Nettop
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Nettop: Stromspar-Mini statt Desktop

Wer einen neuen Computer kaufen möchte oder den Eltern oder Großeltern hilft, den ersten PC auszusuchen, steht zunächst vor der Frage: Notebook oder Desktop-Rechner? Eine Alternative für Leute mit wenig Platz könnte auch ein Nettop sein, ein sparsamer Klein-PC.

Diese meistens besonders kleinen und sparsamen Rechner erschienen in etwa zeitgleich mit den Netbooks, ihren ähnlichen Namen verdanken sie der größtenteils identischen Ausstattung.

Typische Nettop-Leistung

Ob nun ein Nettop dem Nutzer genügt oder nicht, lässt sich schnell beantworten, wenn man die Leistungsgrenzen der Winzlinge kennt. Ein durchschnittlicher Nettop ist im Innern ein Netbook und vereint daher die üblichen Komponenten, sprich einen Intel Atom Prozessor, ein bis zwei Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und rund 160 GB Speicherplatz auf der Festplatte. Die Grafikaufgaben muss in der Regel der Intel GMA 950 schultern.

Ein Nettop passt mit seinem kleinen Gehäuse gut ins Wohnzimmer, alternativ können viele Geräte an die Rückseite eines Monitors geschraubt werden. Für den Nettop als Multimedia-Zentrale spricht außerdem der zumeist leise Betrieb, dagegen spricht gegebenenfalls das fehlende Laufwerk sowie die teils zu geringe Leistung für High Definition.

Nichts für Spieler

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine solche Ausstattung für Aufgaben wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Surfen im Internet, E-Mail-Verkehr und das Anschauen von Videos ausreicht. Als Einstiegsgerät für Computer-Neulinge oder Büro-PC ist ein Nettop daher gut geeignet. Die Preise beginnen bei etwa 200 Euro.

Klein und genügsam

Als Vorteile der Nettops gelten die kompaktere Bauform (die Asus Eee Box B202 ist zum Beispiel nur so groß wie ein Buch), der zumeist sehr leise Betrieb und der geringe Stromverbrauch. Der Intel Atom N270 mit 1,6 Gigahertz (GHz) verbraucht nur 2,5 Watt, ein herkömmlicher Desktop-Prozessor von Intel hingegen mindestens 65 Watt. Der Gesamt-Stromverbrauch eines Desktop-Computers kommt auf rund 250 Watt aufwärts, die Asus Eee Box pendelt sich vergleichsweise bei etwa 20 Watt ein.

Aufrüsten? Schwierig

Die Mini-Maße der Nettops haben aber auch Nachteile. So fehlt zum Teil ein DVD-Laufwerk und auch mit der Aufrüstbarkeit ist es eher schlecht bestellt. Ein Anfänger wird sicherlich auch nicht vorhaben, die Hardware umzubauen. Versiertere Nutzer, die einen Rechner suchen, der sich Schritt für Schritt in der Leistung steigern lässt, sind mit einem großen Desktop-PC aber klar besser bedient.

Auch die Schnittstellen-Bestückung fällt dann meistens deutlich umfangreicher aus. So bieten große Computer nicht nur mehr USB-Ports, sondern je nach Bestückung auch zusätzliche Anschlüsse für Monitore, externe Festplatten und Sound-Systeme.

Vor dem Start von Windows 7 mussten Käufer eines Nettops aufgrund des Single-Core-Atoms und des knappen Arbeitsspeichers oftmals mit dem älteren Windows XP oder Linux Vorlieb nehmen - Vista schied aus und beschränkte sich auf Mini-Rechner mit Dual-Core-Atom, wie zum Beispiel den Shuttle X 5000TA (Test). Linux-Systeme sind je nach Distribution gerade für unerfahrene Anwender weniger benutzerfreundlich.

Ausflug: All-in-One

Beim zuvor erwähnten Shuttle X 5000TA handelt es sich sozusagen um eine Nebenart der Nettops – einem All-in-One-PC mit Netbook-Bestückung. Auch die übrigen bekannten Hersteller wie zum Beispiel Asus und MSI haben All-in-Ones mit und ohne Touchscreen im Angebot. Diese Komplettsysteme sind dank Intel Atom deutlich günstiger geworden und bringen fast immer passende Eingabegeräte mit. Ein günstiger Desktop-PC mit TFT-Monitor und Zubehör wäre jedoch auch nicht teurer. In diesem Fall ließe sich sogar ein größerer Bildschirm realisieren: Die All-in-Ones mit Atom – wie zum Beispiel auch der Asus Eee Top – beschränken sich oft auf 15 bis 16 Zoll. Ob nun ein All-in-One oder Einzel-Komponenten auf oder unter dem Schreibtisch stehen sollen, ist somit eine Geschmacks- und eine Ergonomie-Frage. Wie Nettops lassen sich natürlich auch All-in-One-PCs schlecht aufrüsten.

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