Digitale Dividende
Funkmast© jomar / Fotolia.com

Digitale Dividende: Mobiles Internet über Rundfunkfrequenzen

Als Digitale Dividende werden die durch den Umstieg von analogem auf digitalen Rundfunk freigewordenen Funkfrequenzen bezeichnet. In Frequenzauktionen 2010 und 2015 sicherten sich die Mobilfunknetzbetreiber für Milliardenbeträge jeweils Frequenzbereiche für den Ausbau von LTE und mobilem Internet.

Die Digitalisierung der TV- und Radiosender schreitet voran. Im Zuge der Umstellung von analoger auf digitale Rundfunktechnik wurden bislang von den Rundfunksendern genutzte Rundfunkfrequenzen frei, da die digitalen Sender weniger Bandbreite benötigen. Der UHF-Frequenzbereich zwischen 470 und 862 Megahertz (MHz) wird nicht mehr im ganzen Umfang von den Fernsehsendern genutzt. Der Frequenzblock wird auch "Digitale Dividende" genannt, der nun für andere Anwendungen wie mobiles Internet zur Verfügung steht.

Freie Frequenzen für Mobilfunk

Auf der World Radiocommunication Conference (WRC) im Jahr 2007 wurde beschlossen die oberen Kanäle 61 bis 69 beziehungsweise den Frequenzbereich von 790 bis 862 MHz ab 2015 weltweit zur Nutzung durch den Mobilfunk zur Verfügung zu stellen. Die deutsche Bundesregierung hat im Frühjahr 2009 entschieden, diesen Frequenzblock für breitbandige Mobilfunkanwendungen zu öffnen. Damit könnten dann auch ländliche Gebiete schnellere Internetzugänge per Funk erhalten.

Vergabe der Frequenzen per Auktion

Im Mai 2010 ging eine Versteigerung von Frequenzen in einzelnen Frequenzblöcken zu Ende, erlöst wurden knapp 4,4 Milliarden Euro. Alle großen Mobilfunknetzbetreiber, damals neben der Deutschen Telekom, Vodafone, Telefónica auch E-Plus, hatten mitgeboten und konnten sich Frequenzen sichern. Damit konnte der breitflächige Ausbau von Long Term Evolution (LTE) beginnen. Der schnelle Mobilfunkstandard LTE wird bereits in zahlreichen deutschen Regionen von den Mobilfunknetzbetreibern angeboten. LTE ermöglicht theoretisch Bandbreiten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde (Mbit/s).

Im Juni 2015 erbrachte die Versteigerung weiterer Funkfrequenzen, darunter auch der sogenannten Digitalen Dividende II im Bereich von 700 MHz, insgesamt Erlöse von rund 5,1 Milliarden Euro. Erneut konnten sich die Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland Frequenzen sichern.

Zum Seitenanfang