Breitbandausbau
Lichtstreifen© Jakob Radlgruber / Fotolia.com

Breitbandausbau soll für mehr schnelles Internet sorgen

"Schnell" ist beim Internet relativ: Auf dem Land freut man sich bereits über 16 Megabit die Sekunde, in der Stadt wünscht man sich Geschwindigkeiten jenseits der 50 Megabit pro Sekunde. Doch wie steht es ganz allgemein in Deutschland um den Breitbandausbau?

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Daten- und Streaming-Dienste sind im Internet mittlerweile zur Selbstverständlichkeiten geworden. Auch kommen immer mehr Geräte auf den Markt, die auf das Internet zugreifen, ob das nun das Smartphone, Tablet oder gar der Fernseher ist. Ruckelfrei nutzen kann man diese allerdings nur, wenn das Internet schnell genug ist. Aufgrund der stetig ansteigenden Datenmassen muss hier ständig ausgebaut und nachgebessert werden.

Das deutschlandweit genutzte Datenvolumen stieg im Jahr 2014 auf 9,3 Milliarden Gigabyte. Im Jahr 2006 waren es lediglich 1,1 Milliarden GB. Man nimmt an, dass das benötigte Datenvolumen weiterhin stark ansteigt. Logisch, dass die Datenraten in der Konsequenz höher werden müssen: Mit dem Breitbandausbau versucht man den Hunger nach mehr und schnellerem Datenaustausch übers Internet zu stillen.

Was versteht man unter Breitband-Internet?

Ab wann man von Breitbandinternet spricht, ist in Deutschland nicht festgelegt. Politiker neigen dazu, alles mit mehr als einem Megabit pro Sekunde als Breitbandinternet zu bezeichnen. In der Praxis ist dies jedoch oft kaum ausreichend und gefühlt schneckenlangsam. Schließlich gibt es VDSL-Netze mit mehr als 50 Megabit die Sekunde oder gar LTE- und Glasfaser-Netze, die über 100 Mbit/s bieten.

Breitbandinternet bezeichnet nicht nur eine Technik. Am bekanntesten ist DSL, aber auch Kabel, Glasfaser, Satellit und HSPA sowie LTE bieten Internet mit Geschwindigkeiten über einem Mbit/s.

Wie weit ist der Breitbandausbau?

Der Breitbandausbau schreitet in Deutschland voran – wenn auch deutlich langsamer als in manch anderen Ländern. 2015 bezieht man in Deutschland durchschnittlich 10,7 Mbit/s. Demnach darf man sich in Deutschland also schon freuen, wenn man über eine 16000er Leitung verfügt. Im weltweiten Ranking ist das der 24. Platz.

Weiter vorne dabei sind beispielsweise Schweden (16,1 Mbit/s) und die Schweiz (15,6 Mbit/s) auf Platz 4 und 5. Platz eins belegt Südkorea mit durchschnittlichen 23,1 Mbit/s. Schlusslicht ist Deutschland jedoch noch lange nicht. Frankreich, Italien und die Türkei stehen mit unter fünf Mbit/s schlechter da.

Warum hinkt Deutschland beim Breitbandausbau hinterher?

Das größte Problem, welches Deutschland gegenüber dem derzeitigen Ranglistenführer Südkorea hat, ist die veraltete Technik, die immer weiter ausgebaut und weitergenutzt werden soll. Zwar konnten wir früher als Südkorea aufs Internet zugreifen, nun ist die alte Technik uns jedoch ein Klotz am Bein. In Südkorea baute man in den letzten Jahren ein komplett neues Netz, welches dem neuesten Stand der Technik entspricht. Vorher war keine Internet-Infrastruktur vorhanden, auf die man zurückgreifen konnte.

In Deutschland sind Investoren am Breitbandnetz Mangelware. So versuchte man über VDSL alte Kupferkabel bis ins letzte auszureizen, nur um festzustellen, dass die Geschwindigkeiten nicht ausreichen werden. Neue Glasfaserkabel wurden nur spärlich verlegt. Um ein deutschlandweites Glasfasernetz umzusetzen, muss eine beträchtliche Menge Geldes aufgewendet werden.

Investiert wurde dafür vor allen Dingen in das umsatzversprechende LTE-Netz, welches mittlerweile beinahe flächendeckend vorhanden ist.

Wie soll der Breitbandausbau weitergeführt werden?

Um die weißen Flecken auf der Breitbandkarte zu schließen, muss noch viel unternommen werden. Ein erster Ansatz war 2010 der Mobilfunkstandard LTE. Hier machte man den Netzanbietern beim Breitbandausbau die Auflage, zuerst Gebiete zu erschließen, die nicht ausreichend ans schnelle Internet angeschlossen waren. Problematisch ist LTE in der Heimnutzung jedoch aufgrund des stets begrenzten Datenvolumens.

2015 hat man sich das Ziel gesetzt, bis 2018 den größten Teil Deutschlands mit durchschnittlich 50 Mbit/s zu versorgen. Dafür möchte der Staat konkrete Fördermittel zur Verfügung stellen. Sowohl bei der Termineinhaltung als auch bei der Breitbandtechnik ist man sich jedoch nicht einig.

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