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Mit TeamViewer PCs sicher und bequem fernsteuern

Fremde Rechner fernzusteuern muss nicht zwangsläufig etwas mit Hackern und Bot-Netzen zu tun haben. Im Alltag gibt es durchaus legale Gründe, die Kontrolle über einen entfernten Rechner zu übernehmen. Das für Privat-Anwender kostenlose Programm TeamViewer ermöglicht die Einrichtung einer Remote-Verbindung.

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Anleitung: Fernwartung so einfach wie Telefonieren

Das Prinzip, nach dem TeamViewer funktioniert, ist denkbar einfach und sorgt auch gleichzeitig für den Komfort: Sobald das Programm auf einem PC startet, erzeugt TeamViewer eine einmalige Identifikationsnummer samt Passwort und teilt diese Daten dem Nutzer mit. Dieser wiederum kann die ID und das Kennwort anschließend via Telefon, E-Mail oder über sonstige Kommunikationskanäle an seinen TeamViewer-Kollegen weitergeben. Dank der direkten Zuordnung mit Hilfe der ID, entfällt die Konfiguration von Firewall und Router beziehungsweise NATs.

Komplettpaket

TeamViewer bietet verschiedene Möglichkeiten der Verbindungsaufnahme: Der Punkt "Fernwartung" entspricht der eigentlichen Remote-Verbindung. Hinter "Präsentation" hingegen verbirgt sich die Möglichkeit, den eigenen Desktop auf dem Ziel-Rechner anzuzeigen. Die Option "Dateiübertragung" dient, wenig überraschend, dem Versenden und Empfangen von Daten. Die letzte Auswahlmöglichkeit erstellt eine VPN-Verbindung mit dem Partner-PC. Neben den grundlegenden Funktionen verfügt TeamViewer über zahlreiche Komfort-Features, die das Programm zum echten Allrounder machen. Dazu zählt neben Instant Messaging auch ein Video-Chat. Ein direktes Gespräch via VoIP und sogar mittels einer kostenpflichtigen Telefonkonferenz ist möglich. Besonders praktisch: Sitzungsverläufe können per Mausklick aufgezeichnet, gespeichert und bei Bedarf später genauer analysiert werden.

Ergänzend zu der "normalen" All-In-One-Version von TeamViewer (die übrigens auch ohne Installationsprozedere lauffähig ist) bieten die Entwickler noch weitere Möglichkeiten zum Fremdsteuern. Für eine einmalige Session mit einem Client empfiehlt sich für diesen die ausführbare Datei "TeamViewer QuickSupport": In wenigen Augenblicken erstellt das Programm eine Verbindungs-ID inklusive Kennwort und kann nach Gebrauch einfach wieder gelöscht werden. Auch damit ist die Anzahl der Fähigkeiten noch nicht erschöpft: TeamViewer lässt sich auch komplett browserbasiert nutzen, die Entwickler haben diese Möglichkeit "Web Connector" getauft. Um den Web Connector zu nutzen, muss zuvor ein Benutzerkonto angelegt werden - persönliche Angaben werden allerdings nicht verlangt. Die Online-Version enthält prinzipiell die gleichen Möglichkeiten wie die Standalone-Variante, Abstriche muss der Nutzer lediglich bei der Sitzungsaufzeichnungen, Video-Chat und VoIP-Funktion in Kauf nehmen.

Für eine dauerhafte Remote-Verbindung zu einem entfernten Rechner integriert TeamViewer auch noch einen permanenten Zugriff für unbeaufsichtigte PCs, der ohne dynamische Passwörter auskommt. Daneben liefert das Programm je nach Anwendungsfall und Güte der Verbindung verschiedene Qualitätsstufen und Multi-Monitor-Support.

TeamViewer ist für Windows, Mac und Linux erhältlich. Zudem bieten die Entwickler eine kostenlose Version für iPhone und iPad. Die Software kann auf der Website heruntergeladen werden.

Alternativen zu TeamViewer

Natürlich hat Microsoft ein ähnliches Programm im Portfolio, dessen Handhabung zwar nicht so leicht von der Hand geht wie die von TeamViewer, aber gerade in puncto Geschwindigkeit (innerhalb des Heimnetzwerkes zumindest) einen spürbaren Vorteil hat. Wer zu Hause ein Windows-Netzwerk betreibt und auf einem Rechner Vista Business, XP beziehungsweise Windows 7 Professional (oder höher) installiert hat, kann diesen mit Hilfe der Remotedesktop-Verbindung fernsteuern. Die Heimversionen von Windows sind in dieser Hinsicht eingeschränkt und erlauben lediglich Zugriff auf einen entfernten Rechner.

Aus Gründen der Vollständigkeit sei noch Netviewer erwähnt, das für Privat-Anwender kostenlos ist und ebenfalls auf dem "Nummerntausch-Prinzip" basiert. Erfahrene Anwender können einen Blick auf VNC-basierte Software wie das Open Source Programm Ultra VNC werfen.

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