Cookies
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Was sind Cookies und wie löscht man sie?

Cookies genießen unter Internetnutzern keinen guten Ruf: Sie speichern für verschiedene Funktionen benötigte Daten auf der Festplatte ab und sind in der Lage, Besucher der Website mühelos zu identifizieren. Unbestreitbar ist aber, dass Cookies das Surfen deutlich komfortabler gestalten.

Cookies werden im Netz nicht zum Kaffee gereicht, sondern zu einer Website. Sie werden praktisch bei allen Websites gesetzt, die interaktive Funktionen besitzen und/oder Werbung schalten. Der Anwender bekommt davon in der Regel nichts mit. Ein Cookie ist im Prinzip nichts anderes als eine winzige Textdatei mit Informationen, die es einem Webserver ermöglichen, einen Anwender wiederzuerkennen und Einstellungen zu speichern. Die Verwendungsmöglichkeiten reichen von Einkaufslisten in Onlineshops bis hin zur personalisierten Website.

Aufbau eines Cookies

Ein Cookie enthält verschiedene Parameter, die sich im Normalfall aus Informationen wie dem Namen des Cookies, Wert, Ablaufdatum, Pfad, der Internet-Domain sowie Angaben über die nötige Verbindungsart zusammensetzen. Weitere Details wie Kommentare oder Beschränkungen auf einen bestimmten Port sind ebenfalls möglich.

Funktionsweise von Cookies

Ein kleines Beispiel zur Funktionsweise eines sogenannten dauerhaften (persistenten) Cookies: Yahoo ermöglicht seinen Besuchern neben der Standardfarbe zwischen vier weiteren Farbgebungen für das Suchmaschinen-Portal zu wählen. Entscheidet sich der Benutzer für ein anderes Thema, legt der Server ein Cookie auf dem Rechner des Besuchers ab - schließlich möchten die meisten Benutzer eine einmal gewählte Einstellung auch bei zukünftigen Besuchen beibehalten.

Der vom Server generierte Cookie wird vom Browser entgegengenommen und in diesem Fall mit der Bezeichnung "FPC" im Cookie-Manager des Firefox unter dem Ordner "de.yahoo.com" abgelegt. Die darin für den Server wichtige Information ist simpel: Je nach gewählter Farbe speichert die Seite die Werte "t2" bis "t5".

Beim nächsten Öffnen der Yahoo-Seite, sucht der Server den entsprechenden Cookie und nimmt die Einstellung vor, vorausgesetzt der Cookie wurde nicht gelöscht und ist noch "haltbar".

Session-Cookies und Tracking-Cookies

Neben den bereits erwähnten persistenten Cookies existieren noch weitere Arten der kleinen Textdateien - wie zum Beispiel Session- und Tracking-Cookies.

"Gut": Session Cookies

Cookies können auch gezielt zum kurzfristigen Speichern von Information dienen; der typische Anwendungsfall ist das Einloggen auf eine Passwort-geschützte Internetseite. Zur eindeutigen Identifizierung des Benutzers speichert der Server eine Session-ID in einem entsprechenden Cookie. Das beim Login eingegebene Passwort wird die gesamte Sitzung in einem Cookie vorgehalten – solange bis die die Verbindung zum Webserver unterbrochen und somit die Session beendet wird. Damit erlischt die Gültigkeit des Session-Cookies. Session-Cookies werden zum Beispiel beim Online-Banking der Postbank verwendet, um die Sicherheit zu erhöhen.

"Böse": Tracking Cookies

Doch nicht nur nützliche Dienste im Netz bedienen sich der Cookies: Besucht ein Anwender eine Website, auf der Werbung geschaltet ist, wird oft vom Werbebanner ein Tracking-Cookie auf dem Rechner platziert. Der Cookie ist dann nicht von der besuchten Website, sondern vom Webserver, der die Werbung ausliefert. Der wiederum ist ein so genannter "Adserver", der nur auf der eigentlich besuchten Website eingebunden ist.

Die Adserver nutzen Cookies, um das Anwender-Verhalten zu analysieren und personalisierte Werbung auszuliefern. Das hängt mit der Struktur der Werbung im Netz zusammen: Wenige Werbedienstleister mit wenigen Adservern beliefern zahlreiche Websites mit Werbung. Setzt eine Werbeeinblendung auf einer Seite ein Cookie und surft der Anwender auf eine weitere Seite, die ebenfalls vom gleichen Werbedienst beliefert wird, kann der Adserver Rückschlüsse auf die Interessen des Surfers ziehen. Viele empfinden diese Tracking-Cookies als eine Art Spyware, auch Anti-Spyware-Software stuft sie dementsprechend ein.

Cookies erlauben und Cookies löschen

Grundsätzlich ist dieser Informationsgewinn nicht schlimm, zumal die Analyse und Personalisierung anonym erfolgt und auch die personalisierte Werbung für beide Seiten sinnvoll erscheint. Das Problem liegt an einer anderen Stelle: Die meisten Nutzer ahnen nicht, dass ihre Seitenaufrufe eine immense Rolle für die Werbewirtschaft spielen und so ohne ihr Wissen kostenlos wertvolle Informationen liefern.

Schutz vor Cookies

Der beste Schutz vor derartigem Cookie-Missbrauch ist der Einsatz der Cookie-Optionen im Browser: Je nach Einstellung nimmt der Browser keine oder alle Cookies an oder fragt bei jedem Cookie nach der Erlaubnis auf Verwendung - was jedoch schnell lästig wird. Ein Abschalten der Cookies führt auf vielen Seiten zu Fehlermeldungen oder Einbußen im Komfort. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von temporären Cookies: Bei der entsprechenden Einstellung werden Cookies nur innerhalb einer Browser-Sitzung akzeptiert, alle Cookies werden also wie Session-Cookies behandelt. Grundsätzlich sind Cookies jedoch nicht gefährlich und können auch keinen Schadcode enthalten.

Sollten sich dennoch besonders unerwünschte Cookies auf dem Rechner eingenistet haben, können diese über die Browser-Einstellungen auch wieder gelöscht werden. In der Regel funktioniert dies über den Menüpunkt "Extras".

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