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Fallen beim Notebook-Kauf: Werbung entschlüsseln

"Unterstützt die Blu-ray-Wiedergabe", "Glare Display" oder "Hypermemory" - was bedeutet das und ist es gut oder schlecht? Wir helfen beim Verstehen von Marketing-Ausdrücken.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Wer ein neues Notebook kaufen möchte, muss sich nicht nur zwischen einem größerem Laptop und einem handlichen Netbook entscheiden, sondern auch die Angaben der Einzelhändler und Hersteller "entschlüsseln" können. Gerade für weniger technikaffine Nutzer ist es nicht immer leicht, die Marketingsprache zu verstehen. Wir helfen auf die Sprünge.

Inhalt:

1. Laufwerk und Grafik
2. Grafikspeicher, Arbeitsspeicher und Spiegel-Displays
3. 16:9, Gewicht und Preis-Check

Laufwerk dabei?

In einem Onlineshop war zum Beispiel kürzlich bei einem Notebook zu lesen, dass "Blu-ray-Discs und DVDs über ein externes Laufwerk unterstützt" werden. Diese umständliche Formulierung könnte – insbesondere bei sehr flüchtigem Lesen der Artikelbeschreibung – den Eindruck vermitteln, dass ein Blu-ray-Laufwerk für High Definition Filme integriert ist oder zumindest als Standalone-Version beiliegt. Stattdessen aber bedeutet der Satz nur, dass das Notebook überhaupt kein Laufwerk hat, was sehr häufig bei Netbooks und Subnotebooks der Fall ist.

Wird mit einem integrierten Blu-ray-Combo-Laufwerk oder -Brenner geworben, ist zu beachten, dass sich Blu-ray-Discs nur abspielen lassen. Die Brennfunktion bezieht sich dann auf DVDs und CDs, ansonsten müsste von einem Blu-ray-Brenner die Rede sein.

Stolperfalle Grafikkarte

Auch wenn überschwänglich mit Spielspaß und den neuesten Computerspielen geworben wirbt, sollte die Grafikkarte gecheckt werden. Handelt es sich um ein Modell aus der unteren Leistungsklasse sind höchstens alte Spiele lauffähig, dies trifft auch auf Onboardchips zu. Mittelklassekarten bringen zwar auch aktuelle Games auf den Bildschirm, dann aber nur in niedrigeren Auflösungen und mit weniger Details. Highend-Leistung gibt es nur im obersten Segment. Zu welcher Leistungsklasse die Karte gehört, verrät oft schon ein Blick auf die Website von AMD oder Nvidia.

Der Zusatz Hypermemory bei der Grafikkarte deckt sich mit den Formulierungen Shared Memory oder "mit bis zu xx MB/GB Grafikspeicher". Dies entspricht keinesfalls dem tatsächlichen Speicher des Grafikchips, sondern schließt zusätzliche Ressourcen mit ein. Der Chip bedient sich notfalls mit am Arbeitsspeicher. An sich ist das nichts Schlechtes, aber: Was die Grafikkarte zusätzlich nutzt, fehlt wiederum dem Hauptspeicher. Daher sollte der RAM ausreichend groß sein. Für Windows Vista empfiehlt sich ein Minimum von zwei Gigabyte (GB).

Achtung beim Arbeitsspeicher

Die Größe der Festplatten und des Arbeitsspeichers steigen stetig, der RAM hat sich bei Mittelklassemodellen aktuell bei vier Gigabyte (GB) eingependelt. Hierbei gilt, dass es zumindest für Einsteiger oder Nutzer von Alltagsanwendungen kaum einen Unterschied macht, ob nun drei oder vier GB verbaut sind. Gerade bei der magischen Grenze von vier GB sollte der Blick aber auf die Angabe des Betriebssystems schweifen. Thront Windows Vista als 32 Bit Version im Gesamtpaket, lassen sich ohnehin nur etwa drei GB nutzen. Zugriff auf mehr Arbeitsspeicher gibt es nur mit der 64 Bit Variante. Manchmal liegt diese zusätzlich bei, manchmal aber auch nicht. Also: Augen auf.

Gerade jetzt vor dem Start von Windows 7 ist auch zu prüfen, ob ein Gutschein für ein Upgrade auf das neue Betriebssystem enthalten ist. Bei beiliegender Software weist Trial darauf hin, dass sich das Tool nur testweise nutzen lässt.

Glänzende Aussichten

Apropos "Augen", die nächste Falle lauert beim Display. Der Bildschirm des Notebooks kann entweder matt und somit entspiegelt oder hochglänzend sein. Früher gehörte ein mattes Display zum Standard, heutzutage setzen die Hersteller immer häufiger auf die spiegelglatte Oberfläche. Diese soll nicht nur für kräftigere Farben sorgen, sondern ist für den Produzenten auch günstiger. In Räumen macht sich die Spiegeleffekt weniger stark bemerkbar, im Freien oder in Fensternähe kann dies gerade bei der Arbeit sehr störend sein. Ob ein Hochglanz-Bildschirm generell ein Nachteil ist oder nicht, ist letztendlich auch eine Geschmacksfrage. Bei unseren Lesern zumindest stehen die matten Bildschirme wesentlich höher im Kurs.

Mitunter ist es jedoch schwierig herauszufinden, ob nun matt oder glänzend im Paket steckt. Bezeichnungen wie CineCrystal (Acer), TruBrite (Toshiba) oder Glare Type (Asus) weisen auf den Spiegel-Look hin. Ein weiterer Trend sind 16:9-Bildschirme. Nicht alles, was neu ist, muss auch immer gut sein. Filmfans werden das Format sicherlich bevorzugen, wer aber vorwiegend Office-Anwendungen nutzt, wird bei dieser breiten Darstellung den Platz oben und unten vermissen und häufiger zum Scrollen gezwungen sein.

Gewicht beachten

Genauer hinschauen sollte man auch bei der Gewichtsangabe. Beim Desktop-Ersatz ist das Gewicht des Notebooks unerheblich, soll es häufiger transportiert werden, kann die Leibesfülle des Geräts die Kaufentscheidung beeinflussen. Daher sollte der Käufer beim Gewichtsvergleich checken, ob sich die Angabe auf das reine Notebook oder inklusive Akku bezieht.

Preis beurteilen

Generell muss beim Vergleichen der Preise noch beachtet werden, was der Lieferumfang zu bieten hat und wie umfangreich die Garantie des Herstellers ausfällt. Wie unsere Redaktion herausgefunden hat, gibt es in diesem Bereich deutliche Unterschiede. Bei günstigen Bundles mit UMTS-USB-Stick ist ein Vergleich der Einzelpreise zu empfehlen. Oftmals sind derartige Aktionen keine wirklichen Schnäppchen.

Wie man erkennt, ob ein Onlineshop seriös ist oder nicht, haben wir in einem weiteren Kurz-Ratgeber zusammengefasst.

(Saskia Brintrup)

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