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PDF erstellen: Kostenlose Alternativen zu Adobe

Unsere Redaktion zeigt, mit welcher kostenlosen PDF-Creator-Software Sie sich die teuren Adobe-Produkte sparen können. Des Weiteren verraten wir, wie Sie Text ohne mühsames Abtippen aus einem geschützten PDF direkt in Word und Co. weiterverarbeiten können.

Adobe© Adobe

1990: Neben dem Gewinn der Fußball-WM und der Wiedervereinigung hat sich dieser Tage noch ein Ereignis von großer Tragweite abgespielt – allerdings weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Mit der Anerkennung von Adobes Postscipt als Druckstandard wird der Grundstein für das Portable Document Format (PDF) gelegt.

Der Vorteil von PDFs ist so einfach wie genial: Egal, auf welchem Betriebssystem das Dokument geöffnet wird, die Darstellung im PC und das Druckbild bleiben jedes Mal identisch. Mit dem Boom des Internets wurde genau diese Eigenschaft des PDF zum Garant für dessen Erfolg: 1993 erschien die erste Adobe Acrobat Software, mit der sich PDFs erzeugen und betrachten ließen. Auch für die Langzeitarchivierung spielt PDF, insbesondere PDF/A, eine große Rolle. Den Acrobat Reader zum Betrachten der PDFs stellt Adobe kostenlos bereit.

Für das Erzeugen von PDFs bietet der Hersteller aber keine Freeware an. Dafür werden die Adobe Programme Acrobat 9 Standard, Pro oder Extended benötigt. Allerdings sind diese Editionen für den Privatanwender aufgrund des hohen Preises wenig interessant. Wer trotzdem Interesse hat: Eine Übersicht über die verschiedenen Editionen stellt Adobe auf seiner amerikanischen Website bereit.

Die Programme Open Office und Microsoft Office unterstützen zwar das Speichern von Dateien im PDF-Format, die Suche nach Funktionen wie dem Trennen oder Zusammenführen von PDF-Dokumenten und dem Einfügen von Kommentaren verläuft allerdings vergeblich. Adobe lässt sich diese Features gut bezahlen und bietet diese erst in der Standard-Edition des Acrobat an.

Freeware zum Erstellen von PDFs

Mit der vorgestellten Freeware können Sie aus Dokumenten und Bildern PDFs erstellen und Berechtigungen für Texte und Bilder vergeben sowie einfach Textstellen hervorheben oder Anmerkungen, Zeichnungen, Grafiken und vieles mehr einfügen.

Die richtige Software: PDF Creator und PDF24

Zum Erstellen eines PDFs aus einer bereits vorhandenen Datei eignen sich die Programme PDF Creator und PDF24. Beide Tools erzeugen das PDF über einen eigens installierten Druckertreiber. Wird beim Drucken nun der entsprechende Eintrag gewählt, lässt sich so aus jedem Programm mit Druckfunktion ein PDF erzeugen.

Der PDF Creator bleibt auch bei der Bedienung diesem Konzept treu: Nach der Installation kann nun aus jedem Programm mit Druckfunktion ein PDF generiert werden - dazu muss zum Drucken nur der entsprechende PDFCreator-Eintrag verwendet werden. Dank der Veröffentlichung der Software unter der GNU General Public License ist der PDF-Creator auch in Firmen einsetzbar. Das Programm unterstützt zudem das PDF/A Format, der Standard für die Langzeitarchivierung von digitalen Dokumenten. Neben dem Portable Document Format können auch zahlreiche andere Dateiformate erzeugt werden.

PDF24 ist der "Allesfresser" unter den PDF Konvertern. In Sekunden sind Bilder, einfache Textdateien, Microsoft Word-Dokumente und andere PDFs zusammengefügt. Auch das Extrahieren einzelner oder mehrerer Seiten aus einem PDF gelingt problemlos. PDF24 erlaubt zudem weitergehende Einstellungen, wie die Vergabe eines Passwortes oder das Schützen bestimmter Inhalte. Zu finden sind die Optionen unter "Eigenschaften" nach einem Rechtsklick auf den Titel des neuen PDF.

Digitalisierung: PDF aus Papiervorlage erstellen

Auch für den Fall, dass ausgedruckte Dokumente oder Scans als PDF gespeichert werden sollen, gibt es passende Programme. Einige Gerätehersteller liefern die nötige Software gleich mit. Beispielsweise bietet Canon den MP Navigator für seine 3-in-1-Geräte, Epson nennt sein Programm schlicht Scan. Eine freie Alternative stellt Irfanview dar. Bitte beachten: Zum Speichern im PDF-Format werden noch die Irfan View Graphic Viewer Plugins benötigt.

PDF in Text und Dokumente umwandeln

Sobald der Text in einem PDF geschützt ist, lässt er sich nicht kopieren beziehungsweise in die Zwischenablage einfügen. Den Text abzutippen wäre wenig praktikabel, die Aufgabe kann ebenso gut ein Scanner mit Texterkennungssoftware (OCR - Optical Character Recognition) übernehmen – sofern es sich um gedruckten Text und eine der gängigen Schriftarten handelt.

Der Abby Finereader glänzt mit einer guten Erkennung und Features wie automatischer Sprachenerkennung. Zum Testen stell Abby eine Trial-Version zur Verfügung. Das Web bietet auch hier eine kostenlose Alternative: free-ocr.com erkennt die gängigsten Schriftarten wie Arial, Times New Roman oder Verdana in 29 Sprachen problemlos und wandelt sie in einen editierbaren Text um. Leider ist die Dateigröße auf zwei Megabyte begrenzt, im Bedarfsfall kann das PDF aber mit PDF24 geteilt werden.

Dokumente bearbeiten: PDFs wie Papier nutzen

Zum Schluss sei an dieser Stelle mit dem Foxit Reader die Alternative zum mitunter schwerfällig wirkenden Acrobat Reader erwähnt. Dessen Fähigkeiten gehen über die des Acrobat Readers deutlich hinaus, auch mit dem kostenlos bereitgestellten Funktionsumfang.

Im Gegensatz zum Adobe Produkt kann der Foxit Reader das PDF mit eigenen Kommentaren versehen und Text markieren. Für die Möglichkeit einfache Pfeile zu zeichnen, wird aber bereits die kostenpflichtige Pro-Version benötigt.

Für umfangreiches Arbeiten mit PDF-Dateien empfiehlt sich daher der PDF-XChange Viewer. Bereits in der kostenlosen Lite-Ausgabe verfügt das Programm über Funktionen, die es sonst nur gegen Bezahlung gibt. Auf Wasserzeichen oder Anmerkungen, dass es sich um eine Trial-Version handelt, verzichtet die Software oftmals. Der PDF-XChange Viewer verfügt einen Textmarker, kann Texte durch- und unterstreichen, erlaubt getippte oder handgeschriebene Anmerkungen, Notizen in Form von "Sticky Notes" und bietet darüber hinaus Werkzeuge wie ein Lineal. Das Zeichnen von geometrischen Formen ist ebenfalls möglich. Mit der Stempelfunktion können oft genutzte Grafiken wie Logos etc. komfortabel im PDF verarbeitet werden. Alle Änderungen lassen sich später auch wieder entfernen.

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