TV-Tuner und DVB-T

Fernsehen auf den PC oder Laptop bringen

Wer einen tragbaren Fernseher oder Festplattenrecorder möchte, muss nicht zwangsläufig zum teuren Zusatzgerät greifen – eine TV-Karte oder ein TV-Stick am Notebook oder PC ermöglichen den Fernsehempfang. Wir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, um TV auf den PC oder das Notebook zu bringen.

Medianutzung© Yuri Arcurs / Fotolia.com

TV-Tuner einbauen oder anstecken

Unser Testwerkzeug bestand aus einem Dual-Core-PC mit Verbindung zum Fernseher und einem älteren Notebook: Der aufzurüstende Computer muss nicht unbedingt die aktuellste und stärkste Hardware enthalten. TV-fit machten wir die beiden Rechner schließlich mit einer hybriden WinTV-HVR-4400 TV-Karte von Hauppauge und dem Cinergy T Stick mini von Terratec, um beispielhaft sowohl eine Einbau-Lösung als auch die einfache Möglichkeit per USB-Stick auszuprobieren.

Die WinTV-HVR-4400 von Hauppauge und kommt mit einer Media Center tauglichen Fernbedienung. Die Karte kann DVB-S, DVB-S2, DVB-T sowie analoges Fernsehen (Kabel und Antenne) empfangen. Für den mobilen Fernsehempfang kam der kleine DVB-T-Stick von Terratec zum Einsatz.

DVB-T, DVB-C und DVB-S: Signalarten

Zunächst gilt es, zwischen den TV-Empfänger- beziehungsweise den unterschiedlichen Signalarten zu differenzieren. Je nach Situation vor Ort unterscheidet man zwischen Empfang über das herkömmliche analoge oder das digitale Kabelsignal (DVB-C). Weitere Empfangsmöglichkeiten bieten Satelliten per DVB-S, DVB-S2 und das terrestrische DVB-T. Anhand der verfügbaren Signalarten kann anschließend die passende TV-Karte beziehungsweise der USB-Stick ausgewählt werden.

Stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, empfiehlt sich unter Umständen ein Hybrid-TV-Tuner, Flexibilität hat noch nie geschadet. Dieser verarbeitetet neben den alten analogen auch digitale Signale. Das digitale Fernsehen wird im DVB-Verfahren übertragen und punktet gegenüber den analogen Signalen mit einer klar besseren Bildqualität, was sich im direkten Vergleich bestätigen ließ. Im Test musste sich das analoge Bild mit der hybriden WinTV-HVR-4400 von Hauppauge jedoch qualitativ dem Analogempfang unseres Test-Fernsehers von LG (32LC41) geschlagen geben.

DVB-T verwandelt Laptop in TV

DVB-T wäre der richtige Kandidat, um Fernsehen zum Mitnehmen zu erhalten. Einen DVB-T-Empfänger für den USB-Port, den jedes Notebook besitzt, gibt es samt ausziehbarer Antenne und Fernbedienung schon für unter 50 Euro im Handel. Die USB-Empfänger an sich werden immer kleiner; der Cinergy T Stick mini von Terratec ist kaum größer als ein Daumennagel und findet bei Nichtgebrauch bequem im Zubehörfach der Notebooktasche Platz. Die "Installation" ist denkbar einfach: USB-Stick anstecken, Antenne anschrauben, die Software installieren und auf Sendersuche gehen. Die Antenne könnte beim Cinergy T Stick mini aber ein wenig fester sitzen - vor allem für die Nutzung unterwegs. Eine Alternative zum USB-Empfänger wären Karten zum Einschieben in den ExpressCard-Schacht. Diese Schnittstelle gibt es in zwei Breiten – 34 und 54 Millimeter. Sie ziert aber bei Weitem nicht jeden Laptop.

Wichtig zu wissen: Ein DVB-T-Tuner am Note- oder Netbook bedeutet noch nicht, dass deutschlandweit an jedem Ort Fernsehen auf das Display gezaubert wird. Auf der Website ueberallfernsehen.de kann die Signalabdeckung für das ganze Bundesgebiet begutachtet werden.

Am besten ist der Empfang in Ballungsgebieten aufgestellt, in und um großen Städten herum ist nur die Zimmerantenne notwendig. Wer weiter außerhalb oder empfangstechnisch ungünstig wohnt, müsste eventuell auf eine Außenantenne zurückgreifen, schlimmstenfalls wäre eine Dachantenne nötig oder aber gar kein Empfang möglich. Ist der Empfang nicht störungsfrei, kommt es zu Bildaussetzern oder unschöner Klötzchenbildung - da hilft auch der beste DVB-Empfänger nicht weiter.

PC als Festplattenrecorder

Soll der Rechner zudem als Festplattenrecorder dienen, bietet sich je nach Situation der heimische Desktop oder ein zweiter Rechner im Wohnzimmer an. Es empfiehlt sich für den Dauerbetrieb eine TV-Karte für den PCI oder PCI Express Slot statt eines USB-Empfängers, da sie die Dekodierung des TV-Signals übernimmt und so den Prozessor nicht weiter unnötig belastet.

Der eigentliche Einbau der TV-Karte ist schnell erledigt, anschließend muss nur noch der beiliegende Treiber installiert werden. Dann lässt sich der Tuner direkt über den Windows Media Center oder aber das Hersteller-Programm nutzen

Wer sich schon kurz mit dem Thema beschäftigt hat, weiß, dass ein Festplattenrecorder je nach Funktionsumfang nicht gerade günstig ist. Speicherplatz hingegen sinkt stetig im Preis. Moderne PCs haben im Normalfall aber auch ohne Festplattenzukauf genügend Speicherkapazität.

Neben der Möglichkeit, Filme oder die Lieblingssendung bequem aufzuzeichnen, bietet ein TV-Tuner auch den Komfort nach der Aufnahme am PC störende Werbeblöcke dank zeitversetztem Fernsehen zu überspringen (Time-Shifting) oder das Gezeigte zu stoppen, wann immer man möchte. Wer das Programm auf einem Kanal aufzeichnet und gleichzeitig einen anderen Sender ansehen oder aber zwei Programme parallel aufnehmen möchte, muss zwei Tuner oder eine Dual-Ausführung besitzen – diese Einschränkung kennen einige sicherlich bereits aus Videorecorderzeiten.

Weitere Infos zum Thema
Zum Seitenanfang