Anzahl, Ort – und zusätzlich das Jahr der Herstellung des LCDs sind bei
Lenovo für Reklamationsanfragen ausschlaggebend. Gleichzeitig unterscheidet der ehemalige IBM-Partner zwischen hellen, dunklen und gemischten Pixeln. Eine peinlich genaue Auflistung der Umtauschkriterien findet sich auf den Seiten des
Supports.
Lenovo: Peinlich genaue Umtauschkriterien
Die geduldete Anzahl schwankt zwischen fünf Pixelfehlern auf Bildschirmen mit einer Auflösung von 800 x 600 Punkten, bei größeren LCDs mit einer Auflösung von 1608 x 1050 dürfen es auch schon einmal zehn oder mehr sein. Sollten weniger defekte Bildpunkte auf der Mattscheibe auftauchen, ist der Kunde auf sich alleine gestellt. Laut Hinweis wird Lenovo "keinen Ersatz für den LCDs stellen, die eine kleinere als die angegebenen Fehlerzahl aufweisen, da ein Null-Fehler-Bildschirm nie garantiert werden kann."
Medion: "Ein Pixelfehler ist nicht als Mangel zu betrachten"
Der Hersteller der Aldi-PCs und -Laptops stattet alle TFT-Display-Produkte und Notebooks mit einer Garantie aus, die sich an der Norm
ISO 13406-2 (Fehlerklasse II) orientiert.
Wie Asus, Dell und andere Unternehmen bietet
Medion seinen Kunden damit ein Überprüfungsinstrument: Ein 15-Zoll-Monitor darf insgesamt über acht Pixel- beziehungsweise Subpixelfehler verfügen, bei einem 19-Zoller sind dann bereits 18 Stück im erlaubten Rahmen. Darunter wird für Kunden nichts zu machen sein: "Ein Pixelfehler (dauerhaft farbiger, heller oder dunkler Bildpunkt) ist nicht grundsätzlich als Mangel zu betrachten", heißt es in den Garantiebedingungen. Wie Medion uns mitteilte, lassen sich die genauen
Kriterien für einen Umtausch im Handbuch der TFT-Geräte nachlesen.
Samsung: Streng nach Vorschrift
Nach eigenen Angaben treten bei nur einem halben Prozent aller verkauften
Samsung-Notebooks Pixelfehler auf. Dennoch: ein halbes Prozent der Käufer dürfte sich ärgern, wenn sie zum ersten Mal den Laptop-Deckel aufklappen. Die
Umtauschpolitik bei Samsung folgt der bereits erwähnten
ISO-Norm und zwar in der Fehlerklasse II. Das bedeutet: Sollte der Kunde weniger als zwei helle und zwei dunkle Punkte und fünf defekte Subpixel pro einer Millionen Dots auf dem Bildschirm finden, kann er keinen Garantiefall anmelden.
Fujitsu-Siemens: Zwei defekte Bildpunkte? - Keine Chance!
Das LCD zeigt je zwei weiße und schwarze defekte Pixel und dazu fünf störrische Subpixel an? Keine Chance für einen Umtausch bei
Fujitsu-Siemens, denn hier ist erst ab drei dauerhaft leuchtenden oder erstarrten Pixeln eine Reklamation angesagt. Der grund: Das Unternehmen wickelt seine Garantieleistungen gemäß der zweiten Fehlerklasse der Norm
ISO 13406-2 ab. Allerdings wies der Sprecher bei unserer Anfrage darauf hin, dass die LCDs die Produktionshallen mit "deutlich weniger" Pixelfehlern verlassen. Also gilt auch hier: vor dem Kauf lieber einen Blick auf das Display des Notebooks werfen, um späteren Ärger zu vermeiden.
Sony: Kulanz bei individueller Prüfung
Auch
Sony Vaio haben wir gefragt: wie viele erstarrte Bildpunkte muss ein Kunde akzeptieren? Die in der Antwort erwähnten "sichtbaren, störenden Pixelfehler" legen den Verdacht nahe, dass auch Sony bei Reklamationsanfragen nicht nur die Anzahl, sondern ebenfalls die Position der fehlerhaften Bildpunkte berücksichtigt. Wie auch immer: abhängig von der Bildschirmauflösung können drei bis 16 Pixel im tolerierbaren Bereich liegen – eine pauschale Aussage wollte man bei Sony nicht treffen. Betroffene Kunden sollten sich mit einer Aufnahme des Bildschirms beim Support melden, dort wird dann individuell über einen Austausch entschieden. In der Praxis würden Pixelfehler dort generell "recht kulant" gehandhabt, hieß es in der Antwort weiter.
Toshiba: Auch die Lage ist entscheident
Die Umtauschpolitik im Hause
Toshiba wird durch die Norm
ISO 13406-2 (Fehlerklasse II) bestimmt, das heißt, die Garantie wird erst dann ausgelöst, wenn die Richtwerte der Norm überschritten sind. In der kleinsten Bildschirmauflösung von 1024 x 768 (XGA) bedeutet das: nicht mehr als zwei weiße oder zwei schwarze Bildpunkte oder vier defekte Subpixel. In der größten Auflösung von 1920 x 1200 (WUXGA) ist alles unter fünf weißen und schwarzen Pixelfehlern beziehungsweise zwölf Subpixelfehlern kein hinreichender Umtauschgrund. Dennoch kann ein Besuch bei einem Toshiba Support Center hilfreich sein. Laut Auskunft des Unternehmens spielt bei Reklamationsanfragen auch die Lage der defekten Pixel eine Rolle.