Kampf dem Kommentar-Spam

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Jeder zwanzigste Internet-Anwender in Deutschland hat ein eigenes Weblog. Kein Wunder: Blogs sind schnell erstellt, leicht zu bearbeiten und ermöglichen eine enge Vernetzung fremder Websites untereinander. Doch die Freude wird getrübt: Skrupellose Spammer haben Weblog-Betreiber als Opfer für ihre Aktivitäten entdeckt. Das Resultat sind Kommentar- und Trackback-Funktionen mit reichlich unerwünschten (Werbe-) Nachrichten.

Viele Blogger kennen sie, die in Wellen anlaufenden Kommentare mit Werbung für Medikamente, Pornoseiten und Online-Poker. An manchen Tagen treffen überhaupt keine Spam-Kommentare im Weblog auf, an anderen Tagen wird das Blog von der unerwünschten Werbung nahezu überflutet. Dabei nutzen die Spammer sowohl die Kommentar- als auch die Trackback-Funktion von Blogs, um ihre eigenen Seiten zu vermarkten.

Ergiebige Methode

Kommentar-Spam ist eine ergiebige Methode, um Spam-Nachrichten zu verbreiten. Anders als E-Mail-Spam, der sich an eine fest bestimmte Gruppe von Anwendern richtet, nämlich die Besitzer einer E-Mail-Adresse, erlaubt Kommentarspam, auch "Neukunden" ohne E-Mail-Adresse zu ködern. Ganz nebenbei wird durch die Verlinkung von Pharmazie-, Sex- und Online-Poker-Seiten in den Kommentaren auch der Page-Rank der Spammer-Seiten bei Google maßgeblich erhöht.

Das Ergebnis: bei der Eingabe bestimmter Suchanfragen erscheinen plötzlich die Websites von "cheap phentermine" oder "Poker" ganz oben in Googles Ergebnisliste. Denn Google stuft Seiten, die von bekannten Seiten her verlinkt sind, direkt höher ein, als Seiten, die einfach für sich allein im Internet stehen. Die Blog-Spammer vermüllen also nicht nur Blogs, sondern auch Suchmaschinen-Ergebnisse und sorgen damit maßgeblich für die Verschmutzung des Internets. Grund genug, den Kommentar-Spammern den Krieg zu erklären.

Die Spammer-Hilfsmittel

Die groß angelegte Übermittlung von Werbe-Links in Kommentar-Funktionen, Shoutboxen und anderen Elemente der Blog-Kommunikation wird mit Hilfe so genannter Auto Submission Software oder Blog-Submittern erledigt: Die Programme erlauben es, innerhalb kürzester Zeit tausende Blogs mit Spam zu fluten und werden in der Regel kostenpflichtig angeboten, ob als web-basierter Spam-Dienst oder als Software-Lösung für den Desktop. Die Preise schwanken zwischen wenigen und einigen hundert Euro.
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