisch Daten mit bis zu 1.000 Mbit/s übertragen werden, in der Praxis erreicht jedoch VDSL (sehr schnelles DSL) in Kombination mit Vectoring maximal 100 Mbit/s. Die höhere Geschwindigkeit von DSL im Vergleich zu einem analogen Anschluss kommt dadurch zustande, dass ein wesentlich breiterer Frequenzbereich zur Übertragung genutzt wird als bei den analogen Signalen.

Warum DSL immer leistungsfähiger werden muss

Die Nutzung des Internets wächst rapide und damit auch die Anforderungen an den Anschluss. Neue und anspruchsvolle Einsatzmöglichkeiten verlangen eine entsprechend leistungsfähige Internetverbindung. Dazu gehören unter anderem Online-Spiele, Videochats, die Übertragung von TV und Radio über das Internet oder auch Videos auf Abruf (VoD), die bei Bedarf über das Internet abgerufen und auf dem PC oder internetfähigen Fernsehgerät angesehen werden können. Allen diesen Anwendungen ist gemeinsam, dass sie nur funktionieren können, wenn eine große Menge von Daten in kurzer Zeit übertragen werden können. Dafür ist ein DSL-Anschluss oder eine andere breitbandige Alternative eine unabdingbare Voraussetzung.

Wie verbreitet ist DSL in Deutschland?

Laut den Angaben der Netzbetreiber wächst die Zahl der Kunden mit einem Festnetz-Breitbandanschluss wieder an, nachdem er seit geraumer Zeit stagnierte bzw. sogar rückläufig war. Insgesamt gab es Mitte 2016 fast 29 Millionen Verträge über einen Breitbandanschluss im Festnetz. Der Anteil von klassischem DSL stagniert dabei oder ist sogar rückläufig. Insbesondere die Telekom und Vodafone verloren im Bereich DSL viele Kunden, während andere Anbieter Zuwachs verzeichnen konnten. Die wachsende Zahl der Breitbandanschlüsse beruht im Wesentlichen auf Alternativen zum DSL-Anschluss.

Welche Alternativen zu DSL gibt es?

Das stärkste Wachstum weisen Anbieter von Internet über Kabel auf. Diese nutzen ihr Netzwerk mehr und mehr, um damit auch Daten aus dem Internet zu übertragen. In diesem Fall läuft der Zugang nicht mehr über die Telefonsteckdose, sondern über den TV-Anschluss.

Weitaus weniger verbreitet, weil teurer und aufwändiger zu realisieren, ist schnelles Internet via Satellit. Dafür funktioniert es praktisch überall. In manchen Regionen stellt auch mobiles Internet via LTE eine Alternative dar. Es gibt spezielle Router mit SIM-Karte, die den Mobilfunkstandard LTE empfangen und das Signal an Endgeräte im Haus weiterleiten. Die Übertragungsraten bei LTE Advanced liegen gegenwärtig bei maximal 300 Mbit/s und sind somit noch einmal deutlich schneller als VDSL. Glasfaser-Anschlüsse bis ins Haus sind ebenfalls eine Technologie, in der einige Anbieter viel Potenzial sehen. In Deutschland sind solche FTTH-Anschlüsse aber noch nicht sehr weit verbreitet.

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