Die neuen Kabelnetzbetreiber
Der einstige Betreiber des deutschen Kabelnetzes, die Deutsche Telekom mit ihrer Tochter Kabel Deutschland, fasste zu Beginn des Jahres 1999 aus Desinteresse an der Weiterentwicklung der veralteten Kabelnetze und auf Druck des Regulierers den Beschluss, das Netz in kleinen, regionalen Häppchen mit möglichst hohem Gewinn an Interessenten zu verkaufen. Die anfängliche Euphorie wurde schnell vertrieben und von dem anfangs angepeilten Gewinn in Höhe von "weit mehr als 20 Milliarden DM" musste man später auch abrücken.
Nach anfänglichen Startschwierigkeiten rollt der Netzdigitalisierungs-Zug heute schneller denn je: Die geplante Übernahme der regionalen Unternehmen ish, iesy (heute
Unitymedia) und
Kabel BW durch den Kabel-Riesen
Kabel Deutschland scheiterte, brachte aber neuen Schwung in die Ausbauplanungen. Die Digitalisierungs-Euphorie hält bis heute an, neue Zusammenschlüsse bildeten sich.

Kabel Deutschland ist weiterhin der größte TV-Kabelnetzbetreiber der Republik. Aktuell versorgt das Unternehmen rund 10 Millionen Haushalte. Zwischenzeitlich hatte der Riese den
Plan, die regionalen Anbieter ish, iesy und Kabel BW zu übernehmen. Dieses Vorhaben wurde aber durch das Bundeskartellamt zerschlagen.

Seit 2007 firmieren die ehemaligen regionalen Kabelgesellschaften ish (Nordrhein-Westfalen), iesy (Hessen) und Tele Columbus West unter dem Namen Unitymedia. Das Unternehmen bietet überall dort, wo rückkanalfähiges Kabelnetz verfügbar ist, Triple-Play-Angebote mit TV-, Internet- und Telefonanschluss an. Durch den Zusammenschluss der Regio-Carrier erreicht Unitymedia nach eigenen Angaben rund fünf Millionen Haushalte.

Die überregional tätige Tele Columbus wurde Ende 2006 von Mitbewerbern übernommen und in diesem Zuge zwischen den Investoren Unitymedia, Kabel BW und Orion Cable (ewt) aufgeteilt. Unter der Dachmarke "Tele Columbus" bietet der Zusammenschluss mit ewt in einigen Städten auch schnelles Internet über das TV-Kabel an.

Eigenständig ist der Kabelnetzbetreiber in Baden-Württemberg, Kabel BW. Die Gesellschaft erreicht derzeit rund 2,3 Millionen Haushalte, wovon 100 Prozent digitales Fernsehen empfangen können.