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Notebook-Kaufberatung - welcher Laptop für wen?

Wer sich ein Notebook kaufen möchte, steht zunächst vor einer fast unüberschaubaren Anzahl von Modellen. Um den geeigneten Rechner zu finden, sollte man sich daher überlegen, für welche Aufgaben dieser eingesetzt werden soll. Die Redaktion von onlinekosten.de hilft bei der Kaufentscheidung.

Laptop© FotolEdhar / Fotolia.com

Soll das Notebook als Zweitgerät oder mobiler Computer für unterwegs dienen? Muss er mit anspruchsvollen Anwendungen wie 3D-Spielen fertig werden oder genügt auch ein günstigeres Modell mit schwächerem Prozessor? Diese und weitere Fragen sollte man sich vor der Anschaffung eines Notebooks stellen. Details erläutern wir in unserer folgenden Kaufberatung.

  • Welche Größe darf es sein?

    Zunächst stellt sich die Frage nach der passenden Größe des Notebooks. Für die meisten Anwendungen eignet sich sicherlich ein Brot-und-Butter-Modell mit 15,4 - beziehungsweise bei Breitbild-Geräten - 15,6 Zoll großem Display. Exemplare aus dieser Größenklasse sind aufgrund ihrer starken Verbreitung auch in der untersten Preisklasse zu finden und bieten einen ausreichend großen Bildschirm, um zu Hause halbwegs komfortabel zu arbeiten, sind aber gleichzeitig noch leicht genug, um auch mal transportiert zu werden.

    Wer einen Desktop-Ersatz sucht und den Laptop eher selten bewegt, ist mit der 17-Zoll-Klasse besser bedient, da der größere Bildschirm die Augen schont. Mittlerweile gehen die Geräte sogar bis 18 Zoll. Ein größeres Display verbraucht allerdings auch mehr Strom und in der Regel sind diese Notebooks eher der Multimedia- und Unterhaltungsklasse zuzuordnen und demnach mit stärkerer Hardware bestückt. Das alles mündet in einer kürzeren Akkulaufzeit. Für besonders mobile Nutzer eignen sich 14-Zoll-Varianten, Subnotebooks aus der 13-Zoll-Klasse oder die ehemals so beliebten Netbooks oder auch ein Tablet mit Bluetooth-Tastatur.

    Dünne und leichte Subnotebooks haben gegen Ende des Jahres 2011 zudem unter der Schirmherrschaft von Intel als eine eigene Geräteklasse den Markt betreten: Als Ultrabook. Intel hat sich die Bezeichnung "Ultrabook" als Marke schützen lassen, sodass sich nur solche Geräte entsprechend nennen dürfen, die bestimmte Kriterien erfüllen. Daher ist garantiert, dass eine gewisse Bauhöhe nicht überschritten und eine vorgegebene Akkulaufzeit nicht unterschritten wird.

  • Display: Matt oder mit Spiegeleffekt

    Unterschiede gibt es auch bei der Qualität und Auflösung des Displays. Wer das Notebook nicht als Desktop-Ersatz, sondern nur zwischendurch für alltägliche Dinge wie Surfen oder Textverarbeitung nutzt, wird sicherlich mit einem günstigen Modell auskommen. Soll der Laptop jedoch beispielsweise als Multimedia-Kiste oder zum Spielen dienen, macht sich ein besserer Bildschirm mit höherer Auflösung bezahlt. Wie auch bei TFT-Monitoren ist dabei zum Beispiel auf eine gleichmäßige Ausleuchtung zu achten.

    Kurze Reaktionszeiten sind für die meisten Anwendungen eher unerheblich – spezielle Gaming-Notebooks hingegen integrieren oft Bildschirme mit kurzer Response Time, um Schliereneffekte bei Computerspielen zu vermeiden. In diesem Bereich stößt man auch häufiger auf spiegelglatte Displays: Auf den ersten Blick sehen diese zwar gut aus und liefern knackige Farben, allerdings kann der Spiegeleffekt vor allem bei Sonneneinstrahlung und im Freien enorm stören. Doch auch hier gibt es Unterschiede; nicht jedes glatte Display spiegelt gleich stark. Außerdem kann eine hohe Helligkeit die Spiegelungen abfedern. Sitzt man öfter zu zweit vor dem Bildschirm, sollten zusätzlich die Blickwinkel überprüft werden. TN-Panel, die am häufigsten verbaut werden, haben hier das Nachsehen. Stabiler bleibt die Anzeige bei IPS-Bildschirmen.

