Kosten&Klima

So senken Sie den Stromverbrauch am PC

Computer sind unauffällige, aber ernst zu nehmende Stromfresser. Moderne Rechner sind zwar deutlich energieeffizienter geworden. Trotzdem kann ein PC kann im Jahr mehrere Hundert Euro an Stromkosten verursachen. Es gibt jedoch Methoden, wie man den Energieverbrauch deutlich reduzieren kann.

MicrochipMit jedem Gerät, das bei Nichtgebrauch ausgeschaltet wird, kann man Strom sparen und damit die Kosten senken.© Edelweiss / Fotolia.com

Den Stecker ziehen und Strom sparen

Wer seinen PC vom Stromnetz trennt, wenn dieser nicht benötigt wird, kann schon mal einige Euro pro Jahr auf seinem Konto gut schreiben. Macht er das auch mit dem Monitor, dem Fernseher und der Stereoanlage, dann fallen noch weniger Kosten an. Das ist aber noch nicht alles, denn auch während des Betriebs lässt sich so mancher Euro sparen.

Stromkosten berechnen

Bevor es ans Eingemachte geht, muss jedoch erst die Theorie geklärt werden: Elektrische Energie wird in Kilowattstunden abgerechnet, doch was oder wie viel ist das? Während sich die meisten etwas unter einem Liter Heizöl oder einem Kubikmeter Erdgas vorstellen können, sieht es bei der Kilowattstunde schwierig aus, da sie nicht greifbar und somit nur schwer schätzbar ist. Elektrische Geräte verbrauchen Strom, indem sie die Energie in Form von Bewegung oder Wärme umsetzen. Die benötigte Leistung wird in Watt (W) gemessen. Ein Fön mit 1.000 W Leistung nutzt die aufgenommene Energie, um die Luft zu erwärmen. Arbeitet das Gerät nun eine Stunde lang mit 1.000 Watt Leistung, dann verbraucht es genau 1.000 W x 1 h = 1.000 Wh. Teilt man das Ergebnis durch 1.000, dann erhält man eine Kilowattstunde, die beispielsweise mit 20 Cent abgerechnet wird. Lässt man also den Fön 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr laufen, dann verbraucht er bis zu 1.750 Euro an Strom.

Starke Hardware als Stromfresser

Ein Computer verbraucht zwar nicht ganz so viel Energie wie ein Haartrockner, Highend-Modelle mit einem schnellen Prozessor, leistungsfähiger Grafikkarte, mehreren Festplatten und optischen Laufwerken sowie einer Wasserkühlung können unter Volllast jedoch mehr als 500 Watt pro Stunde verbrauchen.

Energie sparen per Strommessgerät, Ruhezustand und Standby

Theoretisch kann man den Energieverbrauch eines Computers berechnen, indem man die einzelnen Leistungswerte der verbauten Komponenten miteinander addiert. Da es sich um theoretische Angaben handelt, ist das aber eine ziemlich ungenaue und komplizierte Methode. Einfacher geht es mit einem Stromzähler. Das kleine Gerät wird zwischen Steckdose und Verbraucher gesteckt und kann die Leistungsaufnahme in Watt messen. Wer darüber hinaus den Strompreis angibt, der kann den Verbrauch auch in Euro und somit gleich die Stromkosten ausgeben lassen.

Stromsparen: Bequemlichkeit als Kostentreiber

Ein eingeschalteter und nicht genutzter Computer ist ein überflüssiger Stromfresser. Die meisten lassen ihren PC aber aus Bequemlichkeit an, um ihn jederzeit ohne zeitaufwändiges Hochfahren nutzen zu können. Wer auf den Luxus nicht verzichten möchte, für den gibt es ebenfalls passende Tipps, um trotzdem ein wenig Strom zu sparen.

Energieschemas in Windows nutzen und Strom sparen

Das Betriebssystem Windows verfügt über eine Energieverwaltung, die den Monitor und die Festplatte bei Inaktivität ausschaltet oder den kompletten Rechner in den Standby-Modus oder Ruhezustand versetzt. Beeinträchtigungen für den Anwender gibt es so gut wie keine. Zwar dauert das "Erwachen" der Festplatte aus dem Schlafmodus bis zu drei Sekunden, dafür wird sie aber auch weniger warm. Bei den Energieschemas können Sie die Dauer der Inaktivität angeben, nach der Festplatte und Monitor in den Standby-Modus gehen. Absolut keinen Strom spart dagegen der Bildschirmschoner. Dieser stammt noch aus Zeiten, in denen ein Bild sich nach längerer Zeit in den Bildschirm einbrennen konnte. Heute dienen die Bildschirmschoner nur noch der Optik.

