Ratgeber

Internet Explorer: Add-Ons, die man haben muss

Pimp my Browser: Die Redaktion von onlinekosten.de präsentiert die besten und beliebtesten Erweiterungen für den Microsoft-Browser.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Ob nun der Internet Explorer besser als der Firefox ist, oder umgekehrt – beide Browser sind in Sachen Funktionsvielfalt von Haus aus richtige Muffel. Nachdem onlinekosten.de vor einiger Zeit schon einmal die besten Plugins für den Firefox vorgestellt hat, ist nun der Microsoft-Browser an der Reihe. Die Redaktion hat sich dafür auf dem aktuellen Add-On-Markt einmal umgesehen und einige Fundstücke zusammengetragen, die einen schnelleren, sichereren und spaßigeren Umgang mit dem Internet Explorer 7 bieten.

Viloader: YouTube-Videos zum Mitnehmen

Vor allem Anhänger von Videoclip-Portalen wie YouTube, MySpace Video oder Google Video werden sich für das erste Add-On interessieren. Viloader ist ein kostenloses Tool, das es Nutzern erlaubt, per Knopfdruck Videos auf den Desktop herunterzuladen. Das Ergebnis ist eine Flash Video-Datei, die sich mit einem geeigneten Abspielprogramm (zum Beispiel dem FLV-Player) auch offline aufrufen lässt. Die Bedienung des Viloaders ist denkbar einfach. Einmal installiert lässt sich die Funktion bei geöffneter Videoseite mit der rechten Maustaste aufrufen. Ein Klick auf "Download Video" und es öffnet sich ein Popup-Fenster, das neben einer kleinen Werbeeinblendung auch den Download-Link präsentiert.
Die Internet Explorer-Erweiterung kann auf der Viloader-Seite kostenlos heruntergeladen werden. Dort findet sich ebenfalls ein Konvertierprogramm für FLV-Videos im Download-Angebot.

Inline Search: Schneller suchen und finden

Der Internet Explorer hat ein Suchproblem. Ruft man die entsprechende Funktion auf, erscheint ein kleines Pop-Up-Fenster, das eher die Sicht auf den Inhalt versperrt, anstatt für schnelle Orientierung im Text zu sorgen. Hier hätte der Microsoft-Browser vom Konkurrenten Firefox lernen können – aber was nicht ist, kann ja noch werden. Um sich bis dahin die Wartezeit zu verkürzen, kann man auf das Add-On Inline Search zurückgreifen, das genau wie die Firefox-Suche ein kleines Eingabefenster am unteren Rand erscheinen lässt. Besonders schnell geschieht dies durch das Tastenkürzel "CTR+F". Gesuchte Begriffe werden farblich markiert, per Klick springt der Curser dann von Marke zu Marke.

ShareThis: Teilen auf Knopfdruck

Auf dieses kleine Tool hat das Web 2.0 gewartet. Mit ShareThis können Nutzer Websiteinhalte per Knopfdruck an ihre Freunde bei MySpace, Facebook und AIM weiterleiten – ohne sich zuvor einloggen zu müssen. Die Erweiterung sammelt zudem alle Kontakte, die bei den sozialen Diensten hinterlegt sind, sodass sich die Suche nach E-Mail-Adressen und Nutzernamen erübrigt. Zu guter Letzt wird alles, was bisher mit anderen geteilt wurde, automatisch in der Online Share-Box archiviert. ShareThis ist kostenlos, aber um wirklich alle Funktionen nutzen zu können, ist eine kurze Registrierung notwendig.

Bei Maxthon (ehemals MyIE2) handelt es sich eigentlich weniger um eine Erweiterung als um einen Komplettumbau. Das Add-On nutzt einzig die Rendering-Engine des Internet Explores, der Rest wird durch zusätzlich programmierte Features ersetzt.

Maxthon: Generalüberholung für den Internet Explorer

Und die können sich sehen lassen: Popup- und Werbeblocker, RSS-Reader für Texte und Podcasts, integrierte Sicherheitsüberwachung, Steuerung durch Mausgesten (Nutzer sprechen von "Kung Fu-Navigation") und Tabbed Browsing. Damit ist aber nicht genug, denn für den Maxthon gibt es mittlerweile eine ganze Reihe eigener Plugins, die den Funktionsumfang beträchtlich erweitern können. Dank der ausgereiften Skin-Unterstützung lässt sich das alles auch noch nach Wünschen personalisieren. Das kommt beim Publikum an: Glaubt man den Angaben der Entwickler, wurde der Browser-Überbau bis heute über 50 Millionen Mal heruntergeladen.



BizForm Bar: Dateneingabe in Formvollendung

Die BizForm Bar dient zum einen der Sicherheit – zum anderen aber auch der eigenen Bequemlichkeit. Das Add-On ist ein sogenannter Formfiller, ein kleines Programm, das – einmal trainiert – Formulare und Passwortfelder auf Websites automatisch ausfüllt: praktisch für alle Online-Mailer und regelmäßigen Gewinnspielteilnehmer. Gleichzeitig wartet die BizForm Bar mit allerlei nützlichen Gimmicks auf, wie einem Passwort-Generator, einem Suchfeld für alle großen Suchmaschinen im Netz und einer Bildschirmtastatur. Letztere werden vor allem diejenigen schätzen, die sich vor heimlichem Keylogging fürchten, also vor Programmen, welche die eigenen Tasteneingaben ohne das Wissen des Nutzers protokollieren.

