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Linux: Ein System für alle Fälle

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Linux – ein Schlagwort in der PC-Szene und das einzige Argument gegen Windows, wenn der Kauf eines Macs nicht in Frage kommt. Linux ist ein Open-Source-Unix und kostenlos erhältlich. Allerdings gibt es nicht "das" Linux: Das Betriebssystem existiert in den verschiedensten Formen und Variationen. Denn Linux ist, entgegen der allgemeinen Annahme, nur der Kern des Betriebssystems.

Entstanden ist Linux 1991 in Finnland. Der Informatik-Student Linus Torvalds wollte eine Terminal-Emulation programmieren, um damit auf die Unix-Server seiner Universität zuzugreifen. Die Programmierung erfolgte Hardware-nah und ohne Bindung an ein bestimmtes Betriebssystem, war Mehrbenutzer-fähig und auch sonst ein richtiges Betriebssystem, wie Torvalds bald merkte. Die erste Version veröffentlichte er auf einem FTP-Server und wies im Usenet darauf hin. 1993 wurde die erste Linux-Version unter der Gnu Public Licence veröffentlicht. Dennoch behielt sich Linus Torvalds die Oberherrschaft über den Kernel vor.

Ein Unix für alle

Da es sich bei Linux nur um den Kern eines Betriebssystems handelt, musste es vom ersten Moment an um Funktionen erweitert werden. Hier setzt die restliche Open-Source-Bewegung an und portierte diverse Unix-Programme für Linux. Der Linux-Kernel wird in der Regel mit zahlreichen dieser Programme ausgeliefert, darunter mindestens eine Shell, mit der die üblichen Betriebssystem-Funktionen möglich sind. Im Lauf der Zeit kamen zahlreiche Programme aus allen Bereichen sowie grafische Benutzeroberflächen hinzu, die von Nutzern und kommerziellen Anbietern beliebig zusammengestellt als so genannte Distributionen veröffentlicht werden.

Linux ist das Betriebssystem der Open-Source-Bewegung. Es ist höchstgradig flexibel und kann auf beinahe jedem elektronischem Gerät mit Massenspeicher und 32-Bit-Prozessor ausgeführt werden. Linux gibt es als Betriebssystem für Rechner-Cluster, als Server-Distribution, als Desktop-System oder als Betriebssystem für Kleingeräte wie Router, Smartphones oder Navigationssysteme. Sogar in der Bordelektronik mancher Autohersteller wird Linux eingesetzt. Linux lässt sich beliebig aufblähen oder schrumpfen. Es gibt Distributionen, die nur wenige Megabyte groß sind. Andere umfassen mehrere DVDs und haben nicht selten einen Großteil aller für Linux verfügbaren Programme an Bord.

Flexibel und stabil

Zu den Vorzügen von Linux zählt seine hohe Flexibilität genau wie seine hohe Stabilität und Sicherheit. Linux ist ein Unix-System, verfügt daher über eine fest definierte Ordnerstruktur. Benutzer sind immer mit eingeschränkten Rechten unterwegs, es sei denn, sie buchen sich als Root-User ein. Nur der Root-Nutzer darf direkt am System arbeiten, eingeschränkte Anwender sind auf ihre Benutzerordner beschränkt. Auch hier lassen sich die Rechte beliebig vergeben, wodurch sich Linux als hervorragend als Mehrbenutzer-System eignet. Computerviren sucht man auf Linux-Rechnern vergeblich, was jedoch weniger mit dem System, als mit seiner geringen Verbreitung zu tun hat.

Zu den positiven Seiten von Linux gehört auch die optimale Unterstützung durch die Open-Source-Gemeinde. Wirklich jede Art der Anwendung ist für Linux erhältlich, egal ob es sich um Office-Pakete, Bildbearbeitung oder Programme zur Verwaltung von Briefmarken und Modelleisenbahn handelt. Gerade in Server-Anwendungen ist Linux traditionell stark, entsprechend gut ist Software für Web-Anwendungen verfügbar.

Kaum kommerzielle Anwendungen

Anders sieht es auf dem Desktop aus: Kommerzielle Programme wie MS Office oder Photoshop sucht der Anwender vergeblich, das gleiche gilt für die meisten kommerziellen Videospiele. Die Open-Source-Gemeinde hilft sich jedoch mit dem Bau von Clones oder ebenbürtigen Programmen aus der Patsche. Für Spiele wie Ego-Shooter gibt es jedoch oft Linux-Ports, denn auch mit OpenGL statt DirectX taugt Linux durchaus als Spielesystem.

Das Fehlen der Standard-Programme hat jedoch dafür gesorgt, dass Linux auf dem Desktop bisher keine echte Alternative ist. Der erste Schritt in den Desktop ist die Verbreitung auf Bürorechnern. Doch gerade hier fehlt es an Durchsetzungskraft. Allerdings gibt es für Linux ein Tool namens WINE, mit dessen Hilfe sich zumindest ältere Windows-Programme, unter anderem Microsoft Office, unter Linux betreiben lassen.
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