Was ist die "letzte Meile"?
Der ehemalige Monopolist Deutsche Telekom kämpft mit einem Rückgang der Kundenzahlen. Das größte Pfund des Telekommunikationskonzerns ist noch die Hoheit über die Teilnehmeranschlussleitung, kurz TAL. Diese wird auch "letzte Meile" oder "Amtsleitung" genannt. Technisch gesehen wird damit die Leitung von der Ortsvermittlungsstelle des Netzbetreibers bis zum Telefonanschluss des Nutzers in den jeweiligen Haushalten bezeichnet. Größtenteils bestehen diese Leitungen noch aus Kupferadern, während die einzelnen, überregionalen Netzknoten der verschiedenen Anbieter meist über schnelle Glasfaserkabel miteinander verbunden sind. Eine Teilnehmeranschlussleitung kann Entfernungen von rund fünf Kilometern überbrücken.
Leitung bis zum Endkunden ist hart umkämpft
Der Kampf um die letzte Verbindungsleitung bis zum Endkunden wird heftig geführt. Aus wirtschaftlichen Gründen lohnt es sich für die Telekom-Konkurrenz nicht Millionen eigener Leitungen direkt zu ihren Endkunden zu legen. Stattdessen zahlen die Wettbewerber der Telekom dem magentafarbenen Konzern für die Anmietung der Leitungen TAL-Gebühren. Die Gebühren kommen regelmäßig auf den Prüfstand. Die für die Regulierung des Telekommunikationsmarktes zuständige Bundesnetzagentur hat den Wettbewerbern der Telekom den Zugang auf die letzte Meile zunehmend erleichtert. Im Frühjahr 2009 etwa hatte die Bundesnetzagentur die Gebühren geringfügig gesenkt.
Innerhalb der letzten Meile ist auch das sogenannte Line-Sharing üblich. Dabei werden die Frequenzbereiche der Leitung aufgeteilt. Die Telekom etwa nutzt den unteren Frequenzbereich für die Sprachübertragung, ein Wettbewerber den höheren Frequenzbereich für die Übertragung von Daten.
Die Telekom selbst baut aber bereits mit Milliardeninvestitionen an einer eigenen neuen Telekommunikations-Infrastruktur mit schnellen VDSL-Glasfasernetzen. Doch auch hier soll die Telekom ihren Wettbewerbern Zugang zu den Leerrohren gestatten, damit diese kostengünstiger ein eigenes Netz aufbauen können.