Der Dezember bescherte Musikliebhabern gleich zwei neue Angebote im Internet: Eine knappe Woche nach dem Start von rara.com in Deutschland trat ein weiterer Anbieter einer Musik-Streaming-Flatrate in Erscheinung: Deezer. Wie die bereits etablierten Konkurrenten Napster, simfy und Juke stellt Deezer die Musikdateien über die Internetverbindung auf verschiedenen Endgeräten bereit.
Deezer: Kostenloses Probehören
Wer sich auf www.deezer.com umschaut, wird sofort einen Unterschied zu Napster und rara.com entdecken: Auch ohne sich zu registrieren oder für eine kostenpflichtige Mitgliedschaft zu entscheiden, kann das Millionen von Songs umfassende Repertoire von Deezer nach Belieben durchsucht und auf die Probe gestellt werden. Zwar lassen sich keine kompletten Titel abspielen, so wie es bei simfy bis zu einer Grenze von 5 Stunden pro Monat möglich ist, immerhin gibt es zu den Musikstücken aber eine 30-sekündige Kostprobe. So kann sich der Nutzer mit dem Dienst vertraut machen und anschließend entscheiden, ob er einen Vollzugriff freischalten lassen möchte. Der wiederum lässt sich aber nur mit einem Facebook-Account einrichten.
Die Deezer-Startseite: Probehören und Stöbern sind gratis und ohne Registrierung möglich.
Premium-Zugang: Mobil und offline
Die günstigere Variante heißt Deezer Premium. Für 4,99 Euro pro Monat erhält der Nutzer über seinen PC-Browser Zugriff auf die Titel in voller Länge und ohne Werbung. Wer Wert darauf legt, die Songs auch auf einem Audio-System von Logitech oder Sonos, einem Internet-fähigen Fernseher von Philips, einem Handy oder Tablet-PC anhören zu können, muss zu Deezer Premium+ für 9,99 Euro pro Monat greifen. Dann werden auch Apples Geräte mit iOS wie der iPod Touch, das iPhone oder iPad, Android-Smartphones, BlackBerrys und Handys mit Windows Phone 7 unterstützt. Eine weitere Funktion, die nur Premium+-Kunden zur Verfügung steht, ist der Offline-Modus, mit dem sich zuvor heruntergeladene Titel auch ohne Internetanbindung anhören lassen.
Um das Entdecken von Musik zu erleichtern, informiert Deezer über die aktuellen Neuerscheinungen aus verschiedenen Musik-Genres sowie die beliebtesten Titel, Alben und Interpreten. Wer sich einfach berieseln lassen möchte oder weitere Anregungen sucht, kann auf die vorab zusammengestellten Radiokanäle zurückgreifen. Soll ein Lied dauerhaft auf der Festplatte gespeichert werden, ist ein kostenpflichtiger Musik-Download nötig. Deezer stellt hierzu Links zu iTunes und Amazon bereit.
Deezer lockt mit hoher Klangqualität
Deezer blickt nach eigenen Angaben auf ein Repertoire von 13 Millionen Songs und reiht sich damit direkt neben Juke, dem Angebot der zur Media-Saturn-Holding gehörenden 24-7 Entertainment GmbH, ein. Die Titel werden bei Deezer mit bis zu 320 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s) gestreamt. Zwar liegen nicht alle Musikstücke in einer so hohen Qualität vor, bei den Napster- und simfy-Streams liegt das Maximum von 128 beziehungsweise 192 Kbit/s dennoch generell darunter. Wer Deezer kostenlos ausprobieren möchte, kann die Zugänge Premium und Premium+ 15 Tage lang testen.
Was Deezer – über die Bitrate der Songs hinausgehend – von anderen Anbietern unterscheidet, ist der internationale Ansatz. Der bereits seit vier Jahren in Großbritannien, Frankreich und Belgien aktive Service drängt in den kommenden Monaten auf weitere Märkte, sodass bis Juni 2012 rund 200 Länder zum Kreis der Nutzer zählen sollen. Eine Einschränkung - zumindest für diejenigen ohne Hang zu sozialen Netzwerken - ist, dass Deezer zwingend einen Facebook-Account voraussetzt. Eine Verknüpfung zu Twitter steht ebenfalls bereit.