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Die Pest des E-Mail-Spam - Tipps und Tricks Teil 2

Sie werben für Potenzpillen und dubiose Kredite und verstopfen auf der ganzen Welt die E-Mail-Postfächer: Spam-Mails machen nach unterschiedlichen Berechnungen inzwischen zwei Drittel bis drei Viertel aller E-Mail-Sendungen aus. Es gibt aber auch einige Möglichkeiten, wie sich der private Internetnutzer schützen kann.

Spam© Marjan Veljanoski / Fotolia.com
Sie werben für Potenzpillen und dubiose Kredite und verstopfen auf der ganzen Welt die E-Mail-Postfächer: Spam-Mails machen nach unterschiedlichen Berechnungen inzwischen zwei Drittel bis drei Viertel aller E-Mail-Sendungen aus. Bereits vor einem Monat berichteten wir, wie die IT-Industrie den unerwünschten Werbe-Nachrichten in Zukunft ein Schnippchen schlagen möchte, es gibt aber auch einige Möglichkeiten, wie sich der private Internetnutzer schützen kann. E-Mail-Adresse geheim halten

Grundregel Nummer eins ist im heutigen Internetzeitalter, mit der persönlichen E-Mail-Adresse behutsam umzugehen. Spammer schicken elektronische Suchroboter aus, die das Netz systematisch nach Adressen durchforsten. Wer also seine E-Mail-Adresse auf der eigenen Homepage, in Diskussionsforen oder auch in Gästebüchern hinterlässt, darf sich nicht wundern, wenn das eigene Postfach schon bald mit Werbung überflutet wird.

Zweitadresse einrichten

In diesem Zusammenhang ist es ratsam, Zweitpostfächer einzurichten – etwas bei einem der zahlreichen Freemail-Anbieter. Eine Alternative sind Wegwerfadressen. Hierunter versteht man E-Mail-Adressen, die nur kurzzeitig funktionieren. Sie leiten vorübergehend die elektronische Post an die Hauptadresse weiter, danach wird die Zweitadresse gelöscht – möglicherweise an diese Adresse gesendeter Spam läuft ins Leere. Ein Anbieter, der einen solchen Dienst anbietet finden Sie unter www.spamgourmet.com.

Adresse tarnen

Wer seine private Adresse im Internet angeben muss, hat die Möglichkeit, diese geschickt zu tarnen. Statt dem klassischen Name@abc.de, wäre es beispielsweise eine Idee „Name (at) abc.de“ anzugeben. Internetnutzer werden diese Schreibweise verstehen, Suchroboter hingegen verstehen sie nicht ohne weiteres.

Nie auf Spam antworten

Sollten Sie bereits Opfer einer Spam-Attacke geworden sein, gilt als oberstes Gebot: Auf keinen Fall antworten! Unseriöse Werbe-E-Mails bieten zuweilen die Möglichkeit, durch eine Antwort von künftigen Sendungen verschont zu bleiben. Wer aber eine entsprechende Nachricht abschickt, zeigt den Spammern vor allem, dass diese Adresse regelmäßig genutzt wird. Folge: Statt weniger Spam erhält man umso mehr unerwünschte Nachrichten.

Spamfilter-Einsatz

Wenn gar nichts mehr hilft und das eigene Postfach bereits unter der Zustellung zahlreicher Spam-Mails zusammenbricht, bleibt der Einsatz eines Spamfilters. Das ist ein Programm, das Werbenachrichten aus der elektronischen Post herausfiltern kann. Dabei ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass auch erwünschte Mails im Spam-Mülleimer landen – Kontrolle ist also angesagt. Die Anbieter kostenloser Mailadressen wie GMX, Yahoo oder web.de bieten Spam-Filter als Gratis-Grundschutz an. Fortgeschrittene können sich zum Beispiel unter www.spampal.de ein Anti-Spam-Programm besorgen, das sie nach eigenen Wünschen erweitern und umgestalten können.

Lohnendes Geschäft?!

Weltweit gibt es laut Schätzungen rund 200 professionelle Spammer, deren Geschäft das Ausspähen fremder E-Mail-Adressen ist. Sie durchforsten mit speziellen Suchprogrammen das Netz nach Adressen mit dem @-Zeichen, stöbern in Mailverzeichnissen und kaufen Adresslisten auf. Auch per Zufallsgenerator werden Adressen bei den großen Mail-Anbietern ausprobiert. Die gesammelten E-Mail-Adressen nutzen die Anbieter dubioser Produkte, die ihre Werbung massenhaft aussenden lassen.

"Das Geschäft lohnt sich in jedem Fall", urteilt Hannah Seiffert vom Verband der deutschen Internetwirtschaft (Eco). Wenn nur einer von tausenden Adressaten auf die Spam-Mail antworte oder gar ein Produkt bestelle, dann "machen die Spammer Millionen".

Gefahr für die Zukunft

Weil die Mails meist über Tarnadressen aus dem Ausland verschickt werden, ist das Vorgehen dagegen trotz weltweit verschärfter Gesetze schwierig. Zugleich belastet die Werbeflut die Internetwirtschaft, die ihre Netzkapazitäten immer weiter ausbauen muss. Auch das seriöse Direktmarketing leidet: Zahlreiche Internet-Newsletter, die der Nutzer eigens bestellt hat, werden von den Providern bereits als Spam ausgefiltert. Geschäfte per E-Mail würden damit fast unmöglich, fürchtet der Verband.

(Hayo Lücke)

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