Live TV-Toolbar: Der Internet Explorer als Glotze

Die Live TV-Toolbar ist ein kostenloses Multimediawunder. Nicht nur, dass man sich damit das Programm von rund 1750 Fernsehsendern auf den Bildschirm holen kann, das Tool streamt auch über 1500 Radiostationen, bietet einen RSS-Videofeed-Client, benachrichtigt beim Eingang neuer E-Mails, bietet einen eigenen Popup-Blocker, aktuelle Wettervorhersagen und ein Eingabefeld für die Google- und Wikipedia-Suche. Wichtigstes Feature bleibt aber tatsächlich die TV-Funktion. Die Sender sind nach Ländern und Genre übersichtlich sortiert. Weiterer Vorteil: Es lassen sich – bei ausreichender Bandbreite – beliebig viele Kanäle gleichzeitig öffnen. Ein falscher Klick und schon ist es passiert: Pop-Ups öffnen sich und wie von Geisterhand setzen sich Downloads von selbst in Gang. Das Netz ist voll dubioser Websites – Würmer, Viren und Trojaner lauern an jeder Ecke. Wer einmal Opfer einer Malware-Attacke geworden ist, weiß, wie schwer es ist, den unliebsamen Gast wieder aus dem System zu entfernen.

McAfee SiteAdvisor: Grün ist gut

Gut, dass es auch für dieses Problem ein spezielles Add-On gibt: Der McAfee SiteAdvisor setzt auf Prävention statt Reparation. Schon in den Ergebnislisten von Google, Yahoo! oder MSN werden die Websites einer ersten Beurteilung in Sachen Sicherheit unterzogen. Ausschlaggebende Kriterien sind dabei gemeldete Fälle von gefährlichen Downloads, Datenmissbrauch und Spam-Versand. Durch grüne und rote Icons weist der SiteAdvisor dann auf die Vertrauenswürdigkeit der Netzangebote hin. Fehlklicks? Fehlanzeige!



Webpage Capture: Seiten per Klick aufs Bild bannen

Wer schon einmal versucht hat, im Internet Explorer eine aufgerufene Website zu speichern, weiß vor allem eines: es ist unmöglich. Entweder es landet ein Haufen kryptischer Dateinamen oder aber eine nackte HTML-Datei ohne jegliche Bildinhalte auf dem Desktop. Was nun? Abhilfe schafft das Add-On Webpage Capture. Das kleine Tool schießt Fotos von Websites – und zwar nicht nur bis zum unteren Bildrand, sondern in voller Größe (siehe Abbildung). Das kann recht hilfreich sein, zum Beispiel bei der Archivierung von Seiten mit schnell wechselnden Inhalten. Das Ergebnis ist eine BMP-Datei, die sich beliebig weiterverarbeiten oder -verschicken lässt.

Browster: Vorausschauend suchen

Hand aufs Herz, wie oft benutzt man die Zurück-Taste des Internet Explorers, während man nach einer bestimmten Seite sucht und sich durch die Ergebnislisten der großen Suchmaschinen klickt. Wäre es da nicht praktischer, wenn Google oder Yahoo! neben den Beschreibungen gleich einen optischen Eindruck der relevanten Seiten bieten würde? Das tun sie leider nicht: Doch es gibt Browster. Einmal installiert erscheint vor jedem Eintrag in den Indexlisten von Google, Yahoo!, AltaVista und MSN ein kleines Logo. Fährt man mit der Maus darüber, öffnet sich ein Fenster und zeigt ein aktuelles Vorschaubild der angezielten Seite an. Übrigens unterstützt Browster die Preview-Funktion nicht nur bei Suchmaschinen: Mittlerweile springen auch die Angebote im Auktionshaus eBay per Mausbewegung in einem Überblicksbild hervor.



Fazit

Die Redaktion von onlinekosten.de hat alle oben vorgestellten Add-Ons selbst getestet – und sie für sehr gut befunden. Ausschlaggebend bei der Auswahl der Erweiterungen war ihr praktischer Nutzen, außerdem müssen sie umsonst zu beziehen sein. Doch gerade bei Gratis-Angeboten im Internet sollte man immer genauer hinsehen: Bei dem ein oder anderen kostenlosen Add-On müssen Nutzer auch kleine, kostenlose Werbegeschenke akzeptieren. Denjenigen, die damit leben können, seien die kleinen Tools wärmstens ans Herz gelegt. Wer seine Surfausflüge jedoch auch zukünftig werbefrei halten möchte, sollte sich auf der offiziellen Add-On-Seite von Microsoft umsehen. Hier gibt es eine Vielzahl von kostenpflichtigen Erweiterungen, die auch ohne Werbung auskommen.

(André Vatter)

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