Im Ruhezustand wird der gesamte Inhalt des Arbeitsspeichers auf der Festplatte abgelegt. Sobald der Rechner wieder hochgefahren ist, können Anwender an der Stelle fortfahren, wo sie mit der Arbeit aufgehört haben. Beim Standby-Modus ist der Rechner in wenigen Sekunden wieder betriebsbereit, wobei es bei neueren Geräten kaum noch Unterschiede bei den Zeiten gibt, die der Rechner braucht, um wieder voll einsatzfähig zu sein. Im Gegensatz zum Ruhezustand kostet die kurzfristige Verfügbarkeit aber etwas Strom.

Wer einen Stromzähler zwischen PC und Steckdose schaltet, wird schnell etwas Interessantes feststellen. Auch wenn der Computer ausgeschaltet ist, verbraucht er weiterhin Strom. Mit zwei bis fünf Watt ist das zwar nicht viel, trotzdem läppert sich das im Laufe des Jahres an. Hier hilft also nur noch das Betätigen des Hauptschalters an der Rückseite des Netzgerätes.

Stromverbrauch im HaushaltRund 18 Prozent des Stromverbrauchs in einem Haushalt entfallen auf Geräte, die der Information und der Kommunikation dienen. © BDEW

Strom sparen - LED Monitor, Steckerleiste und weitere Tipps

Neben dem Rechner steuern auch Monitor und Drucker einen Beitrag zum Stromverbrauch bei. Durch die Ablösung der Röhrenmonitore durch TFT Bildschirme hat sich der Energieverbrauch am Schreibtisch aber reduziert. Neuere TFT Displays, die LEDs anstatt Leuchtstoffröhren für die Hintergrundbeleuchtung nutzen, benötigen außerdem noch weniger Watt.

Tintenstrahldrucker usw. verbrauchen auch im Standby unnötig Strom, auch wenn sich die zulässige Höchstgrenze reduziert hat: Im Januar 2010 hat die EU eine neue Regelung (Ökodesign-Richtlinie) erlassen, die neuen Elektrogeräten wie unter anderem PCs und anderem Computer-Produkten einen maximalen Standby-Verbrauch vorschreibt. Die Ökodesig-Richtlinie wird immer wieder an neuere technische Standards angepasst. Auch der maximale Energieverlust von PC-Netzteilen durch die Spannungswandlung wurde damals gesenkt. Generell verlieren hochwertige Netzteile oftmals weniger Energie als günstige Modelle.

Sparen mit einer Steckerleiste

Noch günstiger als der Standby-Betrieb ist natürlich immer noch das Ausschalten. Die einfachste Methode, um den nutzlosen Energieverbrauch zu stoppen, ist der Einsatz einer Steckerleiste mit Ein- und Ausschalter. Alle daran angeschlossenen Geräte werden mit nur einem Handgriff komplett vom Netz getrennt. Wer ganz sicher gehen möchte, der kann auch eine Leiste mit einem Überspannungsschutz einsetzen, um zusätzlich gegen Stromschwankungen geschützt zu sein.

Ein Drucker sollte hingegen nicht unbedingt an der Steckerleiste angeschlossen werden, da viele Geräte nach dem Einstecken automatisch eine Druckkopfreinigung starten, um die Düsen zu säubern. Dabei spielt weniger der Zeitaufwand eine Rolle, sondern der nutzlose Verbrauch der teuren Tinte. Sollte der Drucker diesen Vorgang nicht bei jedem Einstecken durchführen, dann ist das komplette Ausschalten unproblematisch. Definitiv nicht ausgeschaltet werden sollte dagegen ein VoIP-Router, denn die angeschlossenen Telefone benötigen eine Verbindung ins Internet, um nutzbar zu sein.

Fazit – Strom sparen lohnt sich Mit unseren Tipps können Sie jetzt also aktiv Strom sparen und die Jahresendabrechnung deutlich senken. Die Hinweise gelten aber nicht ausschließlich für den PC und die Peripheriegeräte. Auch Stereoanlagen, Fernseher sowie alle anderen Geräte mit Standby-Funktionen verbrauchen Strom, wenn Sie nicht komplett ausgeschaltet oder vom Netz genommen werden. Die Ersparnisse liegen pro Gerät zwar nur im zweistelligen Bereich, aber in der Summe macht das viel aus.
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