Die einen hassen es, die anderen lieben es, dazwischen scheint es nichts zu geben:
Twitter. Natürlich finden sich in den Nachrichten, den sogenannten
Tweets, des Micro-Blogging-Dienstes auch belanglose Mitteilungen gelangweilter Internetnutzer, penetrante Werbebotschaften und Spam, doch dies ist kein spezielles Twitter-Phänomen, sondern auch in
Weblogs und dem
Internet im Allgemeinen zu finden. Effizient genutzt, hat der kostenlose, im März 2006 in den USA gestartete Dienst auch seine Vorteile. Unternehmen und Freiberufler können von der Möglichkeit zur Selbstvermarktung profitieren, während andere Nutzer ihn wie einen RSS-Feed verwenden können. Wer die Accounts von Nachrichtenmagazinen, Interessengruppen oder auch seiner Lieblingsbands bündelt, ist so stets auf dem Laufenden – zum Teil sogar schneller als per
Website. Wir erklären die wichtigsten Twitter-Funktionen und stellen verschiedene Tools für unterschiedliche Zwecke vor.
Inhalt:
1. Twitter-Fakten: Funktionen, Listen, URLs
2.
Twitter-Clients: Echofon, Power Twitter und Spreadweet
3.
TweetDeck, DestroyTwitter, twhirl und Seesmic
4.
Seesmic Look und Twitter-Clients ohne Installation
5.
Twittern im Instant Messenger: ICQ 7 und Digsby
6.
Twittern per iPhone, Android-Smartphone oder Java-Handy
Standard-Features. Das Twitter-ABC
Der Twitter-Account von Shaquille O'Neal wurde verifiziert. Screenshot: onlinekosten.de
Wer twittern möchte, muss sich einen Account zulegen, das Design kann dabei beliebig angepasst werden. Unter den Prominenten zählen beispielsweise Ashton Kutcher und Shaquille O'Neal zu den begeisterten Twitter-Nutzern, auch Bill Gates twittert seit Mitte Januar. Ob hinter einem Account der echte Promi oder ein Fake steckt, lässt sich am Status
verifiziertes Konto erkennen. Die "Abonnenten" des eigenen Profils heißen
Follower. Wer diese auf einen interessanten Tweet eines anderen Nutzers aufmerksam machen möchte, kann den
Retweet nutzen und per
RT @+Name eine Nachricht weiterleiten. Um auf einen Tweet zu antworten, beginnt der eigene Text mit einem vorangestellten @ in Kombination mit dem Namen des anderen Nutzers. Diese Antworten sind - wie alle übrigen Tweets - öffentlich und erscheinen in der eigenen Leiste. Zum Teil sind die
Tweets schon jetzt in Echtzeit via Suchmaschine auffindbar. Die Twitter-eigene
Suchmaschine ist übrigens unter
search.twitter.com zu erreichen. Texte, die nur an eine bestimmte Person gehen sollen, werden stattdessen per
Direct Message verschickt.
Bilder und Links twittern
Auch onlinekosten.de twittert. Der Standardzugriff auf den Microblogging-Dienst erfolgt via Website. Screenshot: onlinekosten.de
Die Besonderheit an Twitter liegt in der Kürze: Ein Tweet ist mit 140 Zeichen noch kürzer als eine
SMS. Ein Link kann da schnell den Rahmen sprengen. Daher haben sich die sogenannten Link-Verkürzer wie zum Beispiel
tiny.url und
bit.ly eingebürgert, die lange
URLs durch Eingabe auf ihrer Website in kleine Häppchen umwandeln. Allerdings sind diese Dienste auch von Risiken behaftet. Durch die kryptischen Abkürzungen lässt sich das eigentliche Linkziel nicht mehr erkennen, der Nutzer könnte somit auf eine Malware-
Website oder sonstige unerwünschte Inhalte gelockt werden. Was generell bei der Internetnutzung zu empfehlen ist, gilt hier einmal mehr: Der Leser sollte keine Links aus wenig vertrauenswürdigen Quellen öffnen. Abhilfe schaffen zum Beispiel
Browser-Plugins oder die Website http://longurl.org, die die verkürzten Adressen wieder in vollständige URLs umwandeln.
Twitter selbst unterstützt nur Texte, Fotos lassen sich daher nur über externe Bilderdienste per URL einbinden. Beliebt ist zum Beispiel
TwitPic, ein Bild-Upload, der das Foto samt Link auch gleichzeitig twittern kann. Das Log-In erfolgt via Twitter-Account.
Mehr Ordnung mit Listen
Für das Zusammenführen verschiedener Twitterer zu einer Art "Tweet-Playlist" sind die
Listen verantwortlich, die das Unternehmen später einführte. Ohne dieses Feature erscheinen alle Nachrichten auf einem Blick, die Listen filtern nur die hinzugefügten Accounts heraus. Wer zum Gewinnen neuer Follower den Weg nutzt, selbst möglichst vielen Personen zu folgen, wird ohne die Listen den Überblick über das Geschehen verlieren. Man kann sie privat halten oder für alle veröffentlichen und im Umkehrschluss auch kompletten Listen anderer Nutzer folgen. Zu einem bestimmten Hobby oder Thema lassen sich so schnell viele interessante Twitter-Nutzer finden.