Die neue Festplatte ist da, also raus mit dem alten Datenträger. Die bringt sicher bei eBay noch den ein oder anderen Euro. Aber halt, nicht so schnell: Auf der Festplatte befinden sich bestimmt noch sensible Daten, die vor den Augen Fremder verborgen werden sollten. Einfaches Löschen ist selten hilfreich, können Programme zur Datenrettung doch jederzeit die Daten wiederherstellen. Auch, wer die Festplatte formatieren möchte, ist nicht direkt auf der sicheren Seite. Deshalb erklärt der folgende Ratgeber, wie Sie die Festplatte sicher löschen können.
Festplatte sicher löschen - ohne Zerstörung
Die sicherste Methode zur Datenlöschung ist die physikalische Zerstörung des Datenträgers. Das bedeutet, dass die Festplatte, der Memory-Stick oder die DVD möglichst nachhaltig zerstört werden sollte. Allerdings ist das besonders bei teuren Datenträgern wie Festplatten nicht unbedingt im Sinne des Besitzers, schließlich soll der Datenträger eventuell noch verkauft werden oder an Familienmitglieder weitervererbt werden. Deshalb im Folgenden einige bessere Methoden, um vertrauliche Daten loszuwerden.
Aufbau einer Festplatte
Die Festplatte ist ein Speichermedium, das einerseits physikalisch recht anfällig ist, andererseits jedoch darauf ausgelegt ist, Daten möglichst sicher zu bewahren. So können Stöße zwar die Mechanik einer Festplatte zerstören, nicht aber die auf der Festplatte enthaltenen Daten. Datenrettungs-Labore können die Festplatte in einem Reinraum öffnen und die enthaltenen Daten auslesen. Das funktioniert teilweise auch bei Festplatten, die einem Feuer zum Opfer gefallen sind oder HDDs, die unter Wasser gesetzt wurden.
Um eine Festplatte sicher löschen zu können, muss zuerst einmal der Aufbau einer Festplatte verstanden werden. Eine Festplatte ist ein magnetischer Datenträger, der mit einem Schallplatten-Spieler vergleichbar ist: Eine oder mehrere magnetisierte Scheiben drehen sich in einem luftdicht abgeschlossenem Gehäuse, während ein Lesearm mit einem Lesekopf die magnetischen Teilchen ausrichtet oder ausliest. Dabei werden die Daten im Binärformat gespeichert. Die kleinste Speichereinheit sind die so genannten Blöcke mit einer Größe von normalerweise 512 Byte. Darin werden die Daten abgelegt.
Die logische Ordnung
Ferner verfügt der
Computer, der die Festplatte ansteuert, über ein
Betriebssystem. Dieses entscheidet über die logische Struktur der Daten auf der Festplatte. In der Regel gibt es eine Art Inhaltsverzeichnis, die "File Allocation Table", die dem Rechner sagt, wo die Dateien auf der Festplatte liegen, wodurch sie schneller gefunden werden können. Dieses System der Dateiverwaltung nennt sich Dateisystem, unter
Windows sind das beispielsweise FAT und NTFS, beim Mac HFS+ und bei
Linux Reiser FS oder ext3.