Der wohl wichtigste Browser für Linux-Anwender ist der
Konqueror-Browser. Genau wie der (Internet)Explorer dient der Konqueror sowohl als Dateimanager, als FTP-Client, als auch als Webbrowser. Dabei ist er fest an die grafische Linux-Oberfläche KDE gebunden und deshalb für kein anderes Betriebssystem als Linux verfügbar. Der Name leitet sich von der Entwicklung der Browser ab: Konqueror, der Eroberer, war die logische Antwort auf den Navigator von Netscape und den Explorer von Microsoft.
Die eierlegende Wollmilchsau hat gegenüber der Konkurrenz jedoch nur wenige Vorteile: Durch die hohe Integration innerhalb des K-Desktop-Enviroments wird er bereits mit dem System gestartet und ist jederzeit schnell einsatzbereit. Zudem kann aus einem Dateifenster schnell ein Internet-Fenster werden - ein Feature, das auch der Windows-Explorer als Teil des Internet-Explorers beherrscht. Zudem lässt er sich über eine Plugin-Interface beliebig anpassen.
Teilweise inkompatibel
Der Konqueror ist standardkonform ausgelegt und beherrscht sämtliche offenen Standards des Webs sowie die üblichen Goodies Tabbed Browsing und Popup-Blockade, ist jedoch aufgrund einer recht langsamen Render-Engine nicht so schnell wie die Mitbewerber. Zudem gibt es nicht selten Schwierigkeiten mit der Kompatibilität: Web-Dienste, die an den Internet-Explorer und Firefox angepasst sind, beschweren sich nicht selten darüber, dass Konqueror nicht kompatibel sei, weil es sich um eine zu frühe Mozilla-Version handele. Dabei hat Mozillas Gecko-Engine mit Konquerors KHTML nichts zu tun. Die Warnung ist weniger durch Fehler in Konqueror verursacht, als vielmehr durch schlecht programmierte Browser-Abfragen, die die KHTML-Engine nicht beachten.
Genau wie der Internet Explorer bei Windows ist der Konqueror der erste Browser, mit dem Linux-Nutzer nach einer Neuinstallation in Berührung kommen. Seine Verbreitung ist dennoch gering, Linux-Anwender setzen lieber auf den Firefox-Browser, weil dieser wesentlich kompatibler als der Konqueror ist. Zudem sind die meisten interessanten Plugins für den Firefox verfügbar. Insofern befindet sich Konqueror eher auf einem absteigenden Ast.