Intel GMA gegen AMD APU: Intel-Netbooks verlassen sich auf den Onboardchip Intel GMA 950 oder - mit der neuen Atom-Generation - den 3150. Der Leistungszugewinn ist allerdings gering. Für die Filmwiedergabe in Standardauflösung sind diese Notebooks stark genug, bei 3D-Spielen hört es natürlich auf. Auch bei der Wiedergabe von HD-Filmen kommt es zu Problemen. In unseren Tests ließen sich mit Netbooks mit Intel GMA 3150 nicht alle 720p-Filme abspielen, auch hochauflösendes Material bei YouTube geriet ins Stocken. Darüber hinaus ist in der Regel nur ein analoger VGA-Ausgang vorhanden, ein moderner Flachbildfernseher mit HDMI lässt sich dann nur via Adapter und mit Qualitätsverlust anschließen. Die kleinen Laptops mit AMD APU haben in diesem Bereich die Nase deutlich vorn. Mit den stärkeren E-Prozessoren wie dem E-350 Dual-Core mit 1,6 GHz und integrierter Radeon HD 6310 Grafik lassen sich sogar 1080p-Videos flüssig wiedergeben und ältere Spiele anwerfen. Zudem ist ein HDMI-Ausgang vorhanden.
Überblick
- Seite 1: Einführung, Abgrenzung Notebook und Netbook, Leistung
- Seite 2: Leistung Teil 2, Akkulaufzeit
- Seite 3: Speicherplatz, Display, Gewicht und Kommunikation
- Seite 4: Subnotebooks, Laufwerk und Fazit
Nvidia Ion
Eine Lösung von Nvidia ist die zweite Generation der Ion-Grafik, die die zehnfache Leistung üblicher Netbook-Grafiklösungen verspricht. Gemeint ist Intels GMA. In unserem Asus Eee PC 1201PN Test konnten wir Ion 2 ausprobieren. Ältere 3D-Spiele und Full-HD-Videos stellen kein Problem dar, anspruchsvolle Spiele überfordern die Geräte allerdings.
Wann ein Netbook zu schwach ist
Wer also unbedingt mobil aktuelle Games zocken möchte, kommt um ein Notebook mit starker Grafikkarte nicht herum. Auch alle, die eine höhere Prozessorleistung benötigen, können sich vom Gedanken an ein Netbook verabschieden. Die Prozessoren, die in aktuellen Notebooks größeren Formats verbaut sind - wie die zweite Generation der Intel core-i-Prozessoren alias Sandy Bridge und AMDs Fusion APUs der A-Serie mit dem Codenamen Llano - überflügeln die Netbook-CPUs deutlich. In den günstigen Laptops ab 300 Euro finden sich zwar ältere CPUs, aber dennoch bereits Dual-Core-Modelle und mindestens 2 GB RAM. Multimedia-Notebooks sind heutzutage mit 4 GB RAM aufwärts bestückt.
Laufzeitwunder: Notebooks holen auf
Exotisch: Das N10J - ein Mini-Modell mit Grafikkarte.
Bild: Asus
An die Leistungsfrage ist auch die Akkulaufzeit gekoppelt. Das große Plus der Netbook-Prozessoren ist ihre geringe Leistungsaufnahme: Der ältere Intel Atom N270 verursacht eine TDP (Thermal Design Power) von lediglich 2,5 Watt; selbst als Dual-Core-Prozessor N570 mit 1,66 GHz und Intel GMA 3150 Grafik sowie einem Speichercontroller auf einem einzigen Chip verlangt er nur 8,5 Watt. Je nach Akku sind daher längere Laufzeiten drin als bei einem durchschnittlichen Notebook. Mit einem 6-Zellen-Exemplar sind die entsprechenden Rechner oftmals mehr als fünf Stunden am Stück mobil. Auch die Fusion APUs der Reihen C und E von AMD erreichen ausgedehnte Akkulaufzeiten. Ihre TDP liegt bei 9 bis 18 Watt.
Von derart langen Laufzeiten können die meisten Notebooks – zumindest die im unteren und somit vergleichbaren Preissegment – nur träumen. Hier ist unter Vollast schon nach unter 2 Stunden Schluss. Mittlerweile hat zwar auch nahezu jeder der großen Hersteller eine Notebook-Linie mit besonders langer Akkulaufzeit im Programm. Diese Modelle, wie Acers Timeline-Reihe oder die Asus UnLimited-Geräte, halten auch länger als 8 Stunden durch, kosten aber etwa 600 Euro aufwärts. Allerdings werden nicht immer ausgewiesene Stromsparprozessoren verwendet, die keine so hohe Leistung wie reguläre CPUs erreichen. Durch sinkende Leistungsaufnahme, stärkere Akkus und die fortschreitende Entwicklung der Onboardgrafikchips, die immer leistungsfähiger werden, steigen auch bei Laptops mit stärkeren CPUs die mobilen Laufzeiten. Preislich spielen sie trotzdem in einer ganz anderen Liga als Netbooks.