  • Leistung und Prozessor
    Wer das Notebook zu Hause oder im Büro für weniger leistungshungrige Aufgaben nutzen möchte und kein unbegrenztes Budget zur Verfügung hat, braucht ganz sicher kein teures Modell. Für solche Anwendungen reicht an sich auch ein schwächeres Einstiegsmodell. Für anspruchsvollere Aufgaben wie Bild- oder Videobearbeitung ist in jedem Fall ein Mehrkern-Prozessor zu empfehlen. Wer etwas mehr Geld investieren und länger mobil arbeiten möchte, greift zu neueren CPU-Generationen, die verglichen mit ihren älteren Kollegen über eine geringere Leistungsaufnahme verfügen, was schlussendlich den Akku schont. Beim Desktop-Ersatz mag das nur zweitrangig sein, für mobile Anwender ist die Akkulaufzeit jedoch ein sehr wichtiges Kriterium.
  • Akkulaufzeit
    Nicht nur die CPUs werden sparsamer, die Hersteller verbauen in Geräten, die besonders mobil sein sollen, auch stärkere Akkus. Wer viel unterwegs arbeitet, sollte eine solche Hochleistungsbatterie oder einen zweiten Akku zum Wechseln in Betracht ziehen. Mittlerweile haben nahezu alle bekannten Hersteller Notebook-Serien im Programm, die im üblichen Betrieb einen ganzen Arbeitstag, sprich acht Stunden und länger, am Stück durchhalten. Dabei werden aber nicht immer ausgewiesene Stromsparprozessoren verwendet, die bezüglich ihrer Leistung den regulären CPUs hinterherhinken. Auch durch die fortschreitende Entwicklung der Onboardgrafikchips, die immer leistungsfähiger werden, und geschicktes Koppeln von Grafikkarte und Onboard-Grafiklösung lassen sich - trotz guter Leistung - längere Laufzeiten realisieren.
  • Pflicht: Ausreichend Arbeitsspeicher
    Ein ausreichend großer Arbeitsspeicher ist wichtig, wenn der Anwender häufig mehrere Programme parallel nutzt. Bei Laptops jenseits der Netbook-Klasse sind 4 GB RAM als Standard ansetzen. Im Multimedia-Bereich ist das längst der Fall. Lieber etwas mehr als zu wenig Arbeitsspeicher ist schon deshalb zu empfehlen, weil es bei Notebooks schwieriger und teurer ist als bei Desktop-PCs, den Arbeitsspeicher nachträglich aufzurüsten. Wer das innerhalb der ersten zwei Jahre in Betracht zieht, würde außerdem oftmals die Garantie verlieren, da der Rechner geöffnet werden muss.
  • Festplatte: Wie viel Platz muss sein?

    Ähnlich sieht es bei der Festplatte aus: Auch hier sollte man lieber mehr als unbedingt nötig kaufen, um nicht aufstocken oder auf externe Festplatten zurückgreifen zu müssen. Allerdings gilt auch beim Speicherplatz: Nicht für jeden Anwender sind Spitzen-Kapazitäten nötig. Wer das Notebook nur als Schreibmaschine nutzt und lediglich Word- oder Excel-Dokumente abspeichert, kommt mit den schmalsten verfügbaren Größen aus. Aufgrund des Preisverfalls bringen aber selbst die günstigen Einsteiger-Laptops genügend Speicher mit. Für Multimedia-Nutzer, die viele Musik- und Filmdateien besitzen, empfiehlt sich eine größere Festplatte.

    SSDs (Solid State Drive) erlauben kürzere Zugriffszeiten, was sich beispielsweise bei Computerspielen bemerkbar macht. Auch das Booten von Windows und Starten von Programm geht schneller vonstatten. Zudem sind sie leichter und sparsamer im Stromverbrauch, auch Stöße und Erschütterungen machen ihnen weniger aus. Wer darauf Wert legt, für den kann sich eine SSD lohnen. Unentschlossene, die sowohl die Vorteile von herkömmlichen Festplatten als auch von SSDs schätzen, finden Kombinationen: Im Multimedia- und Gaming-Bereich bieten die Laptop-Hersteller Geräte mit SATA-Festplatten und zusätzlichem Flashspeicher in der Größenordnung einiger GB an. Daten zum Abspeichern wandern nach wie vor auf die Festplatte; der Flashshpeicher dient lediglich dazu, Windows und Programmen zu einem schnelleren Start zu verhelfen.

    Besonders häufig mit SSDs bestückt sind die Ultrabooks. Zwar gibt es einige Ausnahmen, die ihren herkömmlichen Festplatten mit kleinen SSDs auf die Sprünge helfen, die meisten Ultrabooks setzen jedoch aus Platz- und Gewichtsgründen auf ein Solid State Drive, was sich auch im Preis niederschlägt.

