Pixelfehler
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Pixelfehler: Von toten und reanimierten Bildpunkten

Wer sich ein neues Notebook oder einen TFT-Monitor kauft, vergleicht zuvor Testberichte und Preise, wägt ab und macht sich die Entscheidung nicht immer leicht. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn das vermeintliche Top-Produkt Pixelfehler enthält. Was nun?

Bildpunkte leuchten dauerhaft, bleiben finster schwarz, schimmern blau und rot am oberen Display-Rand. Da muss der Hersteller nachbessern, denkt man sich und ist überrascht, am anderen Ende der Leitung nur einem Kopfschütteln zu begegnen: "Es tut uns Leid, ein Fehlpixel ist bei uns leider kein Reklamationsgrund."

Zunächst einmal: Aus einer solchen Erfahrung sollte man lernen, sich zukünftig vor dem Kauf des Gerätes von seiner Fehlerfreiheit zu überzeugen. Unter Umständen könnten sich dabei Monitor-Testprogramme als nützlich erweisen. Zweitens lohnt es sich, dem Hersteller weiterhin hartnäckig auf den Zahn zu fühlen, ob ein Umtausch nicht vielleicht doch gerechtfertigt ist.

Pixelfehler beheben

Ist das Kind endgültig in den Brunnen gefallen und der Hersteller verweigert auch nach der dritten Anfrage einen Umtausch, bleibt nur noch eine Lösung – denn es besteht die berechtigte Hoffnung, toten Pixeln auch im Nachhinein wieder Leben einzuhauchen. Dies geschieht mit kleinen Freeware-Tools wie UnDeadPixel.

Das Programm bietet gleich zwei Werkzeuge. Zum einen ist es ein Ortungssystem für erstarrte Bildpunkte: Während ein monochromer Farbwechsel langsam über den Monitor flimmert, fallen dunkle, helle und bunte Pixel sofort auf. Ist der Fehler erst einmal lokalisiert, wird UnDeadPixel auf Wunsch ein pixelgenaues zweites Farbspektakel initiieren - kleiner und vor allem schneller. Zweck der Übung: Durch die ständige Ansprache des Transistors können tote Pixel wieder reanimiert werden. Das kann nach Angaben des Programmierers auch schon einmal ein paar Stunden dauern. Eine Garantie gibt es nicht, einen Versuch ist es aber in jedem Fall wert.

Kleine Einführung in die Pixelwelt

Es wird nicht kompliziert, keine Sorge. Ein Liquid Crystal Display, kurz LCD, besteht aus einzelnen Bildpunkten. Bei einer Auflösung von 1024 x 768 entspricht das etwa 786.432 Pixeln. Diese bestehen wiederum aus einem roten, einem grünen und einem blauen sogenannten Subpixel. Jeder dieser Unterbildpunkte wird durch einen eigenen Transistor angesteuert, was bei 2,4 Millionen von ihnen nicht immer fehlerfrei klappt. Deshalb sei es normal, wenn ein oder zwei Pixel beziehungsweise Subpixel ausfallen oder dauerhaft leuchten, sagen die Hersteller.

Um ein objektives Kriterium bei der Bewertung der Zumutbarkeit zu haben, wurde die DIN-Norm ISO 9241 eingeführt. Sie bewertet LCDs nach Kriterien wie Leuchtdichte, Kontrast und Farbe und räumt jedem Bildschirm ein bestimmtes Maß an Fehlerhäufigkeit ein. Unterschieden wird dabei in fünf Fehlerklassen, die für schwarze und leuchtende Pixel und Subpixel gelten. Fehlerklasse II beispielsweise erlaubt maximal zehn fehlerhafte Subpixel sowie je zwei ständig leuchtende oder ständig schwarze Pixel. Bei Fehlerklasse IV sind es bis zu 500 fehlerhafte Subpixel, 50 ständig leuchtende und 150 ständig schwarze Pixel.

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