Die beliebten Instant Messenger stellen den Nutzer vor ein Problem: Sie beherrschen nur ein Protokoll. Daher können Nutzer nur mit Chatpartnern kommunizieren, die das gleiche Chat-Programm nutzen. So kann der Nutzer des Windows Live Messenger, ehemals MSN, nicht mit einem Freund chatten, der beispielsweise per ICQ kommuniziert. Anders sieht es aus, wenn der Bekannte den Yahoo Messenger nutzt: Yahoo und Windows Live verstehen sich. Auch AIM und ICQ kommen miteinander aus. Dennoch schränkt die Protokoll-Hürde die Nutzung ein.
Chatten für Lau
Glücklicherweise gibt es von allen gängigen Messengern eine kostenfreie Version. Die Hersteller verdienen über eingeblendete Werbebanner. Daher bietet sich als mögliche Lösung die Installation mehrerer Messenger an, zumal die Programme auch nebeneinander funktionieren.
Wenn sich die Kontakte auf diverse Messenger verteilen und der Computer nicht mit unzähligen Programmen zugepflastert werden soll, bietet sich ein universeller Chat-Client wie etwa Trillian oder Miranda an. Diese Multi-Clients sind durchaus verbreitet und beherrschen zahlreiche Protokolle. So ermöglichen sie den Chat mit Nutzern von Single-Clients wie AIM, ICQ, MSN oder Yahoo. Miranda und Pidgin (früher Gaim) entstammen der Open-Source-Entwicklung; Pidgin läuft auch auf Linux-Systemen. Doch auch hier gibt es Stolpersteine: Gibt es für die Original-Messenger eine Änderungen im jeweiligen Protokoll, kommen die Entwickler der Multi-Clients oft nicht sofort hinterher.
Ein Messenger für alle
Eine große Rolle bei der Entscheidung für den richtigen Instant Messenger spielt auch der Funktionsumfang. Möchte der Nutzer mit dem Client auch kostenlose Gespräche via PC oder Video-Unterhaltungen führen? Dann sind Multi-Clients eine schlechte Wahl. Offiziell ermöglichen die meisten Programme zwar Voice-Chat oder Video-Telefonie mit anderen Chat-Programmen, in der Praxis kommt bei Verbindungen mit Single-Clients aber oft keine Verbindung zustande. In einem solchen Fall kommt man also am Original-Client nicht vorbei.