Vorsicht vor vermeintlichen Normen wie Full HD oder True HD: Diese sind reine Blender - Marketing-Erfindungen der Hersteller und keine offiziellen Standards von Digitaleurope, einer Vereinigung, in der sich 62 international tätige Unternehmen aus dem IT- und Consumer-Electronics-Markt zusammengeschlossen haben. Bis zum Frühjahr 2009 nannte sich die Interessenvertretung noch EICTA (European Information, Communications and Consumer Electronics Technology Industry Associations). Full HD zum Beispiel sagt nur aus, dass das Display eine maximale Auflösung von 1.920x1.080 Pixel besitzt, jedoch nicht, ob die Bilder im Vollbildverfahren (progressive) oder im Halbbildverfahren (interlaced) dargestellt werden. Das Vollbildverfahren bietet eine ruhigere Darstellung. Auch der Begriff 1080p Input ist mehr als irreführend: Der Fernseher versteht zwar die hohe Auflösung, die beispielsweise von einem Blu-ray Film geliefert wird, kann diese aber in aller Regel nicht darstellen, die Wiedergabe erfolgt in 720p.
Receiver im Fernsehgerät oder extern?
Der LE37B579 von Samsung ist ein Beispiel für einen Fernseher mit eingebautem DVB-T/DVB-C-Tuner, der auch HDTV empfangen kann.
Bild: Samsung
Soll der Fernseher HD-Inhalte von der Festplatte, aus Online-Videotheken wie maxdome oder videoload oder aber von Blu-ray-Discs ausgeben, sind die gröbsten Kriterien abgearbeitet. Wer HDTV nutzen möchte, muss weitere Überlegungen anstellen, denn: Ob nun via Kabel, Satellit oder IPTV – der Zuschauer benötigt einen HDTV-Receiver, um das Programm auf seinem Fernseher anzeigen zu können. Ein HD-tauglicher Receiver lässt sich am offiziellen HDTV Siegel erkennen, was sicherstellt, dass 720p und 1080p Signale verarbeitet werden können. Soll kein zusätzliches Gerät im Wohnzimmerschrank stehen, muss das Empfangsteil im Fernseher eingebaut sein und sich mit der Übertragungstechnik verstehen. Entscheidend ist daher die in den eigenen vier Wänden verwendete DVB-Art. Viele Fernseher setzen aber auf mehrere Tuner parallel, die Preise beginnen für einen 32-Zöller bei etwa 430 Euro. Ganz auf Nummer sicher geht, wer auf das Logo HDTV 1080p achtet: Damit ist garantiert, dass der Fernseher hochauflösende TV-Bilder empfangen und dekodieren kann, aber zusätzlich noch in der Lage ist, die volle HD-Auflösung von 1.920x1.080 Pixel darzustellen. Einige Fernseher unterstützen auch bereits CI/CI Plus (siehe Seite 3).
Im Folgenden haben wir die aktuelle Situation in der HDTV-Landschaft zusammengefasst.
HDTV-Start bei ARD und ZDF
Die Versorgung mit High Definition Television (HDTV) in Deutschland kommt erst jetzt ins Rollen. Die Lage ist kompliziert, die Sender sind sich über das ausgestrahlte Format und die Provider und Kanäle sind sich wiederum - wenn es um die Kabelnetze geht - über die Kostenübernahme für die HD-Einspeisung uneinig.
Erst am 12. Februar zu den Olympischen Winterspielen fiel der HDTV-Startschuss bei der ARD mit den Sendern Das Erste HD und ZDF HD. Zunächst lagen die meisten Sendung in Standardauflösung vor und wurden dann auf HD hochgerechnet, die direkte Produktion im hochauflösenden Format soll diese Prozedur ersetzen. Die öffentlich-rechtlichen HD-Kanäle sind über Satellit (DVB-S) und über die Kabelnetz-Provider (DVB-C) Unitymedia, Kabel Deutschland und Kabel BW sowie bei NetCologne und weiteren, kleineren Netzbetreibern kostenlos und unverschlüsselt zu empfangen. Unitymedia bietet zum Beispiel noch keinen speziellen Receiver an. "Sobald wir ein attraktives HD-Angebot zusammengestellt haben, werden wir voraussichtlich im Laufe dieses Jahres ein eigenes HD-Paket und einen für das Kabelnetz von Unitymedia optimierten HDTV-Receiver einführen", heißt es auf der Website des Providers.