Open Source geht seltsame Wege: Aus Abspaltungen werden Hauptprojekte, Hauptprojekte versanden mit der Zeit. Genauso ist es mit dem Browser
Galeon für den Gnome-Desktop von Linux: Das Gnome-Entwicklerteam machte die Abspaltung Epiphany zum Hauptprojekt, in dem der ehemalige Galeon-Browser aufging. Ziel dieser Zusammenführung zweiter Evolutionslinien unter dem Projektnamen
Epiphany ist die Schaffung eines Standard-Browsers für den Gnome-Desktop.
Epiphany basiert wie viele andere Browser-Projekte auf dem Mozilla-Codeset, besitzt somit die gleiche Rendering-Fähigkeiten wie
Firefox,
Camino oder
K-Meleon. Als Browser-Projekt speziell für den Gnome-Desktop von Linux ist er speziell an dessen Funktionen und Optik angepasst und deshalb nicht für andere Systeme erhältlich.
Konservativer Browser mit Komfort-Funktionen
Epiphany zeichnet sich vor allem durch eine gewisse Konservativität aus. Innovative Funktionen kann der Anwender mit der Lupe suchen, bei der Entwicklung von Epiphany werden bekannte Standards gesetzt. Das Augenmerk liegt nicht auf besonderer Fortschrittlichkeit, sondern auf einfacher Bedienung. Zwar verfügt Epiphany über alle wichtigen aktuellen Funktionen wie Pop-Up-Blocker, Tabbed-Browsing oder Schnellzugriff auf Datenschutz-Optionen. Das Abhebungsmerkmal gegenüber Firefox ist jedoch die "Smart Bookmarks"-Funktion, die es erlaubt, Seiten, auf die ein Lesezeichen gesetzt ist, zu durchsuchen, ohne sie zu öffnen.
Auch die Lesezeichen-Verwaltung unterscheidet sich von anderen Browsern: Während alle Browser von Firefox über den Internet Explorer bis hin zu Camino Lesezeichen einfach der Reihe nach abspeichern und sich durch Unterordner sortieren lassen, arbeitet Epiphany nach dem Prinzip der thematischen Verwaltung. Bookmarks können beliebigen, frei definierbaren Themenbereichen zugeordnet werden, wobei auch mehrfache Zuordnungen machbar sind: Legt der Anwender zum Beispiel ein Bookmark auf onlinekosten.de an, kann es beispielsweise den Bereichen "Tarife", "Technik-News" und "DSL-News" zugeordnet werden. So erscheint onlinekosten.de in allen drei Unterordnern, ohne dass das Lesezeichen mehrfach angelegt werden müsste.
Themes und Extensions möglich
Epiphany unterstützt wie Firefox Themes und Extensions, allerdings kann der Browser trotz seiner Verwandschaft zu Firefox keine Firefox-Erweiterungen nutzen. Nachteile gibt es kaum bei Epiphany, einzig die stark vereinfachte und daher wenig funktionale Oberfläche könnte als Kritikpunkt angeführt werden. Ansonsten bietet der Browser Standardkost.
Epiphany hat, anders als die Verwandten Camino und K-Meleon, den Vorteil, der Standard-Browser des Gnome-Desktops zu sein. Während Camino und K-Meleon sich gegen den Internet Explorer und Safari durchsetzen müssen, nimmt Epiphany unter Gnome diese Position selbst ein. Durch die Integration mit der Oberfläche ist er jedoch schneller als andere Browser für den Gnome-Desktop, weshalb sich der Einsatz von Epiphany statt Firefox für den Gnome-User lohnen kann.