  • Grafik
    Einsteigermodelle, Business-Notebooks und auch besonders leichte Geräte wie Subnotebooks arbeiten in der Regel mit Onboard-Grafikchips, die früher fest auf dem Mainboard und mittlerweile mit auf dem Prozessor integriert sind, und keinen eigenen Speicher mitbringen. Zur Bildbearbeitung, Videowiedergabe und für weniger aufwendige Spiele reichen sie absolut aus. Auch Filme in HD-Qualität lassen sich abspielen. Lediglich bei Full-HD-Streifen kommt es auf den Grafikchip an, ob noch geruckelt oder schon flüssig abgespielt wird. Wer sich für aktuelle 3D-Games interessiert, ist allerdings nach wie vor auf eine dedizierte Grafikkarte mit Speicher angewiesen, die sich in der Regel nicht nachträglich einbauen lässt. Es muss nicht immer eine Karte aus dem Highend-Bereich sein, es sei denn, die Spiele sind sehr fordernd für die Grafikkarte und sollen in der höchsten Auflösung und mit allen Details laufen.
  • USB und Multimedia-Anschlüsse

    Wer einen externen Monitor oder Fernseher anschließen möchte, sollte ebenfalls die verbaute Grafikkarte überprüfen: Während einige Modelle - wie besonders günstige Onboardchips bei Netbooks - lediglich einen analogen D-Sub-Ausgang bieten, der Qualitätsverluste mit sich bringen kann, sind moderne Geräte mit einem digitalen DVI-Port oder HDMI ausgestattet. HDMI überträgt nicht nur Bild-, sondern auch Tonsignale. Wer Notebook und Fernseher darüber verbindet, benötigt daher kein zusätzliches Audiokabel mehr. Weitere Anschlussmöglichkeit wären DisplayPort und Thunderbolt - insofern der entsprechende Bildschirm mit dieser Schnittstelle bestückt ist.

    Allgemein sind möglichst viele USB-Ports zu empfehlen, damit ohne zusätzlichen Hub mehrere Geräte parallel angeschlossen werden können. Soll das Notebook bevorzugt unterwegs zum Einsatz kommen, reichen zwei Anschlüsse aus. Soll es den heimischen Computer ersetzen, sind mehrere Ports von Vorteil. Praktisch ist es, wenn die USB-Steckplätze auf beide Seiten verteilt sind oder zumindest weiter auseinander liegen. So verdecken breitere USB-Geräte wie Speicher- oder UMTS-Sticks keine benachbarten Schnittstellen. USB-3.0-Ports sind noch nicht bei allen Notebooks zu finden; Daten sind damit deutlich zügiger auf den Stick geschoben oder auf die Festplatte kopiert. Allerdings hängt der Wert in der Praxis auch vom jeweiligen USB-Stick ab, der natürlich ebenfalls USB 3.0 unterstützen muss.

    Für Digitalkamera- und Tablet-PC-Besitzer kann ein Speicherkartenleser sinnvoll sein, falls kein separater USB-Leser benutzt werden soll. Größere Notebooks integrieren in der Regel ein Lesegerät, das mindestens zwei Speicherkarten-Standards unterstützt. Bei kleinen Netbooks oder stark verschlankten Ultrabooks kann ein solcher Leser aber schonmal auf der Strecke bleiben. Ethernet und WLAN sind selbstverständlich, wobei Gigabit LAN einem flotten Datentransfer im Heimnetzwerk zugute kommt. Für einen mobilen Internetzugriff - unabhängig von WLAN-Hotspots - gibt es drei Möglichkeiten: ein integriertes UMTS/HSPA-Modem, nachgerüstetes 3G per Stick oder ein UMTS-fähiges Handy (Tethering). Kein Standard, aber dennoch oftmals verbaut, ist Bluetooth.

  • DVD und Blu-ray

    Während ein DVD-Laufwerk/-Brenner auch bei günstigen Notebooks ab 15 Zoll zum Standard-Repertoire gehört, müssen Fans von HD-Videos tiefer in die Taschen greifen. Notebooks mit Blu-ray-Laufwerk können noch vergleichsweise günstig sein, ein Blu-ray-Brenner treibt den Preis wiederum nach oben. Darüber hinaus bieten einige Notebooks eine Reihe zusätzlicher Features, welche zwar der durchschnittliche Nutzer eher nicht benötigt, die aber für den Einen oder Anderen interessant sein könnten – zum Beispiel einen Fingerprint-Sensor, den man vor allem bei Business-Notebooks vorfindet. So lassen sich die sensiblen Geschäftsdaten oder persönliche Informationen mit dem eigenen Fingerabdruck gegen unbefugten Zugriff absichern.

