Wenn der PC krank ist, hustet er nicht. Er niest nicht. Er hat keinen Schüttelfrost, ist nicht blass und wirkt auch sonst recht fit. Doch obwohl er sich ganz gut zu fühlen scheint, braucht der Rechner dringend Medizin. Sonst drohen unangenehme Überraschungen.
Computerviren sind eine lästige Plage. Die Schädlinge sind unter vielen Namen unterwegs, als Virus, Wurm oder Trojaner. Doch ihre grundlegendes Ziel ist immer das Gleiche: Sie unterwandern das Betriebssystem im Auftrag eines wenig gutmeinenden Zeitgenossen, um den PC-Betrieb zu stören, den Anwender auszuspionieren oder den Rechner als Spam-Relais zu missbrauchen. Anders als Viren und Würmer im menschlichen Körper kommen sie jedoch nur selten von selbst auf den Rechner. Wesentlich häufiger hat der Anwender seinen Beitrag geleistet und sich den Schädling per Doppelklick ins Haus geholt.
Infiziert – und jetzt?
Doch egal, ob die Infektion aus Versehen oder völlig selbstständig erfolgt ist: der PC ist verschnupft und braucht dringend Medizin. Diese Medizin findet sich in Form von Antiviren-Programmen, die den Schädling aufspüren und gegebenenfalls vernichten. Zusätzlich überwachen aktuelle Antiviren-Programme auch die Aktivitäten des Anwenders und warnen, falls eine Datei einen Parasiten mitführt.
Grundsätzlich sind Virenscanner immer hilfreich, um den PC vor unerwünschtem Besuch zu schützen oder Untermieter zu entfernen. Allerdings kann das Antiviren-Programm so etwas nur leisten, wenn es immer auf dem neuesten Stand ist. Täglich erscheinen mehrere hundert neue Computer-Schädlinge. Dabei handelt es sich meist um Varianten bekannter Bösewichte, doch oft genug sind auch völlig neuartige Schädlinge dabei. Ohne aktuelle Viren-Erkennungsliste, die so genannte Signatur, kann der Virenscanner einen Schädling oft nicht erkennen.
Heuristik und die Sicherheit
Dagegen hilft die so genannte Heuristik: Neben dem Abgleich mit der aktuellen Signatur suchen viele Virenscanner auch nach charakteristischen Merkmalen von Computerviren und schlagen Alarm, sobald sie eine verdächtige Datei finden. Allerdings stellen die Hersteller ihre Scanner aus Angst, einen Virus zu übersehen, sehr nervös ein. Das Resultat sind häufige Fehlalarme bei der Heuristik.
Obendrein verfügen viele Viren inzwischen über Funktionen, Virenscanner auszuhebeln. Dazu verhindern sie den Start des Scanners, indem sie bei einem Neustart eine wichtige Datei des Virenscanners überschreiben und sich auf diese Weise gleich selbst aktivieren. Die Virenscanner-Datei ist dann der Virus selbst. Gegen solche Nervensägen helfen nur Antiviren-Start-CDs, die den Rechner vor dem Start von Windows auf Viren untersuchen. Der Einsatz eines solchen Scanners ist zu empfehlen, wenn man vermutet, infiziert zu sein, obwohl der Virenscanner nichts meldet.
Keine Panik!
Die Viren-Gefahr darf übrigens nicht überschätzt werden: Die meisten Viren und Würmer sind bestenfalls lästig und müssen manuell aktiviert werden, um den Rechner zu befallen. Die Antiviren-Unternehmen verbreiten jedoch gerne Horror-Meldungen über Viren, um den Kunden jährlich eine neue Version des Scanners oder kostenpflichtige Signatur-Updates zu verkaufen.
Eine gehörige Portion Vorsicht kann das Viren-Problem auf dem eigenen Rechner massiv einschränken. Genau wie niemand im echten Leben alles in den Mund nehmen würde, was er auf der Straße findet, sollte auch im virtuellen Leben nur angeklickt werden, was aus sicherer Quelle stammt. So lassen sich gut 95 Prozent aller Infektionen vermeiden. Das Restrisiko bleibt jedoch wegen neuartiger Schädlinge, neuer Sicherheitslücken und Infektionen durch Dateien aus vermeintlich sicheren Quellen. Deshalb sollte ein Virenscanner grundsätzlich zur Grundausstattung jedes Windows-PCs gehören.
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