Web 2.0 holt den Desktop ins Internet. Bilder, Videos, Blogs und Textverarbeitung sind im Web 2.0 online verfügbar – doch was ist mit den Dateisammlungen, die sich auf dem persönlichen Rechner finden? Mit Formularen, Dokumenten, Schulaufsätzen oder Seminararbeiten, die möglicherweise mit mehreren Leuten geteilt werden müssen? Auch dafür bietet Web 2.0 eine Lösung.
Das Zauberwort heißt Web-Organizer. In einem Web-Organizer können Dateien hochgeladen und einer definierten Benutzergruppe freigegeben werden. So können Studenten hier ihre selbst erstellten Arbeiten lagern und veröffentlichen. Lehrer können Schul-Daten dort ablegen und Arbeitnehmer ihre Daten untereinander austauschen, ohne den komplizierten Umweg über E-Mail. Kalender, Nachrichtendienst und die im Web 2.0 obligatorische "Freunde-Suchmaschine" sind in der Regel ebenfalls inbegriffen.
Gemeinsames Netzlaufwerk
Web-Organizer sind eine Art gemeinsames Netzlaufwerk im Internet. Hier können Daten abgelegt und von einer festgelegten Benutzergruppe eingesehen werden. Im Gegensatz zum Austausch-Laufwerk in einem LAN ist ein Web-Organizer jederzeit und von jedem Internet-PC der Welt ohne den technischen Aufwand von FTP-Servern, Web-Freigaben und dynamischer DNS erreichbar, was wohl der größte Vorzug ist.
Allerdings hat die Technik auch ihre Nachteile: Jeder Nutzer sollte sich darüber bewusst sein, dass er seine Dateien in einer öffentlichen Plattform anbietet. Zwar ist das Rechtemanagement so eingerichtet, dass nur freigegebene Nutzer eine Datei erhalten. Doch schon ein falscher Klick macht möglicherweise vertrauliche Inhalte auf der Plattform öffentlich. Die Folgen sind nicht absehbar.
Von jedem Internet-PC weltweit nutzbar
Gegenüber den klassischen Methoden – Datentausch via Mail, Messenger oder über einen FTP-Server – haben die Web-Organizer dennoch einen grundlegenden Vorteil: Sie sind einfach zu handhaben und benötigen keinerlei Zusatz-Software, abgesehen von einem Internetbrowser. Und der dürfte auf jedem PC der Welt zu finden sein. So eignen sich Web-Organizer auch für Reisende, die wichtige Dokumente zwar mitnehmen wollen, jedoch Angst haben, sie könnten gestohlen werden.
Manche Web-Organizer sind hingegen weniger auf die Austausch-Funktion von Dokumenten und Dateien spezialisiert, als vielmehr auf das Festhalten von Gedanken. Als Online-Notizblöcke bieten sie ebenfalls Community-Funktionen. Gegenüber einem Wiki ist der Vorteil, dass Daten nicht offen im Web herumliegen, sondern ausschließlich von angemeldeten Benutzern eingesehen werden können.
Bekannte Web-Organizer