  • Webcam, Mikrofon, TV-Tuner
    Auch eine integrierte Webcam kann praktisch sein. Je nach Preisklasse verbauen die Hersteller einfache Modelle mit VGA-Auflösung für den Chat zwischendurch oder auch hochwertigere Kameras mit 1,3 oder 2,0 Megapixel, die sich auch für Schnappschüsse in besserer Qualität und Videokonferenzen eignen. Oftmals ist auch direkt ein Mikrofon an Bord, sodass auch ohne Headset geskypt werden kann. Für Multimedia-Fans könnte sich ein eingebauter TV-Tuner lohnen. So kann der Rechner als Fernseher oder Festplattenrecorder genutzt werden – vorausgesetzt, diese Funktion wird unterstützt. Geräte ohne Tuner können über den ExpressCard-Schacht oder den USB-Port aufgerüstet werden.
  • Tastatur und Touchpad

    Nachdem sich in der Touchpad-Entwicklung für eine lange Zeit nicht viel getan hatte, bringen die aktuellen Modelle multitouch-fähige Pads mit. Der Nutzer kann dann mehrere Finger zur Navigation verwenden und zum Beispiel Fotos vergrößern oder bequemer durch Internetseiten und Dokumente scrollen. Auch die Tastaturen haben eine Frischzellenkur durchlaufen: Immer häufiger setzen die Hersteller auf einzeln eingesetzte Tasten mit größeren Zwischenräumen, was je nach Unternehmen "Solid Keyboard", "Chiclet Tastatur" oder "Isolation Keyboard" genannt wird.

    Die neuen Tastaturen sind nicht zwangsläufig komfortabler, sehen aber moderner aus und sind leichter zu reinigen. Um das Probetippen kommen Vielschreiber beim Notebook-Kauf nicht herum. Nach und nach erhalten zudem beleuchtete Tastaturen Einzug: Nicht unpraktisch, wenn im Dunkeln auf der Couch noch ein bisschen gesurft oder gespielt wird. Während einige Hersteller Regler einbauen, um die Intensität der Beleuchtung abzuändern, übernehmen bei anderen Sensoren eine Anpassung an die Lichtverhältnisse in der Umgebung.

Fazit: Einsatzzweck und Budget bestimmen

Nicht für jeden Anwender ist ein Notebook der Oberklasse nötig. Vor dem Kauf sollten sich Verbraucher genau überlegen, wofür sie das Gerät einsetzen wollen. Soll das Notebook unterwegs mitgenommen werden, ist es ratsam, auf ein stabiles Gehäuse zu achten, das auch den Transport unbeschadet übersteht. Insbesondere sollte gecheckt werden, ob das Display gut geschützt ist, die Scharniere robust erscheinen und das Notebook im vorderen Bereich zugeklappt gut abschließt. Öffnet es sich leicht, werden Stifte und andere kleine Gegenstände innerhalb der Notebook-Tasche besser in einem separaten Fach verstaut.

Wo sollte man das Notebook kaufen?

Wer den Rechner im Elektro-Fachmarkt kauft, kann sich die Verarbeitung genau ansehen und dabei auch gleichzeitig auf den Bedienkomfort, die Tastatur, eventuell die Lautstärke im Betrieb und Pixelfehler im Display achten. Bei Aldi, Lidl und Co. gibt es keine technische Beratung und das Gerät kann vorher nicht ausprobiert werden.

Kann man auf die Extras verzichten, ist die Anschaffung über das Internet oftmals günstiger und der Anwender kann das Notebook aufgrund des Fernabsatzgesetzes in jedem Fall binnen 14 Tagen zurückgeben. Ein weiterer Vorteil ist, dass die oben erwähnten Punkte in Ruhe zu Hause - zum Beispiel auch in Bezug auf etwaige Pixelfehler - überprüft werden können. Für die endgültige Entscheidung sollte man sich ein wenig Zeit nehmen, schließlich begleitet einen das Notebook meist über Jahre. Vor der Bestellung sollten die Preise und Versandkosten der verschiedenen Shops – zum Beispiel mit einer Preissuchmaschine – verglichen werden.

Genaues Lesen der Liefer- und Zahlungsbedingungen sowie der AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen) und Voraussetzungen zur Rücknahme sind Pflicht. Bei unbekannten Shops, in denen der Nutzer zuvor noch keine Bestellung aufgegeben hat, zu attraktiv erscheinenden Preisen oder Händlern, die auf eine Vorauszahlung bestehen, empfiehlt sich außerdem eine Recherche im Internet.

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