Den meisten Internet-Nutzern ist immer noch unbekannt, wie viele Spuren ihre Ausflüge ins Internet eigentlich hinterlassen. Mit welchem Browser wird auf welche Website gesurft? Wonach bei Google gesucht und aus welcher Region stammt der Nutzer überhaupt? Nicht alle Informationen müssen durch das WWW streifende Anwender wirklich preisgeben. Szenarien haben bereits gezeigt, wie es Dritten sogar möglich ist, die eigene Identität zu erraten. Viele würden daher gerne anonym surfen. Vorweg: Rein theoretisch betrachtet ist eine völlige Anonymität im Internet unmöglich. Schuld ist die IP-Adresse, die zusammen mit der Zeit, in der sie genutzt wurde, einzigartig ist und daher einen Rückschluss auf den Anschlussinhaber zulässt. Trotzdem lohnt es sich, einen Blick auf Software und Dienste zu werfen, die das eigene Internet-Logbuch mit ein paar geschwärzten Stellen spicken.
Anonym surfen - Inhalt
IP-Adresse und Cookies
Fangen wir beim Tor zum Internet an – dem Browser. Wer auf eine Website surft, teilt dessen Betreiber auf Verlangen mit, mit welchem Webbrowser in welcher Version er gerade unterwegs ist. Auch die IP-Adresse und der Provider sowie das Betriebssystem werden übermittelt, was sich auch nicht abstellen lässt. Eine kleine Auswahl der vom Browser ausgeplauderten Infos findet sich in dieser Abfrage. Anonym Surfen sieht anders aus. Ebenfalls in den Bereich des Browsers fallen die Cookies. Sie können Besucher einer Website identifizieren, indem sie bestimmte Informationen auf der Festplatte abspeichern. Dies muss nicht immer schlecht sein, Cookies können auch für den Anwender - nicht nur für den Initiator - einen praktischen Nutzen haben. Welche Cookies gut und welche böse sind und wie deren Handhabung im Browser eingestellt wird, beschreibt unser Cookie-Ratgeber.
Anonym surfen mit Firefox Add ons
Weniger erwünscht sind jedenfalls Flash-Cookies, sogenannte Local Shared Objects (LSO), die sich oftmals nur schwer wieder entfernen lassen. Ein Add-on für den Firefox, das solche Cookies am Ende jeder Session löscht, ist BetterPrivacy 1.47.4. Zur Verwendung für Windows-Systeme im Allgemeinen gibt es ebenfalls entsprechende Programme zur separaten Installation. Ein weiteres nützliches, aber einschränkendes Add-on könnte NoScript sein, das auch der Dienst Tor (siehe Seite 2) empfiehlt. Das Firefox-Add-on blockiert JavaScript, Java und andere Plugins, um Cross-Site-Scripting-Attacken zu verhindern. Im Umkehrschluss muss sich der Nutzer darauf einstellen, dass dann natürlich viele Websites nicht mehr ordnungsgemäßg angezeigt werden und immer wieder das Zulassen von Scripten ausgewählt werden muss, um auf Inhalte zugreifen zu können. Daher sollte abgewägt werden, wie hoch der Nutzen für das eigene Surfverhalten tatsächlich ist. Weitere Plug-Ins liefert unser Ratgeber auf den folgenden Seiten.
Auch Safari bietet einen privaten Modus. Screenshot: onlinekosten.de
Private Browsing
Auch der im Browser gespeicherte Verlauf der Webseitenbesuche kann ein Eingriff in die Privatsphäre sein, auch wenn in diesem Punkt eher die Familie oder der Chef derjenige ist, dem etwas verborgen bleiben soll. Der Verlauf lässt sich über die Einstellungen in jedem Browser löschen, auch Wunsch auch automatisch bei Beenden des Programms. Seit einiger Zeit bieten Internet Explorer (Sicherheit → InPrivate-Browsen), Firefox (Extras → Privaten Modus starten) und der Safari Browser (auf das Zahnrad klicken → Privates Surfen) auch einen privaten Modus zum Surfen an, der erst gar keine Daten speichert.